Da seid ihr ja wieder – Die Filmnächte Chemnitz haben euch vermisst!

„Stell dir vor, es ist kein Kino und es dürfte sowieso niemand hingehen…“

Für mich ein echtes Horrorszenario, das 2020 mehrere Monate lang eingetroffen ist. Zugegeben: Zeitweise habe ich den Friseur noch schmerzlicher vermisst als den Geruch von frischem Popcorn. Und Netflix hat mir im Quasi-Stubenarrest mit „Tiger King“ oder der dritten Staffel von „Ozark“ gut über die Runden geholfen.

Genug von Autokino und ‚guilty pleasure‘ im TV, wir wollen echtes Kino zurück!
 

Von der Coronakrise waren und sind wir alle betroffen – als Einzelpersonen, als globale Gesellschaft, aber auch innerhalb unserer jeweiligen Branche. Nicht nur Tourismus, Einzelhandel und Gastronomie, auch die Kulturschaffenden, zu denen ich Kinos und damit auch die Filmnächte zähle, werden noch länger an den Folgen zu knabbern haben. Und in die Zukunft kann (leider? zum Glück?) niemand blicken, der nicht gerade eine Handvoll Infinity Stones oder einen DeLorean besitzt.

Mut macht, dass allmählich Filmproduktionen wieder aufgenommen werden und auch viele Kinobetreiber im Land aufzuatmen wagen (dass es für einige Häuser wohl nicht für einen Wiedereinstieg nach der Krise reicht, ist besonders für regionale Communitys eine bittere Wahrheit).

Inzwischen zieht es die Menschen in Deutschland aber wieder nach draußen, auf der Suche nach Ablenkung, Geselligkeit und Kultur. Das alles bekommen wir von Mitte Juni bis Ende August auf dem Theaterplatz geboten – inklusive Sternenhimmel. Nach all den Sorgen, vorgelegten Hygiene-Konzepten und Krisengesprächen muss das jetzt mal LAUT gesagt werden:

Toll, dass die Filmnächte Chemnitz 2020 stattfinden können! Was es zu beachten gibt, lest ihr in den FAQs.

Ein eingeschworenes Team!

Die volle Dosis Filmmagie – monatlich zuzuführen

Als Mitglied im Programmbeirat freue ich mich besonders über den vorverlegten Startschuss und begrüße das neue „Filmnächte Pur“-Konzept: 74 Open-Air-Abende durften wir für euch füllen – und jonglieren, grübeln und „testschauen“ noch immer, denn diesmal wird das Programm monatsweise veröffentlicht und tagesaktuell ergänzt.

Über mehr Filme freuen sich übrigens auch alle Besitzer der neuen „All you can watch“-Dauerkarte, die ihr natürlich auch jetzt noch erstehen und damit den ganzen Filmnächte-Sommer durchbingen könnt.

Aufgrund der Hygiene-Auflagen müssen Konzerte noch aussetzen, für die richtige Stimmung sorgen stattdessen die Musik-Samstage (z. B. ein Bonbon für alle Chemnitzer Rammstein-Fans am 4.7. oder „Rocketman“ am 18.7.). Wenn ihr bei solchen musikalischen Filmen einfach selbst mitsingt, kommt vielleicht auch schon Konzert-Feeling auf! An den Freitagen und Sonntagen erwarten euch Entertainment-Garanten wie „Joker“ (am 10.7.; mein Lieblingsfilm letztes Jahr) oder „Knives Out“ (am 17.7.; Auweia, den muss ich endlich nachholen!). Aber auch erlesene Neuheiten wie der genüsslich gespielte „Emma“ (am 5.7.) werden euch die ungemütliche Corona-Zeit schnell vergessen lassen.

Fehlen darf auch die Donnerstagsreihe nicht – wer dieses Jahr mit Oscar-Gold ausgezeichnete Highlights wie „Jojo Rabbit“ (9.7.), „1917“ (30.7.) oder den koreanischen Überraschungs-Hit „Parasite“ (25.6.) noch nicht kennt, sollte sich die Spielzeiten unbedingt vormerken! Weitere Preisträger wie „Little Women“ haben wir für August bereits auf dem Zettel.

Juchu, es geht wieder los!

Mit Filmemachern in die weite Welt

Seid ihr genauso wie ich noch verunsichert bei dem Gedanken, direkt wieder ins Flugzeug zu steigen und die weite Welt zu bereisen? Und habt ihr genauso keinen Bock auf Autobahn-Staus und überfüllte Ostsee-Strände? Unser etablierter Outdoor-Doku-Montag bringt nicht bloß Urlaubsgefühle nach Chemnitz (Cocktails schlürfen im Liegestuhl!), sondern auch die dazugehörigen Gäste: Am 20.7. beispielsweise dürfen wir von Dennis Kailing höchstpersönlich erfahren, wie es so ist, die Welt auf dem Drahtesel zu umrunden. Ich schaff’s mit dem Rad zwar nicht mal den Kaßberg hoch, bin auf „Besser Welt als Nie“ aber trotzdem total gespannt!

Auch zu „Über Grenzen: Der Film einer langen Reise“ am 6.7. und „Couch Connections“ am 13.7. erwarten wir die Filmemacher selbst auf dem Theaterplatz, wo ihr ihnen Löcher in den Bauch fragen dürft.

Mulan, Tenet & Co.? Daumen drücken…

Tja, und wie geht’s weiter? Es ist kein Geheimnis, dass viele Filmverleiher noch zögerlich mit ihren Neustarts umgehen oder diese bereits verschoben haben. Das bedeutet leider, dass sowohl der neue Bond als auch „Wonder Woman 1984“ oder „Top Gun: Maverick“ erst 2021 über die Filmnächte-Leinwand flimmern werden.

ABER: Noch gibt es Hoffnung, dass Disney mit ihrer Live-Action-Variante von „Mulan“ und Christopher Nolans „Tenet“ unseren Blockbuster-Hunger noch in den Sommermonaten stillen werden. Bestimmt laufen die Telefone im Filmnächte-Büro bereits heiß, um mit Verleihern und Partnern zusammen eine flotte, hoffentlich positive Entscheidung herbeizuführen.

 „Alles, was ich für Sie habe, ist ein Wort: Ten…denziell“

 

In jedem Fall haben wir sämtliche Indie- & Festival-Neuheiten im Blick und versuchen auch, euch mit Berlinale-Hits wie „Undine“ oder „Berlin Alexanderplatz“ einige taufrische Kino-Erlebnisse präsentieren zu können.

Sommer ist, was auf unserem Platz passiert

Zwar ließen sich coronabedingte Einsparungen und eine Reduzierung des Platzkontingents nicht vermeiden, dies bringt sonderbarerweise aber auch ein paar Vorteile mit sich: Ihr habt mehr Platz, müsst beim Aufstehen über niemanden drüberkrabbeln und könnt erstmals auch zum normalen Preis regengeschützt sitzen (früh kommen sichert Plätze!). Und dass der Werbeblock geschrumpft ist, dürfte euch ebenso kaum stören…

Also, kommt alleine, als Pärchen oder Familie, von mir aus auch in mittelgroßen Scharen, bitte ohne Schnupfennase, dafür aber mit Maske im Gepäck und mit ganz viel Lust auf Kino, große Emotionen und auf laue Sommernächte. Bis dahin!

Es gibt keinen falschen Sommer, höchstens falsche Kleidung – aber wir haben auch nichts gegen etwas mehr Sonnenschein und wärmere Temperaturen als zur Eröffnung… 😉

Hey, was TUN die denn da vorne?

Als ich erstmals vom Konzept hörte, zusätzlich zu 23 Minuten Werbung verschiedenen sozialen (?) Projekten vorm Publikum ein Podium zu geben, war ich… skeptisch. Bei den Filmnächten will ich mich ausgiebig mit Freunden unterhalten, die Weinkarte durchprobieren und anschließend einen Film genießen, ohne jedes Mal gleich die Welt retten zu müssen.

Was denn jetzt noch…

Und wenn man nicht gerade das Charisma von Bjarne Mädel besitzt oder zufällig Regisseur des gezeigten Film ist, hören die Besucher einem wirklich zu? Die mäßig besuchten „Theaterplatz-Gespräche“ sowie unsere Moderation als Programmbeirat aus dem Vorjahr ließen mich zweifeln. Zudem kam „TUN“ kurz vor Saisonstart etwas ‚holterdipolter‘ ins Spiel und erschien mir erklärungsbedürftig (tatsächlich berichtete die Freie Presse zuerst mit Buchstabendreher „15 Minuten TON“ darüber).

Dinge, die gehört gehören!

Seit August 2019 ist es nun aber Realität, dass sich vor jeder Filmvorführung Vereine, Initiativen oder auch Privatpersonen mit ihren Herzensdingen präsentieren – und es funktioniert! Man wird nicht um seinen filmischen Feierabend gebracht, sondern erfährt ganz nebenbei, wofür sich Chemnitzer einsetzen, wofür sie brennen und was sie so halt so tun. Und darf das unterstützen, muss aber nicht.

Schon jetzt wird deutlich: „TUN – 15 Minuten für dein Projekt“ könnte ein fester Baustein des Filmnächte-Erlebnisses werden, auf den man als Gast immer wieder gespannt sein darf. Ein paar Eindrücke:

Persönliche Lieblingsprojekte des Kuratoriums

Für das stimmige TUN-Programm verantwortlich ist natürlich das fünfköpfige, ehrenamtlich engagierte Kuratorium. Mich hat interessiert: Bei den vielen Bewerbungen, welcher Kurator wollte welches Projekt unbedingt dabei haben? Lassen wir sie einfach mal zu Wort kommen…

Spendensparschwein Rosalie

Isabelle Weh, Leiterin des Fritz-Theaters in Chemnitz

Müsste ich ein Lieblingsprojekt wählen, wäre es das Spendenschwein Rosalie. Es erfüllt im Kleinen alle Kriterien für TUN, macht einen Menschen für einen kleinen Zeitraum glücklicher; jemand tut aktiv mit seinen Möglichkeiten etwas für andere und beweist, dass man einfach loslegen kann, ohne einen richtigen Verein oder eine Institution im Rücken zu haben. Meine persönliche Meinung ist eh, wenn jeder darauf achten würde, dass es den Leuten im eigenen Umkreis gut geht, dann würden diese Kreise immer weitere Kreise schlagen, bis sie irgendwann wieder bei uns selbst ankommen.

