In der einen Ecke: Meryl Streep in Hosenträgern. In der anderen ein 17-jähriges Mädchen, das eine zylinderförmige Wassermelone trägt – bereit, allerhand schmutzige Tricks anzuwenden…

Es sind zwei „Big Player“ im Kultfilm-Sektor, bewaffnet mit Ohrwürmern, Dancing-Skills und ganz viel Gefühl: der Tanzfilm „Dirty Dancing“ einerseits und die Musical-Verfilmung „Mamma Mia!“ andererseits. Beide sind fest verankert im Filmnächte-Kanon. Doch welcher hat im direkten Vergleich die Nase vorn? Ring frei für dieses Duell!

Filmszene aus "Mamma Mia!": Meryl Streep und Freundinnen laufen entschlossen und singend nach vorne

„Auf in den Kampf!“

Runde #1: Handlung und Schauspieler

Auch wenn keiner der verantwortlichen Drehbuch-Autoren mit bahnbrechenden Twists um sich wirft, funktioniert gerade „Dirty Dancing“ mit seiner romantischen Story rund um die beinahe erwachsene „Baby“ und Tanzlehrer Johnny Castle.

„Mamma Mia!“ hingegen folgt seiner Musical-Vorlage und gibt sich als überaus spaßige Verwechslungskomödie, die übrigens vor echter Urlaubs-Idylle in Griechenland gedreht wurde. Die sahnige Schauspieler-Riege rund um Meryl Streep, Colin Firth, Amanda Seyfried & Co. holt auch wirklich das Beste aus der konstruierten „Who’s Your Daddy?“-Handlung heraus, aber am Ende geht dieser Punkt knapp an Jennifer Grey und Patrick Swayze, die ihren eigentlich ebenfalls recht seichten Figuren viel Leben einhauchen.

Gewinner: Dirty Dancing

Sieger der Herzen: die ABBA-Urgesteine Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die ihre Gastauftritte in „Mamma Mia!“ rocken (als Pianist und als griechischer Gott verkleidet!)

Filmszene aus "Dirty Dancing": Tanzlehrer hebt Schülerin im Wasser stehend hoch für Hebefigur

Runde #2: Erfolg und Beliebtheit

Wenn Hollywood-Stars die Pop-Hits von ABBA schmettern, singen auch die Filmstudios mit: „Money, Money, Money“! Mit 610 Millionen Dollar landete „Mamma Mia!“ im Startjahr 2008 auf Platz 3 der erfolgreichsten Filme. In Griechenland und Großbritannien genießt das Musical die größte Anerkennung und gilt dort als meistverkaufte DVD.

Fast 20 Jahre zuvor eroberte der Kontrahent „Dirty Dancing“ die Lichtspielhäuser (214 Millionen Dollar weltweit). Heute posiert er auf Platz 20 der erfolgreichsten Filme in Deutschland und darf mit einer Oscar-Trophäe für den besten Filmsong angeben.

Während „Dirty Dancing“ mit einer kurzlebigen Fernsehserie und einem verstoßenen Remake ohne würdigen Nachfolger lebt, beglückte 2018 die Neuauflage „Mamma Mia! Here We Go Again“ alle ABBA-Fans (mit moderatem finanziellen Erfolg).

Auf Bewertungsportalen fallen beide Kandidaten übrigens eher in die Schublade „Guilty Pleasure“: „Dirty Dancing“ müht sich bei IMDb auf 7,0, „Mamma Mia!“ erreicht nur 6,4 Punkte (die Metacritic-Scores sind mit 65 und 51 noch düsterer). Am positivsten ist der Audience Score auf Rotten Tomatoes mit 66% für „Mamma Mia!“ und durchschlagenden 90% für „Dirty Dancing“. Dem haben wir nichts hinzuzufügen…

Gewinner: (wieder) Dirty Dancing

Sieger der Herzen: Pierce Brosnan, der sich über eine goldene Himbeere als schlechtester Nebendarsteller „freuen“ darf

Filmszene aus "Dirty Dancing!": Tanzlehrer Johnny Castle und Schülerin Baby stehen vor einem Mikrofon

Runde #3: Musik und Tanz

Im Prinzip die Königsdisziplin, denn was wären diese Kultstreifen ohne Patrick Swayzes Mambo-Tanzkünste oder die schwedischen ABBA-Evergreens…? Eben, keine Kultstreifen!

