Seit „SMS für dich“ steht fest: Karoline Herfurth kann (auch) Regie. Wer sich letztes Jahr ins Kino wagte, dürfte die Trailer ihres neuen Films schon kennen: „Wunderschön“ wurde mehrfach verschoben. Corona halt, nichts Neues. Oder steckt auch ein bisschen Kalkül dahinter, dass die Dramödie nun am 4. Februar 2022, also rechtzeitig zum Valentinstag erscheint? Dabei ist der Regisseurin und Schauspielerin offenbar ein richtig guter Episodenfilm gelungen. Dieser bietet zwar Herzschmerz und vorwiegend Frauenrollen, aber besonders die Themen Selbstliebe und Schönheitsideal werden in den Fokus genommen. Auch, wenn ich den Film erst dahingehend abstempeln wollte: Eine Valentinstags-Schnulze für die DVD-Krabbelkiste bei Thalia ist „Wunderschön“ sicher nicht geworden.

Bin ich zufrieden mit meinem Körper? Wie sieht mich mein Partner oder meine Partnerin, wie die Familie, Freunde oder Kollegen? Muss ich Sport machen und mich besser ernähren, um meinen „Wert zu erhöhen“? In welchem Alter oder in welcher Lebensphase ist man bereit, zu lieben oder geliebt zu werden? Ganz schön große Fragen, von denen zumindest einige mit Sensibilität, aber auch mit Humor und emotionsgeladenem Schauspiel behandelt werden – zumindest ist es das, was ich mir von „Wunderschön“ erhoffe. Neben dem neugierig machenden Kritiker-Lob dürften mich die deutsche Star-Power und die sehr authentisch wirkenden Dialoge ins Kino locken.

Vielleicht lasse ich aber auch den anderen Mitgliedern aus unserem Programmbeirat den Vortritt und „verliebe“ mich zum Valentinstag (ein Montag!) erstmal in den nächstbesten Sneak-Film… „Wunderschön“ ist dann aber definitiv in der Filmnächte-Saison 2022 dran, denn derartiges Wohlfühl-Kino zwischen Herzschmerz und Witz passt einfach perfekt ins Repertoire der Filmnächte bzw. zu einem unbeschwerten Sommerabend auf dem Theaterplatz.

Lieblingsfilm-Potential: Absolut vorhanden! Zumindest für alle, die nicht gerade bei Produktionen aus heimischen Gefilden generell bzw. beim „Wunderschön“-Trailer genervt mit den Augen rollen.

Alternativ-Empfehlung der Woche: Apropos rollende Augen… Das totale Kontrast-Programm diese Woche dürfte „The Sadness“ bieten – ein superbrutaler Zombie-Film aus China/Taiwan mit Pandemie-Plot. Na da, wunderschönes Splattern!

Jakob Nützler

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