KARREE49

Malte Ziegenhagen, Kapitän der Niners Chemnitz

Für mich ist das KARREE49 ein sehr interessantes Projekt. Wie auch ich selbst, hat es sich zum Ziel gesetzt, auf dem Sonnenberg etwas zu bewegen und aufzubauen. Ich bin gespannt, wie die Organisatoren das Projekt planen und bezahlen, aber auch wie es möglicherweise einen Großteil der Einwohner des Sonnenbergs verpflegen kann. Gibt es Ideen, lokale Bürger mit einzubeziehen oder ist es ein autonomes Projekt, das als Privatunternehmen zu verstehen ist? Auf jeden Fall freue ich mich riesig, dass dieses Projekt bei TUN dabei ist.

Solidarische Landwirtschaft

Christian Fuchs, Journalist

Ich mag am meisten die Solidarische Landwirtschaft „Hof zur bunten Kuh“. Dort kommen Menschen zusammen, pflanzen, jäten und ernten gemeinsam an der frischen Luft. Wer miteinander Gemüse anbaut, hasst sich nicht. Und am Ende gibt es auch noch eine leckere Belohnung – fair und regional produziert.

Wahlkampf für die Demokratie

Ulrike Nimz, Journalistin

Besonders überzeugt haben mich die Buntmacher*innen und ihre Idee eines überparteilichen Haustürwahlkampfes, mit dem sie Nichtwähler überzeugen wollen, am 1. September doch noch ihr Kreuz zu machen. Zum ersten Mal gehört habe ich von der Initiative nach den rassistischen Ausschreitungen im August 2018, ich war als Reporterin vor Ort. So erschreckend die Ereignisse vor einem Jahr waren – sie haben auch dazu geführt, dass mehr Menschen Haltung zeigen und überlegen, wie sie das Leben in der Stadt mitgestalten können. Ich selbst habe fünf Jahre lang in Bernsdorf gewohnt und mag das Viertel noch immer. Auch deshalb ist mir das Projekt nah.

Lukas Stern e.V.

Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz

Neben dem bereits genannten Spendenschwein Rosalie ist mein Favorit der Lukas Stern e.V., deren Einsatz mich sehr berührt hat. Sie arbeiten beständig mit schwerkranken Menschen -vorwiegend Kindern- und erfüllen, unter sicher starken emotionalen Belastungen, deren manchmal auch letzte Wünsche. Ich habe selber Kinder und bin zutiefst betroffen von dem, was diese Familien durchmachen. Momente von Glück zu schenken, Beistand zu leisten und Wegbegleiter zu sein, ist eine kaum zu würdigende Leistung und zeigt ein Maß an Mitmenschlichkeit, das nachdenklich, demütig und zugleich Mut macht. Ich möchte dem Lukas Stern e. V. im Namen des gesamten Filmnächte- und TUN-Teams danken und hoffe, dass unser Beitrag dabei hilft, diese wichtige Arbeit zu unterstützen.

„Erwähnen möchte ich noch, dass ich glücklich darüber bin, dass unsere Besucher zum großen Teil aufmerksam die Projektvorstellungen verfolgen und jeden Tag Spenden gesammelt werden konnten. TUN wirkt! Mein Dank gilt überdies allen, die an TUN mitwirken, hervorgehoben sei mein Mitinitiator Volker Tzschucke / Zauberberg Medien und meine Mitstreiter im Kuratorium, welche sich allesamt ehrenamtlich engagieren.“ (Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz)

Im August 2019 wurde aus einer Idee auch Wirklichkeit: Festivalleiter Michael Claus und Mitinitator Volker Tzschucke zeigen die TUN-Spendenbox

Mamma Mia vs. Dirty Dancing – Das Duell

In der einen Ecke: Meryl Streep in Hosenträgern. In der anderen ein 17-jähriges Mädchen, das eine zylinderförmige Wassermelone trägt – bereit, allerhand schmutzige Tricks anzuwenden…

Es sind zwei „Big Player“ im Kultfilm-Sektor, bewaffnet mit Ohrwürmern, Dancing-Skills und ganz viel Gefühl: der Tanzfilm „Dirty Dancing“ einerseits und die Musical-Verfilmung „Mamma Mia!“ andererseits. Beide sind fest verankert im Filmnächte-Kanon. Doch welcher hat im direkten Vergleich die Nase vorn? Ring frei für dieses Duell!

Filmszene aus "Mamma Mia!": Meryl Streep und Freundinnen laufen entschlossen und singend nach vorne

„Auf in den Kampf!“

Runde #1: Handlung und Schauspieler

Auch wenn keiner der verantwortlichen Drehbuch-Autoren mit bahnbrechenden Twists um sich wirft, funktioniert gerade „Dirty Dancing“ mit seiner romantischen Story rund um die beinahe erwachsene „Baby“ und Tanzlehrer Johnny Castle.

„Mamma Mia!“ hingegen folgt seiner Musical-Vorlage und gibt sich als überaus spaßige Verwechslungskomödie, die übrigens vor echter Urlaubs-Idylle in Griechenland gedreht wurde. Die sahnige Schauspieler-Riege rund um Meryl Streep, Colin Firth, Amanda Seyfried & Co. holt auch wirklich das Beste aus der konstruierten „Who’s Your Daddy?“-Handlung heraus, aber am Ende geht dieser Punkt knapp an Jennifer Grey und Patrick Swayze, die ihren eigentlich ebenfalls recht seichten Figuren viel Leben einhauchen.

Gewinner: Dirty Dancing

Sieger der Herzen: die ABBA-Urgesteine Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die ihre Gastauftritte in „Mamma Mia!“ rocken (als Pianist und als griechischer Gott verkleidet!)

Filmszene aus "Dirty Dancing": Tanzlehrer hebt Schülerin im Wasser stehend hoch für Hebefigur

Runde #2: Erfolg und Beliebtheit

Wenn Hollywood-Stars die Pop-Hits von ABBA schmettern, singen auch die Filmstudios mit: „Money, Money, Money“! Mit 610 Millionen Dollar landete „Mamma Mia!“ im Startjahr 2008 auf Platz 3 der erfolgreichsten Filme. In Griechenland und Großbritannien genießt das Musical die größte Anerkennung und gilt dort als meistverkaufte DVD.

Fast 20 Jahre zuvor eroberte der Kontrahent „Dirty Dancing“ die Lichtspielhäuser (214 Millionen Dollar weltweit). Heute posiert er auf Platz 20 der erfolgreichsten Filme in Deutschland und darf mit einer Oscar-Trophäe für den besten Filmsong angeben.

Während „Dirty Dancing“ mit einer kurzlebigen Fernsehserie und einem verstoßenen Remake ohne würdigen Nachfolger lebt, beglückte 2018 die Neuauflage „Mamma Mia! Here We Go Again“ alle ABBA-Fans (mit moderatem finanziellen Erfolg).

Auf Bewertungsportalen fallen beide Kandidaten übrigens eher in die Schublade „Guilty Pleasure“: „Dirty Dancing“ müht sich bei IMDb auf 7,0, „Mamma Mia!“ erreicht nur 6,4 Punkte (die Metacritic-Scores sind mit 65 und 51 noch düsterer). Am positivsten ist der Audience Score auf Rotten Tomatoes mit 66% für „Mamma Mia!“ und durchschlagenden 90% für „Dirty Dancing“. Dem haben wir nichts hinzuzufügen…

Gewinner: (wieder) Dirty Dancing

Sieger der Herzen: Pierce Brosnan, der sich über eine goldene Himbeere als schlechtester Nebendarsteller „freuen“ darf

Filmszene aus "Dirty Dancing!": Tanzlehrer Johnny Castle und Schülerin Baby stehen vor einem Mikrofon

Runde #3: Musik und Tanz

Im Prinzip die Königsdisziplin, denn was wären diese Kultstreifen ohne Patrick Swayzes Mambo-Tanzkünste oder die schwedischen ABBA-Evergreens…? Eben, keine Kultstreifen!

Beide Werke brachten Songs mit enormer Ohrwurm-Qualität hervor, wobei sich „Mamma Mia!“ an der kongenialen Vorlage bedienen durfte und wohl jeder den ein oder anderen ABBA-Songtext im Langzeitgedächtnis abgespeichert haben dürfte (hier könnt ihr mitsingen!). „(I’ve Had) The Time of My Life“ allerdings schnappte sich 1988 den Oscar für den besten Filmsong und der „Dirty Dancing“-Soundtrack verkaufte sich wie gekühlte Wassermelonen im Hochsommer.

Unterm Strich jedoch ist nicht nur ABBAs mit Platin-Alben überquellende Diskografie der entscheidende Trumpf, sondern auch der mit verspielter Leidenschaft singende und tanzende „Mamma Mia!“-Cast. Verdienter Punkt!

Gewinner: Mamma Mia!

Sieger der Herzen: sämtliche Tanzsequenzen aus „Dirty Dancing“, die Mambo und Merengue wieder salonfähig machten

Werbe-Bild für "Mamma Mia!": Der Haupt-Cast rund um Meryl Streep und Amanda Seyfried im Torbogen

Bonus-Runde: Bei den Filmnächten

Gruppenbild vor Filmnächte-Fotowand zu "Dirty Dancing" mit Utensilien wie Wassermelone

Beide Events scheinen bei den Filmnächten Chemnitz ein Abo auf gefüllte Sitzreihen und den begehrten Samstags-Slot gebucht zu haben. Vom allerersten Jahr an, also seit 2011, zieht besonders „Dirty Dancing“ die tanzwütigen Massen an – den Höhepunkt gab es 2017 mit 1006 Gästen! 2015 übrigens heizten rekordverdächtige 30 Grad zusätzlich die Stimmung an.