Beide Werke brachten Songs mit enormer Ohrwurm-Qualität hervor, wobei sich „Mamma Mia!“ an der kongenialen Vorlage bedienen durfte und wohl jeder den ein oder anderen ABBA-Songtext im Langzeitgedächtnis abgespeichert haben dürfte (hier könnt ihr mitsingen!). „(I’ve Had) The Time of My Life“ allerdings schnappte sich 1988 den Oscar für den besten Filmsong und der „Dirty Dancing“-Soundtrack verkaufte sich wie gekühlte Wassermelonen im Hochsommer.

Unterm Strich jedoch ist nicht nur ABBAs mit Platin-Alben überquellende Diskografie der entscheidende Trumpf, sondern auch der mit verspielter Leidenschaft singende und tanzende „Mamma Mia!“-Cast. Verdienter Punkt!

Gewinner: Mamma Mia!

Sieger der Herzen: sämtliche Tanzsequenzen aus „Dirty Dancing“, die Mambo und Merengue wieder salonfähig machten

Werbe-Bild für "Mamma Mia!": Der Haupt-Cast rund um Meryl Streep und Amanda Seyfried im Torbogen

Bonus-Runde: Bei den Filmnächten

Gruppenbild vor Filmnächte-Fotowand zu "Dirty Dancing" mit Utensilien wie Wassermelone

Beide Events scheinen bei den Filmnächten Chemnitz ein Abo auf gefüllte Sitzreihen und den begehrten Samstags-Slot gebucht zu haben. Vom allerersten Jahr an, also seit 2011, zieht besonders „Dirty Dancing“ die tanzwütigen Massen an – den Höhepunkt gab es 2017 mit 1006 Gästen! 2015 übrigens heizten rekordverdächtige 30 Grad zusätzlich die Stimmung an.

Die ABBA-Nacht ist zwar erst seit 2014 regelmäßig im Programm, knackte letztes Jahr mit 919 Besuchern aber ebenfalls die „ausverkauft“-Marke (da lief übrigens der neue Teil, „Mamma Mia! Here We Go Again“). Trotz eher ungemütlichen 14 Grad!

Bezüglich Rahmenprogramm, Deko und anschließender Party übertrumpfen sich beide Kontrahenten gegenseitig: synchron geschwungene Wunderkerzen, knallbunt gekleidete Gäste wie auch Mitarbeiter, vorgeschaltete Tanzkurse und tolle Show Acts auf dem Theaterplatz.

Welche der beiden Nächte dieses Jahr (2019) am schönsten war? Entscheidet selbst und werft einen Blick in unsere Foto-Galerie zu Dirty Dancing und ins Fotoalbum zu Mamma Mia!, bevor wir zur Duell-Auswertung kommen.

Gewinner: Beide!

Sieger der Herzen: „The Big Lebowski“, der Filmnächte-Kultfilm für die Männer

And the winner is…

Machen wir uns nichts vor. Vom Kultfaktor her ist natürlich „Dirty Dancing“ nicht zu überbieten, auch wenn „Mamma Mia!“ die größeren Ohrwürmer zu bieten hat und als amüsante Musical-Komödie auch Tanzmuffel begeistert. Trotzdem dürfen wir hier von einer klaren Entscheidung zugunsten des Tanzfilm-Urgesteins „Dirty Dancing“ sprechen!

Jakob Nützler

Als leidenschaftlicher Filmfan tummele ich mich in allerhand Kinos, beschäftige mich darüber hinaus mit Brett- und Videospielen und lerne Japanisch. Im Programmbeirat der Filmnächte spreche ich mich vor allem für arthousige Thriller, aber auch für Animations- und Musik-Filme aus. Trifft man sich demnächst mal bei nem Milchkaffee auf dem Theaterplatz?
Jakob Nützler

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