Die ABBA-Nacht ist zwar erst seit 2014 regelmäßig im Programm, knackte letztes Jahr mit 919 Besuchern aber ebenfalls die „ausverkauft“-Marke (da lief übrigens der neue Teil, „Mamma Mia! Here We Go Again“). Trotz eher ungemütlichen 14 Grad!

Bezüglich Rahmenprogramm, Deko und anschließender Party übertrumpfen sich beide Kontrahenten gegenseitig: synchron geschwungene Wunderkerzen, knallbunt gekleidete Gäste wie auch Mitarbeiter, vorgeschaltete Tanzkurse und tolle Show Acts auf dem Theaterplatz.

Welche der beiden Nächte dieses Jahr (2019) am schönsten war? Entscheidet selbst und werft einen Blick in unsere Foto-Galerie zu Dirty Dancing und ins Fotoalbum zu Mamma Mia!, bevor wir zur Duell-Auswertung kommen.

Gewinner: Beide!

Sieger der Herzen: „The Big Lebowski“, der Filmnächte-Kultfilm für die Männer

And the winner is…

Machen wir uns nichts vor. Vom Kultfaktor her ist natürlich „Dirty Dancing“ nicht zu überbieten, auch wenn „Mamma Mia!“ die größeren Ohrwürmer zu bieten hat und als amüsante Musical-Komödie auch Tanzmuffel begeistert. Trotzdem dürfen wir hier von einer klaren Entscheidung zugunsten des Tanzfilm-Urgesteins „Dirty Dancing“ sprechen!

SCHLINGEL-Talk: Was ihr zum Tageskino wissen müsst

„Sonne an, Film ab – Herzlich willkommen bei den Filmnachmittagen Chemnitz!“

… Naja, als Slogan ähnlich holprig wie so manche Wahlplakate. Aber zumindest halten wir unser Versprechen: Mit exquisitem Familienkino bespielen die Filmnächte jetzt auch tagsüber den Theaterplatz, und das zum ermäßigten Preis von 4 Euro! (jaja, Lounge und Abendkasse ist teurer)

Ist euch noch immer nicht geheuer, dass wir jetzt einen auf Cinestar, Bällebad und Jugendclub machen? Dann lest hier, was es mit dem Tageskino und der SCHLINGEL-Ferienkino-Woche auf sich hat.

Die Facts

Film-Marathon an jedem Wochentag

Vom 9. bis 16. August, also die ganze verbliebene Ferienwoche lang, flimmern jeweils drei Filme über den Theaterplatz: um 10.30 Uhr, 13.00 Uhr und 17.30 Uhr (bevor das reguläre Abendkino anschließt). Sonntag (11.08.) startet der erste Streifen ausnahmsweise erst 11.30 Uhr. Aber ihr seht: Unsere fleißigen Mitarbeiter-Bienchen sind den lieben langen Tag für euch und eure Kids am Start.

Den Anfang machten am Freitag (09.08.) „Die Unglaublichen 2“ von Disney Pixar

30 statt 18 Meter

Vorne thront eine LED-Leinwand, die stolze 30 Meter misst (12 Meter mehr als letztes Jahr!) und effektiv dem Tageslicht trotzt.

Schlanke 4 Euro

Wer im Vorverkauf zuschlägt (bis kurz vorm Einlass möglich), bezahlt 4 Euro (letztes Jahr waren’s noch 5). Plätze in der überdachten Lounge kosten 9 Euro. Tipp: Besonders gut sieht man tatsächlich im Parkett. Damit bleibt auch mehr Taschengeld übrig!

SCHLINGEL auf frischer Tat ertappt

Expertise für Kinder und junges Publikum steuert das Internationale Filmfestival SCHLINGEL bei, die für jede Altersstufe ein passendes Film-Bonbon organisieren konnten. Die „Ferienkino-Woche“ läutet SCHLINGEL-Direktor Michael Harbauer am Sonntag (11.08.) höchstpersönlich ein. Dazu läuft um 17.30 Uhr die preisgekrönte, französisch-belgische Komödie „Der kleine Spirou“.

Filmszene aus „Der kleine Spirou“

Ein Herz für aktuelle Filme

Mehr Slots im Programm sind immer gut! Heimliche Lieblinge des Filmnächte-Programmbeirats wie das Musical „Mary Poppins‘ Rückkehr“, das Drama „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ (in Kooperation mit Lukas Stern e. V.) oder auch der französische Tierfilm „Mia und der weiße Löwe“ (mit ECHTEN Löwen, hört ihr, Disney!?) blieben somit vom Rotstift verschont. Ganz explizit auch für Erwachsene geeignet!

Sonnencreme und Wasserflasche dabei?

Wie uns diverse Wetterfrösche flüstern, bleiben die Temperaturen glücklicherweise (!) unter 30 Grad. Dennoch sollten Eltern für ihren Nachwuchs (und andersrum) an ausreichend Sonnenschutz denken. Tipp für alle Fälle: Ein Schirm dient gleichzeitig als Regen- und als Sonnenschutz! Und um nochmal die Mama raushängen zu lassen: Genug trinken! Bis zu 0,5 Liter Wasser dürft ihr problemlos mitnehmen. Selbstredend sind aber auch unsere Gastro-Mitarbeiter professionell geschulte Durstlöscher.

Hotdogs!

Wie jeder Familienmensch mit IKEA-Erfahrung weiß, lieben Kinder Hotdogs. Deshalb ergänzt das beliebte Fast Food tagsüber unsere Kinotheke, die natürlich auch Nachos, Popcorn und Eis enthält – hungern soll keiner! Als besonderes Tageskino-Angebot gibt’s zudem zwei Getränke (Schorle, Limo) und ein kleines Popcorn für 8 Euro. Abschließender Tipp vom Fachmann für müde Eltern: KAFFEE!

Schmeckt natürlich auch Erwachsenen: Hotdogs!

Zum Schluss noch 3 Fragen an…
Christin Franz (Pressearbeit SCHLINGEL)

Filmnächte meets SCHLINGEL – eine vielversprechende Kombination, gerade für die Sommerferien. Wie ist die Kooperation denn zustande gekommen?

Die Idee war schon lange in den Köpfen der Orga-Teams verhaftet. Allerdings harmonierten die Starttermine der Abendveranstaltungen nicht wirklich gut mit der Zielgruppe. Durch die neue LED-Leinwand bietet sich nun die Möglichkeit, auch tagsüber Filme zu zeigen. Damit können wir das Chemnitzer Publikum endlich auch im Sommer und Open Air vor wunderschöner Kulisse in den Genuss von SCHLINGEL-Filmen vergangener Editionen kommen lassen.

Im Programm, das wir bunt und abwechslungsreich für alle Altersklassen erstellt haben, findet sich natürlich auch der eine oder andere Festival-Preisträger! Wir wünschen schon jetzt jede Menge spannende, actionreiche und unvergessliche Filmmomente!

 

Sorgt dafür, dass der SCHLINGEL in aller Munde ist: Christin Franz

Irgendwann ist immer das erste Mal: Können Sie einen Tageskino-Film für jüngere Kinder empfehlen, die noch nie im Kino waren?

Für Kinder ist ein Kinobesuch immer überaus aufregend. Eine Filmvorführung unter freiem Himmel zu erleben, ist einmal mehr ein großes Abenteuer, welches man den Kleinen nicht entgehen lassen sollte.

Wir favorisieren den Beginn der medialen Bildung bereits ab dem Vorschulalter. Speziell beim Kino bietet sich ein einzigartiges Gemeinschaftserlebnis inklusive der Möglichkeit für Diskussion und Austausch. Für ab 5-Jährige haben wir folgende Titel ins Programm gepackt: „Pettersson und Findus – Findus zieht um“ ist ein wirklich zauberhafter Film. Nicht nur der sprechende, freche und überaus quirlige Kater Findus, sondern auch der alte Pettersson werden die Herzen der Kinder im Sturm erobern. Für Mutigere, die Action lieben, empfehlen wir „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“, bei dem es um drei Tiere eines Bauernhofes geht, die kurz vor der großen Geburtstagsfeier plötzlich unschönen Besuch bekommen.

Oder aber unser Kurzfilmprogramm „SCHLINGELs kesse Kurzfilm-Knirpse“. In 2- bis 12-minütigen Filmen erwachen beispielsweise nachts die Bausteine oder Schneemänner wollen plötzlich einfach mal in den Urlaub. Jede Menge Spaß und viele Entdeckungen sind hier vorprogrammiert.

Wenn sich Schüler*innen über 12 Jahren in der letzten Ferienwoche nur einen einzelnen Film geben wollen, welchen würden Sie vorschlagen?

Je nach Interessenslage decken die Streifen für ab 12-Jährige verschiedenste Themenbereiche ab. So ist „Rock my Heart – Mein wildes Herz“ mehr als ein einfacher Pferdefilm. Auf berührende und mitreißende Weise wird die Geschichte von Familie, Freundschaft und dem Glauben an sich selbst erzählt. Im Zentrum stehen dabei der titelgebende Vollbluthengst „Rock my Heart“ und die 17-jährige Jana; beide Seelenverwandte, beide wild und rebellisch.

Der Film „Dessau Dancers“ hingegen bewegt sich auf der musikalischen Schiene und gibt überaus interessante Einblicke in die Breakdance-Szene der 80er Jahre in der DDR. Der Film punktet mit einer interessanten Story, sympathischen Figuren und schmissiger Musik. Mit „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ kommt nun die Vorgeschichte zur erfolgreichen TV-Serie auf die große Leinwand. Auch der Kinofilm basiert auf den Erlebnissen des spanischen Erfolgsautors Albert Espinosa und berührt sicher jeden Zuschauer.

Ich bin mir sicher, für jeden ist etwas dabei. Also, schnappt euch eure Freunde und verbringt eine entspannte Kino-Zeit mit SCHLINGEL-Filmen bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz.

Die 5 besten Tatortreiniger-Episoden

Witziger als „Mord mit Aussicht“, subtiler als „Stromberg“ und wahrscheinlich intelligenter als alle 6815 „GZSZ“-Folgen zusammen – „Der Tatortreiniger“ gehört zum Besten, was das deutsche Fernsehen bislang zustande gebracht hat. Dank zahlreichen Preisen und einer geradezu missionarischen Fangemeinde ist die 31-Episoden-Serie längst kein Geheimtipp mehr.

Egal, ob ihr dem kleinbürgerlichen Gebäudereiniger Heiko Schotte schon verfallen seid oder bisher kaum Berührungspunkte mit der kammerspielartigen TV-Serie hattet, hier kommen 5 Tatortreiniger-Folgen, die man unbedingt gesehen habe sollte (in chronologischer Reihenfolge)!

Eine Übersicht zu allen Folgen findet ihr übrigens auf der Website vom NDR.

Schottys Kampf (Folge #7)

Klar doch, der Nationalsozialismus war eine große Idee, die in den Kinderschuhen stecken geblieben ist… Mit solchen Thesen, aber auch mit einer modernen Hakenkreuz-Variante und Grobian ‚Bombe‘ ärgert sich Tatortreiniger Schotty im Hinterzimmer eines Heimatvereins herum. Hier soll er die Überreste eines von der Leiter gestürzten Neonazis wegputzen. Doch damit begnügt er sich nicht…

Dank perfekten Pointen, furios aufspielenden Nebenrollen und einfallsreicher Visualisierung zu Recht eine mit Kritikerlob und Awards überhäufte Folge aus der zweiten Staffel!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Schottys Kampf": Heiko Schotte vor einer Hitler-Büste

Auszeichnungen:

  • Grimme-Preis 2013 in der Kategorie „Unterhaltung“
  • Civis – Europas Medienpreis für Integration 2013 in der Kategorie „Fernsehen/Unterhaltung“

Angehörige (Folge #8)

Kann sich eine Episode zum Großteil in einer Kiste abspielen? Regisseur Arne Feldhusen drohte zuerst am unkonventionellen Drehbuch zu verzweifeln, zauberte dann aber doch ein Glanzstück auf den TV-Bildschirm. Statt Tod, Blut und Dreck trifft der Tatortreiniger in der makellosen Wohnung eines Zauberers auf „Fanny Fee“, einen engen Freund des Verstorbenen. Florian Lukas spielt den Homosexuellen nah am Klischee, letztlich aber doch mit viel Sorgfalt und Profil.

Unterhaltsam beleuchtete Themen wie Elternschaft, Schubladendenken und Selbstwertgefühl machen „Angehörige“ zu einer besonderen Empfehlung, auch wenn die Folge vielleicht der ‚typischste‘ Vertreter in unserer Liste ist.

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Angehörige": Heiko Schotte verkleidet mit Zauberei-Utensilien

 

Auszeichnungen:

  • Deutscher Regiepreis Metropolis 2014 in der Kategorie „Beste TV-Serie“ an Regisseur Arne Feldhusen

Der Fluch (Folge #17)

‚Schotty, der Schrecken aller Flecken, der putzt Schnecken aus den Ecken‘ – jep, diesmal sind sind weniger die Denker, mehr die Dichter gefragt! Als ihn sein neuster Auftrag in ein verwunschenes Schloss führt, verdonnert der titelgebende Fluch unseren norddeutschen Putzer dazu, unentwegt zu reimen. Wie sich später ein Gorilla in die Story einreiht und auf welches Wort sich absolut nichts zu reimen scheint, solltet ihr unbedingt selbst erleben!

„Der Fluch“ fällt mit seiner wahnwitzigen Reimkunst völlig aus dem Rahmen und wird gerade deshalb von Fans so gefeiert. Der Erlkönig wäre stolz!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Der Fluch": Heiko Schotte und Episodenrolle erschrecken vor einem Schatten

Auszeichnungen:

  • keine, aber hier braucht’s auch kein solches Geschleime!

Pfirsich-Melba (Folge #21)

Vanilleeis, dazu Pfirsich-Scheibchen und Schlagsahne – selbst wenn Schotty die blutigen Überreste des ermordeten Eiscafé-Besitzers Alfredo wegwischt, dürftet ihr in „Pfirsich-Melba“ Appetit auf leckeres Eis bekommen. Das wahre Highlight ist aber die Episodenrolle von Björn Meyer, der mit viel Fingerspitzengefühl einen unsicheren Autisten spielt. Über eine brenzlige Situation im Kühlraum und die bewegende Auflösung wollen wir an dieser Stelle jedoch nichts verraten.

Was sich in einer gewöhnlichen Eisdiele mit schlagartig wechselnder Tragik, Komik und Suspense abspielt, ist ganz großes Fernsehen!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Pfirsich-Melba": Heiko Schotte mit einem Eisbecher

Auszeichnungen:

  • Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016 in der Kategorie „Bester Schauspieler – Nebenrolle“ an Björn Meyer
  • die vielleicht höchstmögliche Würdigung: Bjarnes persönliche Lieblingsfolge!

Sind Sie sicher? (Folge #25)

So, Verschnaufpause ist vorbei! Nach dem philosophischen Larifari aus den bisherigen Folgen wird jetzt wieder tüchtig geschrubbt – und zwar unter Aufsicht des strengen Geschäftsführers einer Consulting-Firma. Dort werden Toilettengänge per Stoppuhr gemessen und Mitarbeiter mit Psychospielchen an ihre Grenzen getrieben. Auch Tatortreiniger Heiko Schotte sieht sich schließlich damit konfrontiert: Hat sein Chef hier tatsächlich einen Mitarbeiter-Evaluationstest in Auftrag gegeben?

Eine brillant mit Bluffs und Wortwitz gespickte Abrechnung mit karrieregeilen Arbeitstieren und dem Leistungsdenken unserer Gesellschaft. Toll, dass die Serie auch in der vorletzten Staffel noch richtig glänzt!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Sind Sie sicher?": Heiko Schotte sitzt über einem Blutfleck

Auszeichnungen:

  • 2018: Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2018 in der Kategorie „Bildung“ an Drehbuchautorin Ingrid Lausund aka Mizzi Meyer

Sicher habt ihr eure eigene Lieblingsfolge? Oder seid ihr als Neueinsteiger zumindest neugierig geworden? Lest gerne weiter, wenn ihr in der Region Chemnitz wohnt…

Die letzte Staffel zur großen Tatortreiniger-Seriennacht

Dass nicht nur das Filmnächte-Team, sondern auch die Chemnitzer riesige „Tatortreininger“-Fans sind, haben sie 2018 eindrucksvoll bewiesen. Ein bis auf die letzte Bierbank besetzter Theaterplatz, dazu die unermüdlichen Stars Bjarne Mädel und Arne Feldhusen live vor Ort – unvergesslich.

Filmnächte-Team zusammen mit Regisseur Arne Feldhusen und Schauspieler Bjarne Mädel

Was soll man anderes sagen als: DANKE für diesen Abend, danke für diese Serie!

Dieses Jahr (am Dienstag, den 6.8.) wird die finale Staffel gezeigt. Richtig gehört, nach insgesamt 31 Folgen ist leider endgültig Schluss. Für das große Serienfinale, die unkonventionelle „Einunddreißig“, gab es sogar noch eine Grimmepreis-Nominierung für die „Kunst, eine Serie zu beenden“.

Außerdem tauchen dort allerhand bekannte Gesichter (25 Figuren!) aus früheren Staffeln auf. Sogar Regisseur Arne Feldhusen hat einen Mini-Auftritt.

Vor dem Finale: Diese Folgen sollte man noch gesehen haben

Die obenstehenden 5 Empfehlungen sind bereits ein gutes Fundament, aber folgende Episoden solltet ihr euch zusätzlich reinziehen, um möglichst viele Anspielungen der letzten Staffel mitzunehmen:

  • Ganz normale Jobs (Folge #1): Damit fing 2011 alles an! Und die Eröffnungsfolge macht heute immer noch großen Spaß. Einen Anteil daran tragen auch zwei Ermittler aus „Polizeiruf 110“, deren Cameo-Auftritte sich bis zum Serien-Ende durchziehen.
  • Bestattungsvorsorge (Folge #19): Die beiden zankenden Bestatter sind wohl die am häufigsten auftretenden Sidekicks, die hier eine komplette Folge spendiert bekommen. Natürlich schneien sie auch in der allerletzten Episode vorbei.
  • Freunde (Folge #24): Eine illustre Clique besteht rund um den Tatortreiniger, die man hier auf amüsante Weise kennenlernt. In Folge #29, „Rebellen“, kommen die Freunde abermals zusammen und philosophieren über -haltet euch fest- Filzgleiter.
  • Anbieterwechsel (Folge #22): Ständig wird über sie gesprochen: Schottys Angebetete, Merle. Am Ende von „Anbieterwechsel“ begegnen wir ihr endlich und fiebern bei einer Liebeserklärung mit… Im Serienfinale spielt sie dann eine Schlüsselrolle.

Allein ins Kino – Ein Plädoyer

Ich behaupte mal ganz lässig, kein Mof zu sein. Dennoch gehöre ich zu den eigentümlichen 13% aller Menschen, die (auch) allein ins Kino gehen (laut FFA). Im Rückblick ist dieser Wert übrigens schon gestiegen, 2013 waren es nur 10%.

„Aber… man geht doch nicht allein ins Kino!?“

Selbst eine Mini-Umfrage im cineastisch geprägten Filmnächte-Programmbeirat zeigt: Die Mehrheit zieht eher selten (10% aller Filmsichtungen) ohne Begleitperson los, manche sogar „NIEMALS!!“. Nur ein Kollege konsumiert Kinofilme ähnlich wie ich häufig (2/3 aller Besuche) „allein, allein…“. Und er -kaum zu glauben- hat dabei Spaß!

GIF aus "Die fabelhafte Welt der Amelie": Amelie sitzt im Kino

Aus diesen stümperhaft erfassten Daten und meiner eigenen Erfahrung will ich hiermit eine Lanze brechen (*knack*) und Gründe darlegen, weshalb es sich lohnt, allein ins Kino zu gehen.

Euer Ehren, ich plädiere für Freispruch!

Grund #1 – Keine Kompromisse

Das ist auch gleich der offensichtlichste Grund: Schluss mit „Wenn, dann…“ und „Ja, aber…“!

Einige Beispiele:

  • Die Freundin rebelliert gegen Sci-Fi, der Arbeitskollege sträubt sich gegen Animationsfilme
  • Eure Kumpels gehen immer Samstagabend zur überteuerten Prime Time, die früheren Mitbewohner nur dienstags, ausgerechnet während eures Judo-Kurses
  • Hannah hasst Multiplex-Kinos, Peter kommt ungünstig zum Clubkino raus
  • Freund A hat den neusten Blockbuster längst gesehen, Freund B streamt ihn planmäßig im Heimkino und Freund C wollte sowieso lieber ins Theater…

Und verzweifelt ihr nicht auch daran, Weihnachten einen für die ganze Sippschaft geeigneten Kinofilm herauszufiltern, der nicht mit der durchgeplanten Festtags-Agenda kollidiert? Nach hitzigen Debatten läuft das meist darauf hinaus, dass man sich wie im Simpsons-Intro auf die heimische Couch zwängt und zum 100. Mal „Kevin allein zu Haus“ anguckt. Nichts gegen Kevin und altmodischen Slapstick, aber, puuuh…

Wer alleine loszieht, bestimmt hingegen Kino, Uhrzeit, Sitzreihe, Snacks und natürlich den Film selbst. Eine Freiheit, die auch Spontanität erlaubt. Schon mal dem wahnwitzigen Reflex nachgegeben, sich nach dem Abspann gleich in den nächsten Film zu setzen? Elektrisierend, ich kann’s nur empfehlen (Bezahlen nicht vergessen)!

Blog-Autor Jakob mit zwei Pokémon-Sammelkarten, draußen in der Chemnitzer Innenstadt

Nachmittags im Kino, und dann auch noch zu „Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu“ – nerdiger geht’s wohl nicht? Tja, ich konnte ja auch Zeit und Film selbst bestimmen…

Grund #2 – Völlige Hingabe

Gehört ihr auch zu denjenigen, die bei einer bewegenden Abschieds-Szene lieber nochmal in ihre Chipstüte greifen oder sich schmerzhaft auf die Zunge beißen, anstatt einfach eine Träne zu verdrücken? Wenn einen die neuen Kollegen oder unbekannte Schönheiten im Kinosessel flankieren, möchte man seinen Emotionen vielleicht sagen: „Bis hierhin und nicht weiter, ich bin unter Menschen!“

Dabei hat es der Film möglicherweise verdient, dass man sich seiner Handlung, den Motiven oder Bildern vollends hingibt. Wer alleine in der letzten Reihe sitzt, darf hingegen nach Herzenslust schluchzen, lachen und fluchen.

Für mich gehört dazu auch, die Armlehnen hochzuklappen, Schuhe auszuziehen und sich richtig in den Sitz zu fläzen. Ziemt sich nicht in der Öffentlichkeit? Stellt ihr’s einigermaßen bedacht an, sieht es doch keiner!

Luxuriöser Kinosessel mit Snacks und Kaffeebecher

Toll: Die besten Reihen im Luxussaal (hier das „Pollux“ in Paderborn) für sich alleine haben und in Ruhe einen Film genießen

Auch entgeht man so unsensiblen („Hey, ist nur’n Film, der Hund ist nicht wirklich tot“), nervigen („Das war ja soo klar…“) und überhasteten  („So, können wir los? Was gibt’s heute Abend zu essen?“) Kommentaren während oder nach dem Film. (Tatsächlich wurde ich mal MITTEN im Film, völlig kontextlos, von meinem Sitznachbarn gefragt: „Und du singst also im Chor?“)

 

Grund #3 – Trotzdem sozial

Lasst mich etwas ausholen: Habt ihr jemals in Betracht gezogen, alleine feiern zu gehen? Für die meisten ist es schon der blanke Horror, im Club seine Clique eine Viertelstunde lang aus den Augen zu verlieren. Als ich das Experiment vor einigen Jahren wagte, kam ich mit unzähligen Fremden ins Gespräch – eine tolle Erfahrung!

Auch alleine im Kino kann das gelingen, besonders nach dem Abspann. Einfach ungeniert ins Gefachsimpel der Nachbargruppe einsteigen oder auf das mürrisch grummelnde Pärchen hinter einem eingehen: „Euch hat’s wohl nicht so gefallen?“. Keine clevere Gesprächseröffnung nötig, das Topic ist ja glasklar. Ein bisschen Überwindung ist natürlich nötig, aber der innerliche Schubser lohnt sich.

Gerade in arthousigeren Filmen bemerke ich zudem immer häufiger Gäste ohne Begleitung, die bestimmt für einen Plausch zu haben sind (wenn nicht gerade ihr Interesse an einer Toilette größer ist). Genauso wie ihr wollten sie den Film jedenfalls unbedingt sehen.

Fakt ist: Während der Vorstellung quasselt man eh nicht, aber der anschließende Meinungsaustausch fehlt mir als ‚Kinosaal-Single‘ tatsächlich manchmal. Glücklicherweise geht das im Programmbeirat, aber auch im Internet oder auf Partys, sobald das Thema ‚Kino‘ aufploppt. Und sogar bei den Filmnächten! Der Programmbeirat wuselt fast immer in Biertisch-Reichweite oder in der Oscar-Lounge herum (Gesichter einprägen!), also gerne mal nach Filmende rüberkommen und ‚Hallo‘ sagen.

Ausgang der Filmnächte Chemnitz mit Schrifttafel "Schön, dass Du da warst."

Niemand will mitkommen? Heul doch! Oder geh halt alleine – willkommen bist DU nämlich trotzdem!

Und das Urteil lautet: Gönn dir, trau dich!

Kino funktioniert als Gruppenerlebnis. Aber egal, ob ihr mit eigenem Grüppchen oder alleine unterwegs seid – als Teil der Saalgemeinschaft eint euch kurzzeitig das gemeinsame Interesse am Film. Darüber hinaus hat es viele Vorteile, alleine im Kino aufzuschlagen: Flexibilität, 100%ige Konzentration auf die Leinwand und dennoch die Chance auf ein deutlich sozialeres Erlebnis, als zuhause allein eine DVD zu gucken.

Und, was bislang vielleicht nicht erwähnt wurde: „Masturdating“ tut jedem mal gut!

Wie sieht’s aus: Wart ihr schon mal alleine im Kino? Konnte ich ggf. eure ‚Geht gar nicht‘-Meinung ins Wanken bringen? Teilt es uns über Facebook oder per Mail mit.

5 Filme, 5 Cocktails für Weltenbummler

Gute Nachricht: Man darf sich wieder auf den Montag freuen! Nicht, weil „Game of Thrones“ mit neu gedrehten Folgen zurückkehrt, sondern weil wir zum Wochenbeginn offiziell den Filmnächte-Outdoor-Doku-Montag ausrufen. „Doku“ ist hierbei vielleicht irreführend – statt genuschelten Zeitzeugen-Interviews erwarten euch Outdoor-Geschichten echter Teufelskerle und Aufnahmen ungebändigter Natur.

Von ihren Abenteuern haben die Filmemacher nicht nur verschiedenfarbige Blessuren und neuen Lebensmut mitgebracht, sondern auch fünf geheime Rezepte für Erfrischungsgetränke, die sie uns freundlicherweise zugespielt haben. Gestatten, unsere Cocktails der Weltenbummler!

Barpersonal hinter der Theke bereiten Cocktails zu

Unsere Cocktail-Profis Sarah und Tom an „LuLu’s Cocktailbar“ in mixender Aktion

Blue Lagoon

Seit 2016 ist die E.O.F.T. mit ihren halsbrecherischen Outdoor-Clips nicht mehr aus dem Filmnächte-Programm wegzudenken. Damit ihr dieses Jahr einen kühlen Kopf bewahrt, während beispielsweise der Kilimandscharo auf Krücken (!) erklommen wird, empfehlen wir einen erfrischenden, azurblauen Blue Lagoon.

Seine leuchtende Farbe bekommt dieser beliebte Sommercocktail natürlich durch einen gehörigen Schuss Blue Curaçao. Dazu unter anderem köstliche Zitronenlimonade…

Genießen am: 22.07. zur „European Outdoor Film Tour Open Air“ (der starke Vorverkauf könnte vermehrten Andrang auch an der Cocktailbar bedeuten, also kommt besser rechtzeitig!)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Viel Trainingszeit bleibt nicht mehr bis heute Abend, deshalb einfach nach jedem Trailer kurz vom Bürostuhl aufstehen und wieder hinsetzen

Mann blickt auf weitläufige Gletscher-Gerölllandschaft, sein Mountainbike liegt daneben

Zur E.O.F.T werden diesmal mit dem Mountainbike sogar eisige Gletscher überwunden © Foto: Blake Jorgenson

Vampire denim

Bestimmt gut geeignet, um auf der nächsten Halloween-Party „Twilights“-Edward abzufüllen, dürft ihr diese Variation des klassischen Vampire-Cocktails schon mal an einem lauen Sommerabend testen.

Blutrote Grenadine und schneeweiße Sahne verschmelzen beim Vampire denim zusammen mit Vodka, Rum und Gin zu einer verführerischen Mischung, die Gefahr und Gänsehaut symbolisiert – passend zu „BERGE 150“! Eine Geheimzutat bleibt hier übrigens verborgen, die müsst ihr schon selbst herausschmecken…

Genießen am: 29.07. zu „BERGE 150 – Die Jubiläums-Filmtour des Deutschen Alpenvereins“ (Nachschlag übrigens am 12.08. zu „Projekt: Antarktis“, bei dem die Filmemacher höchstpersönlich vor Ort sind und ihr den Vampire denim erneut probieren dürft)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: ohne Hilfsmittel den Chemnitzer Sonnenberg erklimmen oder in den Tiefkühltruhen eines Supermarkts nach Crushed Ice graben

Filmszene aus "Nanga Parbat" von 1953, drei Bergsteiger mit Landkarte beraten sich

„Nanga Parbat“ von 1953, als Achttausender-Expeditionen noch nationale Mammutunternehmen waren © Foto: BERGE150

Blue Ocean ’19

Als nächstes bitte Sonnen- gegen Schwimmbrille tauschen, wir tauchen ab zur „International Ocean Film Tour“ (I.O.F.T.) – mit 700 Haien, einem Kriminalfall auf hoher See, Eisschollen-Surfern und musizierenden Weltumseglern (zum Programm). Garantiert keine „Käpt’n Blaubär“-Lügenmärchen, sondern so real wie schmelzende Polkappen…

Dazu servieren unsere holzbeinigen Barkeeper ihre feucht-fröhliche Cocktail-Kreation, den Blue Ocean ’19. Blue Curaçao sorgt hier abermals für den kristallklaren Meerwasser-Look, dazu fließen u. a. Vodka, Ananassaft und ein Spritzer leckerer Mandelsirup.

Genießen am: 05.08. zur „International OCEAN Film TOUR Vol. 6“ (war schon letztes Jahr eine gelungene Abwechslung zu diesem überrepräsentierten ‚Gebirge‘, von dem andauernd alle sprechen!)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Mutprobe im Freibad, z. B. Arschbombe vom 1-Meter-Brett, den „Bademeister-Report“ auf dem Smartphone gucken oder einfach mal NICHT rutschen

Drei Männer spät abends an der Meeresoberfläche beobachten einen Hai

Nur einer von insgesamt „7oo Sharks“ © Foto: International Ocean Film Tour

Grüne Witwe

Gerührt, nicht geschüttelt – die Grüne Witwe ließe sich selbst von James Bond nicht verführen. Dieser prickelnde Longdrink präsentiert sich als berauschendes Farbspiel aus Orangensaft, Blue Curaçao und Prosecco und wird ausnahmsweise mal nicht im Shaker, sondern an der frischen Luft zubereitet.

Dazu laden wir ein zur „Green Screen Tour“, die tierische Hauptdarsteller wie Polarwölfe, Kuckucksvögel und die knuffigen „Säbelzahnwürstchen“ (Nacktmulde!) auf dem Theaterplatz versammelt (zum Programm).

Genießen am: 19.08. zur „Green Screen Tour 2019“ (mit schmackhaften Brezeln, Popcorn und Cocktails sozusagen unser Filmnächte-Picknick im Grünen… bzw. im Grauen)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: auf dem Chemnitzer Schlossteich Enten verfolgen (per Tretboot!) oder versuchen, bei lustigen Tiervideos nicht loszulachen

Mystisch aussehende Fjorde, mit grünem Licht hell erleuchtet

Erlebt zur „Green Screen Tour 2019“ auch die Magie der Fjorde © Foto: Nautilusfilm

Gin-Lillet

Ende August macht sich vielerorts der sogenannte ‚post-vacation blues‘ breit. Ihr müsst deshalb aber nicht gleich einen 2-Jahres-Trip durch Afrika wagen, sondern könnt einfach nochmal bei den Filmnächten abschalten: „REISS AUS“ bildet den Abschluss unserer Outdoor-Reihe. Die Protagonisten selbst sind übrigens vor Ort, um von ihrer Reise zu erzählen!

Zum Saisonende will’s auch unser Bar-Personal nochmal wissen und serviert mit dem Gin-Lillet einen echten Ausreißer-Aperitif. Gurke und Eiswürfel sorgen für die nötige Abkühlung, Lillet Blanc und Gin zusammen mit frischen Thymian-Zweigen für den feinen Geschmack.

Genießen am: 26.08. zu „REISS AUS – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum.“ (übrigens, wer zu allen Outdoor-Montagen war und alle Weltenbummler-Cocktails probiert hat, bekommt von mir eine Trophäe)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Raus aus dem Alltag, also pünktlich Feierabend machen und sich vom Chef zu den Filmnächten einladen lassen

Doku-Protagonisten (Mann und Frau) im großen Landrover unterwegs nach Afrika

6 Monate Auszeit waren geplant für Ulli und Lena – schließlich wurde daraus eine knapp zweijähäriger Trip durch Westafrika © Foto: REISS AUS

Na, Durst bekommen? Möchtet ihr von weiteren Gastro-Themen lesen? Oder seid ihr erstmal daran interessiert, unseren Cocktail-Experten die vollständigen Rezepte abzuluchsen? Dann ihnen einfach ne Mail schreiben!

10 Filmnächte-Songs zum Mitsingen

Posted by Jakob Nützler. Categories: Uncategorized.

Am Lagerfeuer, im Chor, unter der Dusche. Irgendwo singt doch jeder! Dass man auch auf dem Theaterplatz leise summend oder fortissimo gröhlend in vertraute Melodien einstimmen darf, ist nur vielleicht nicht jedem klar. Dabei ist das Programm gerade dieses Jahr durchdrungen von echten Ohrwürmern.

Hier präsentieren wir euch 10 beschwingte Filmnächte-Songs aus der aktuellen Saison in chronologischer Reihenfolge – komplett mit Lyrics, damit ihr fleißig üben und mehr als bloß den Refrain mitsingen könnt. Dazu haben wir euch auch eine Youtube Playlist zusammengestellt. Also ölt eure Stimmbänder, holt die Feuerzeuge raus und fangt einfach an, mitzuträllern!

Übrigens: Konzerte klammern wir hier aus, sie hätten eine eigene Liste verdient.

1. Shallow (A Star Is Born)

Vor ausverkauftem Haus erwies sich „A Star Is Born“ als pompöse Ouvertüre für die diesjährige Filmnächte-Saison – und ich habe im Publikum bereits jemanden bemerkt, der die oscarprämierte Ballade „Shallow“ leise mitgesungen hat! Lady Gaga und Bradley Cooper geben hier alles (unvergesslich auch ihre gefühlvolle Performance bei den Oscars). Schnappt euch am besten einen Duettpartner und eifert ihnen nach!

Zugabe: Look What I Found (im Windschatten von „Shallow“ hätte hier aber jeder der übrigen 18 Original-Songs stehen können)

2. Weisstunoch (Gundermann)

Der mehrfach ausgezeichnete Musikfilm über den singenden Baggerfahrer Gerhard Gundermann ist der verträumte Sonderfall auf dieser Liste. Nicht ganz leicht ins Ohr zu kriegen, kaum auf Youtube zu finden – aber deutsche Songtexte, die direkt ins Herz gehen. Alexander Scheer mimt den DDR-Liedermacher und interpretiert seine Werke mit viel Respekt, wie diese Studio-Aufnahme von Weisstunoch” zeigt. Auf dass dieser Sommer nicht so schnell vorbei geht.

Die Lyrics bitte in diesem besonderen Fall separat aufrufen!

Zugabe: Linda (auch Regisseur Andreas Dresen stimmt behutsam zum vielleicht beliebtesten „Gundermann“-Song ein; hier der Text dazu)

3. Night Fever (Saturday Night Fever)

Kaum zu glauben, dass dieser Tanzfilm von 1977 nicht früher bei den Filmnächten lief. John Travolta sorgt darin für schillernde Bilder und heiße Moves, die Bee Gees für den unvergesslichen, noch und nöcher verkauften Soundtrack. Der ikonische „Night Fever“ ist sicherlich etwas hoch, um ihn optimal nachzusingen, damit aber der perfekte Song zum Vorglühen und Feiern. Wo bleibt die „Saturday Night Fever“-Party, analog zu „Dirty Dancing“ und „Mamma Mia!“?

Zugabe: How Deep Is Your Love (genau der richtige Kontrast zum oft so ausgeflippten Disco-Klang der Bee Gees)

4. We Are The Champions (Bohemian Rhapsody)

Wie soll man bei einem Biopic über die wahrscheinlich größte Rockband aller Zeiten bitteschön nicht mitsingen?! Eben. In den USA wurde deshalb eine Sing-Along-Version in die Kinos gebracht. Und im fulminanten Finale des Films dürfte es auch dem größten deutschen Gesangsmuffel schwer fallen, nicht zumindest zaghaft singend Teil des „We Are The Champions“-Chors zu werden – so ging’s mir jedenfalls, und ich bin nicht mal richtiger Fan!

Ratschlag zum Schluss: „Bohemian Rhapsody“ ist mit Abstand der stärkste Film im Vorverkauf. Also zögert nicht zu lange, falls ihr am 20.07. Freddie Mercury & Co. auf dem Theaterplatz erleben wollt!

Zugabe: Don’t Stop Me Now (schließt im Film direkt an „We are The Champions“ an und eröffnet die Credits – lasst euch also nicht aufhalten, sondern singt weiter!)

5. Rocketman (Rocketman)

Der erste Trailer zum Elton-John-Biopic ließ mich nach dem grandiosen Queen-Portrait eher kalt, doch inzwischen höre ich den Soundtrack rauf und runter – und singe mich mit „Rocketman“ und „Saturday Night’s Alright“ warm für unseren Musiksamstag am 27.07.! Laut Kritikern ist das Drama gar besser gelungen als „Bohemian Rhapsody“. Habt ihr’s schon gesehen? Taron Egerton erhielt von Elton John jedenfalls viel Lob für seine Performance – was ich gerne glaube, schließlich überzeugte er stimmlich schon im Animationsfilm „Sing“.

Zugabe: Saturday Night’s Alright (For Fighting) (die Strophen sind knifflig, der „Saturday“-Refrain umso spaßiger und einfach zu merken)

6. Mamma Mia (Mamma Mia!)

Keine Ausreden mehr: Dieses mit Meryl Streep, ABBA-Ohrwürmern und Sommer-Feeling gespickte Kult-Musical schreit einem „Sing mit!!!“ geradezu entgegen. Beide „Mamma Mia!“-Filme gibt’s ja inzwischen auch als richtige Sing-Along-Ausgaben. Unter den 24 gefeatureten Songs einen Stellvertreter auszuwählen, ist da eigentlich unmachbar. Also bleiben wir beim titelgebenden „Mamma Mia“. Schillernde Kostüme, eine amüsante Handlung und die anschließende Party sind Pflichtprogramm bei den Filmnächten – passt nur auf, dass ihr am nächsten Morgen nicht total heiser seid!

Zugabe: Lay All Your Love On Me (Habt ihr einen ABBA liebenden Mann, der sich nicht zu schade ist, hier mitzusingen? Dann haltet an ihm fest!)

7. (I’ve Had) The Time Of My Life (Dirty Dancing)

Wenn es ein Song verdient hat, als ultimative Filmnächte-Hymne betitelt zu werden, dann dieser Schmuseklassiker. Der 1988er-Oscar für „The Time Of My Life“ scheint im Rückblick so selbstverständlich wie Melonenbowle, Wunderkerzen und „Dirty Dancing“-Party bei den Filmnächten (am 10.08. auf dem Theaterplatz). Unterschätzt aber nicht, wie schwer die hohen Passagen mitzusingen sind – oder kümmert euch einfach nicht um die Tonhöhe, sondern fühlt einfach die Musik!

Zugabe: Hungry Eyes (gleich der nächste 80s-Hit, der im Film zur unvergesslichen Tanzunterricht-Szene eingespielt wird)

8. The Place Where Lost Things Go (Mary Poppins‘ Rückkehr)

Auch wenn die Lieder im Musical-Sequel nicht ganz die Klasse eines „Supercalifragilisticexpialigetisch“ erreichen, erschafft Emily Blunt mit „The Place Where Lost Things Go“ einen wundervollen, tröstenden Song über den Verlust der Familie Banks. Völlig verdient gab’s dafür eine Oscar-Nominierung – und einen Platz in dieser Liste.

„Mary Poppins‘ Rückkehr“ landet bei uns 17:30 Uhr im Tageskino und läuft natürlich auf Deutsch – hier präsentieren wir aber das Original (sogar mit Filmszene aus der offiziellen Sing-Along-Edition). Mitsingen lässt sich natürlich auch die deutsche Version von Annett Lousan (hier die Lyrics).

Zugabe: A Cover Is Not The Book (jetzt aber noch was Fröhliches, bei dem die verantwortlichen Zeichentrick-Künstler und „Hamilton“-Star Lin-Manuel Miranda richtig zeigen dürfen, was sie drauf haben)

9. Speechless (Aladdin)

Gleich nochmal Disney, diesmal ein waschechtes Remake! Trotzdem werdet ihr „Speechless“, kraftvoll vorgetragen von Naomi ‚Jasmin‘ Scott, nicht sofort mitschmettern können. Die Ballade wurde unter anderem von den Komponisten von „La La Land“ eigens für den 2019er „Alladin“ geschrieben. Ein sicherer Oscar-Song für 2020? Möglich, bei mir weckt er Erinnerungen an Disneys „Let It Go“. Julia Scheeser singt übrigens in der deutschen Übersetzung „Ich werd niemals schweigen“. Und das solltet auch ihr nicht, wenn ihr am 16.8. zur Film-Vorstellung vorbeischaut – egal wie ausgefeilt eure Stimme ist!

Zugabe: Friend Like Me (Klassischer Disney-Hit, diesmal verziert von Will Smiths Rap- und Beatbox-Einlagen)

10. All You Need Is Love (Yesterday)

Nach Queen und ABBA nun also zum dritten Mal die Mammutaufgabe, lediglich EINEN Song aus dem umfangreichen Repertoire einer Top-Band auszuwählen: den Beatles! Weil „All You Need Is Love“ wohl das große Sing-Along-Finale der Musik-Komödie „Yesterday“ darstellt, fällt die Wahl auf eben diesen Chartstürmer von John Lennon und Paul McCartney. Die Prämisse des Films, der am 21.07. läuft, klingt echt amüsant: Nach einem Stromausfall kann sich keiner an die Beatles oder ihre legendären Pop-Hits erinnern, außer ein erfolgloser Singer-Songwriter… Schauspieler Himesh Patel macht hierbei eine echt gute Figur dabei, „Yesterday“ &. Co nachzusingen! Aber hört selbst.

Zugabe: Let It Be (aber mal ehrlich, wer braucht dazu noch einen Songtext?)

So umwerfend war die Filmnächte-Eröffnung

Daheim

Der erste Filmnächte-Abend einer Saison bedeutet für mich, nach Hause zu kommen. Alles ist so vertraut: die herrlich beleuchtete Kulisse, das herzliche Team. Die Leinwand, bei der ich mich immer an eine Hüpfburg erinnert fühle. Der Eins-Energie-Werbespot. Die plötzlich einsetzenden Kirchenglocken, die meinen, einen oscarprämierten Song mit ihrem Klang veredeln zu müssen. …Einfach eine Atmosphäre, die es sonst nirgendwo anders gibt!

Daheim – aber nicht allein. Glücklicherweise steht im ‚größten Wohnzimmer der Stadt‘ auch das ‚wahrscheinlich größte Sofa von Chemnitz‘, damit JEDER einen Platz findet.

Ausverkaufter Theaterplatz zur Eröffnung, Blick auf Leinwand, Oper und Petrikirche

Willkommen zurück – wir haben euch vermisst!

Drei Worte: Aus. Ver. Kauft!

Das hat in acht Jahren noch kein Eröffnungsfilm geschafft – nicht „Fack Ju Göthe“ (2014), auch nicht „Kundschafter des Friedens“ (2017) oder „Django Unchained“ (2013). Selbst der französische Feel-Good-Hit „Ziemlich beste Freunde“ (immerhin Platz 24 der erfolgreichsten Filme in Deutschland überhaupt) scheiterte 2012 am Unterfangen, den Theaterplatz vollzumachen.

Doch alle Anwesenden haben es Freitag selbst gesehen, gehört, erlebt: Die Filmnächte Chemnitz haben 2019 mit dem wundervollen „A Star Is Born“ einen astreinen Auftaktabend hingelegt und circa 950 Besucher angelockt. Es gibt also doch Alternativen zum Kosmonaut Festival!

Music is the Key

Musik verbindet, das war schon immer das Geheimnis. Ob im Vorfeld eingespielte Movie-Soundtracks (Chapeau an Deutschlandfunk Kultur für die stets gelungene Auswahl!), gemeinsames Mitsummen bei „Shallow“ oder auch durch Live-Musik.

Dem Facebook-Aufruf der Filmnächte, „A Star Is Born“ musikalisch einzuläuten, folgte unter anderem das Gesangs-Duo ELMA. Die beiden rufen nicht nur Erinnerungen an Bradley Cooper und Lady Gaga wach, sondern können auch hervorragend singen und Gitarre spielen!

Ob „Don’t Look Back In Anger“ oder „Believer“ – irgendein Ohrwurm begleitete sicher jeden Besucher auf dem Nachhauseweg. Dafür sorgte natürlich auch der ‚Haupt-Act‘ auf der großen Leinwand…

Gesangs-Duo ELMA performt auf der Bühne (Frau am Mikro, Mann an der Gitarre)

ELMA haben uns mit verträumten Songs wunderbar auf den Eröffnungs-Abend eingestimmt. Danke euch beiden!

Look what I found

Wenn ich an die entscheidende Programmbeiratssitzung zurückdenke, die das bewegende Liebesdrama als Eröffnungsfilm durchsetze, kann ich immer wieder sagen:

In einem Raum mit 10 Leuten, können 9 nicht an diesen Film glauben. Aber es braucht nur einen einzelnen, der es tut. Und das ist er: Festival-Leiter Michael Claus.

Ooooooder auch jemand anderes aus unserer Gruppe – keine Ahnung, wer letztlich auf „A Star Is Born“ bestand! Schließlich waren auch „Bohemian Rhapsody“, „100 Dinge“ oder „Der Junge muss an die frische Luft“ heiße Kandidaten für den Auftakt.

Wer die Anspielung eben übrigens nicht verstanden hat, unbedingt dieses amüsante Video angucken!

Always remember us this way

„A Star Is Born“ aber fängt das ‚Filmnächte-Gefühl‘ perfekt ein: Schmetterlinge im Bauch, Lieder, die nicht mehr aus dem Kopf gehen und eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Von allen bisherigen Eröffnungsfilmen lässt uns dieser nämlich auch mit dem größten Kloß im Hals zurück, sobald der Abspann einsetzt.

Filmszene aus "A Star is Born": Bradley Cooper am Klavier, Lady Gaga lauscht dem Gesang

Ob Bradley Cooper und Lady Gaga auch fernab des Sets zueinander gefunden haben? Wer weiß…

Damit ihr auf der nächsten Grillparty nicht nur vom Filmnächte-Opening berichten, sondern auch mit Fun-Facts glänzen könnt: „A Star Is Born“ ist das dritte Remake des Originals von 1937. Die Version von 1976 wiederum, mit Barbara Streisand als titelgebender Star, gewann ebenfalls den Oscar für den besten Filmsong (ein echter „Evergreen“, hört mal rein).

Für den 2019er-Aufguss nahm Bradley Cooper 18 Monate Gesangsunterricht; in sechs Monaten lernte er außerdem Klavier und Gitarre. Und führte selbst Regie – ein echtes Multitalent! Genauso natürlich wie Lady Gaga, die sich die Rolle, analog zur Film-Handlung, mit einer verführerischen Perfomance von „La Vie en Rose“ sicherte.

Und das war erst der Anfang

Sehr wahrscheinlich, dass ihr nicht ausreichend Zeit hattet, alle Geheimnisse des Theaterplatzes zu ergründen. Die chillige Oscar-Lounge am Rondell mitsamt rotem Teppich? Hab’s getestet, von dort hat man einen idealen Blick auf’s Geschehen! Kunstwerke von galerie17 und von Marian Kretschmer in den Filmnächte-Lounges? Unbedingt einen Blick wert!

Sicher, noch war nicht alles perfekt (Stichwort Akustik; der massige Bass hat die Lounge teilweise ganz schön durchgerüttelt), aber die Saison hält noch locker 70 Filme bereit, um diese Dinge glattzubügeln. Ich freue mich auf jede, bei der ich dabei sein kann. Schaut auch ihr einfach mal vorbei!

Fotos © Toni Kretschmer, newpic photography

Viertel vor Sommer: Alles zu Neuerungen & Aufbau

Posted by Jakob Nützler. Categories: Uncategorized.

In letzter Zeit mal mit Auto oder Straßenbahn am Theaterplatz vorbeigedüst? Dann dürften euch ein paar hervorblitzende weiße Zipfelmützen aufgefallen sein – die Gastro- und Lounge-Zelte stehen!

Seit fast 2 Wochen hämmern, schrauben, wuchten, schwitzen, malern, konstruieren, basteln und fachsimpeln bis zu 16 emsige Handwerker am Aufbau der Filmnächte Chemnitz. Teilweise am Wochenende und trotz Affenhitze. Völlig Banane! Und völlig verdient, dass wir deshalb mal genauer in Augenschein nehmen, wohin ab Freitag alle filmbegeisterten Chemnitzer pilgern.

Der große Wiederaufbau

Lastwagen auf dem Theaterplatz

„Nicht noch eine Baustelle….“ Aber hey, hier entsteht für Sie ein Freiluftkino!

Am Anfang war das Nichts…

…und ein leeres, ungenutztes Theaterplätzchen. Rückblende: Bei Nacht (aber ohne Nebel) treffen am Abend des 19.06. mehrere schwer beladene Lastwagen vor dem Opernhaus ein. Am darauffolgenden Morgen, lange noch vor dem ersten Knoppers, fällt der Startschuss für Produktions-Guru Markus Richter und sein Team. Unter Hochdruck wird alles entladen – das Abenteuer „Filmnächte-Aufbau 2019“ beginnt!

Der Aufbau ist, ganz ähnlich wie „Avengers“ oder auch „Kill Bill“, aufgesplittet in zwei spannungsgeladene Parts.

So endet die erste Hälfte nach einer knappen Woche für Lounge, Gastro-Pagoden und Cocktailbar, mit einem unbefriedigenden Cliffhanger: ein Kino ohne Leinwand und Stühle!

Eine kleine Verschnaufpause für alle Beteiligten ist das große Nachbarschaftsfest, welches am 29.06. auf dem Theaterplatz gastiert. Am 30.6. geht’s dann für die Filmnächte-Baumeister ins Endgame: Es bleiben 5 Tage für die nagelneue Oscar-Lounge, Airscreen-Leinwand, Büro- und Kassencontainer sowie gefühlt zweiundzwanzig weitere Elemente. Ein Zeitplan, enger gestrickt als je zuvor. Schaffbar? Vielleicht nur mit Zeitreisen…

Rekordverdächtig

Das aufwändigste Unterfangen steht gleich zu Beginn: 4 Lounge-Pagoden mit Zelten, Treppen, Zäunen und Schwerlastböden müssen hochgezogen werden. Und das gelingt den toughen Aufbau-Avengers sogar schneller als erwartet, auch dank Unterstützung eines opulenten Krans! Von dem liegen mir zwar keine Fotos vor – Augenzeugen berichten aber, er wäre ungefähr dreimal so hoch wie die Petrikirche!

Exorbitant sind auch die Zahlen rund um die Leinwand.

Deren Beschwerungen wiegen allein 18 Tonnen, damit Sturmtiefs trotz archaisch klingenden Vornamen nichts wegwirbeln können.

Genug des Vorgeplänkels, worauf dürfen sich Film-Fans denn nun freuen? Aufbau-Profi Markus Richter und Festival-Leiter Michael Claus haben mir ein paar Einblicke verschafft…

Neuerungen der Filmnächte-Saison 2019

Oscar-Lounge

Ihr seid gleich zu diesem Abschnitt vorgesprungen, gebt’s zu! Na schön: Am Rondell, auf den heiligen Stufen hinab zum Theaterplatz, thront erstmals die brandneue „Oscar-Lounge“. Ein exklusives, überdachtes Plätzchen hinter der Cocktailbar – ein bisschen also wie die Winkelgasse hinter dem „Tropfenden Kessel“.

Kundenevents wie XING Backstage haben das Areal bereits für sich entdeckt. Aber nicht nur Firmen frönen hier ausgelassen der Networking- oder Kinolust – auch der Otto-Normal-Gast darf in der Oscar-Lounge auf Liegestühlen chillen und mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen. Auch nach dem Abspann noch, zum Beispiel weil die Nachtlinie im Stau steht oder der Film einen so mitgenommen hat! Nur reguläre Platzkarten gibt es für diesen Bereich nicht zu kaufen.

Wie die Oscar-Lounge aussehen wird? Keine Ahnung, ganz ehrlich! Müsst ihr Freitag wohl selbst zum ‚Grand Opening‘ vorbeikommen…

Handwerker malert Holzplatte rot

Hoffentlich beißt sich das Rot nicht mit dem Filmnächte-Blau…

Parkett und Stühle

An den Stuhlreihen hat sich nicht allzu viel verändert – ich empfehle weiterhin, Sitzkissen mitzubringen. Zum Glück wurden jedoch die Abstände zum Sitznachbarn vergrößert, sodass keiner Angst haben muss, andere Besucher mit kleinsten Bewegungen beim Schluchzen, Schnäuzen oder Lachen physisch zu belästigen. Nice!

Um den Konzert-Veranstaltern zu John Fogerty, Amy Mcdonald & Co. Sorgenfalten beim ständigen Umbau zu ersparen, fällt der Parkett-Fußboden samt Lautsprecher-Armada weg. Bedeutet, dass Bierchen oder Cocktails sich nun nicht mehr auf den klobigen Boxen parken lassen, womit wir zum nächsten Punkt kommen…

Neues Soundsystem

Es ist zwar erstmal eine Testphase, aber die Sound-Technik der Filmnächte-Kindheit 2011 ist inzwischen erwachsen geworden: Nun ist Frontbeschallung für den gesamten Platz möglich! Zwei Lautsprecher sollen dieses Jahr von vorne für den guten Ton sorgen.

Dadurch überhört man auch auf den seitlichen Bierbänken oder als ‚Nachholer‘ am Gastro-Schalter keinen flotten Spruch mehr. Außerdem sollen generell Dialoge besser zu verstehen sein (auch in der Lounge, wo zusätzliche Lautsprecher installiert sind).

Für die Zukunft ist so endlich auch hochwertiger Surround-Sound denkbar. Bin gespannt, wie sich das Ganze in natura anhört – ihr auch?

Fazit: ‚Schnugglisch‘, wie der Sachse sagt!

Mir gefällt, dass die Filmnächte nicht auf der Stelle treten, sondern trotz Kostendruck immer etwas Neues wagen. Und was man davon bisher sieht, scheint wirklich gelungen!

Zudem ein großes Lob an die vielen fleißigen Beleuchter, Tischler, Sound-Experten und Helfer jeglicher Art – ab Freitag präsentiert sich der Theaterplatz dank euch in seinem schönstem Sommer-Dress, nämlich dem strahlenden Filmnächte-Blau-Gelb! Überzeugt euch selbst…

Zum Schluss noch 3 Fragen an…
Markus Richter (Produktionsleitung)

Mit wie viel Vorlauf vor der Saison beginnt dein Einsatz für die Filmnächte?

Die Planung startet bereits ein Dreivierteljahr vorher, wenn über Neuerungen und Verbesserungen gesprochen wird. Tatsächliche Meetings mit Ämtern, der Stadt etc. folgen dann etwa ein halbes Jahr vor Festival-Beginn.

Markus Richter in der Filmnächte-Lounge

Koordiniert und dirigiert sein Team, packt aber auch fleißig selbst mit an: Markus Richter

Wenn dir eine gute Produktions-Fee 100.000 € mehr zur Verfügung stellen würde, wofür würdest du die Knete investieren?

Natürlich für einen exzessiven Mallorca-Urlaub! Spaß beiseite, das Geld würde als erstes in eine hochwertige Parkett-Bestuhlung gehen. Danach wäre die Lounge dran, die man als Containermodell auf zwei Etagen aufteilen könnte –

im „Erdgeschoss“ gäbe es Popcorn, Getränke & Co., oben würden -mit perfekter Aussicht- die Lounge-Gäste sitzen.

Ein anderes Investment wäre eine stattliche LED-Leinwand – mit Firmen wie Samsung als Vorreiter sind die inzwischen so leuchtstark und funktionstüchtig, dass sie auch bei Tageslicht alles gut zeigen. Für die Zukunft auf jeden Fall ein spannendes Thema, das mit dem Tageskino ja bereits ausprobiert wird.

Wenn du nicht gerade bei 36 Grad an der Filmnächte-Kulisse werkelst – wie genießt du den Sommer am liebsten?

Ganz klar auf dem Rennrad – da ich in Dresden wohne, meistens den Elberadweg entlang. An der Ostsee widme ich mich auch gerne dem Segeln.

Bonus-Frage: Verrätst du, wo man am besten sieht und hört?

Aber nicht weitersagen, okay? Reihe 8-10, also tatsächlich ziemlich mittig im Parkett!

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