In Leander Haußmanns Stasikomödie sind wir mit dabei, wie Ludger Fuchs sich an so einige besondere Momente im Zusammenhang mit der Stasi zurückerinnert. Und das alles nur, weil er sich seine Stasi-Akte hat übergeben lassen, denn diese soll dauerhaft für die Nachwelt archiviert werden. Doch am Wohnzimmertisch kommt es beim Einblick mit Frau und Familie zu Unstimmigkeiten und der zunächst verschwommene Rückblick wird Stück für Stück klarer und für uns Zuschauer interessanter.

Der Film ist vollgepackt mit Szenen, die viele bekannte und weniger bekannte Klischees der Stasi und der DDR abbilden und aufs Korn nehmen. Die unschönen Elemente der Real-Stasi-Vergangenheit finden in ausgewähltem Umfang auch Berücksichtigung. Und wir müssen uns überlegen, was wir von Ludger Fuchs halten sollen.

Nachdem der Film zu Ende ist, ist man ganz zufrieden, wie die Handlung abgeschlossen wurde, ja, man freut sich sogar für die Beteiligten. Doch darf das sein? Schließlich steht die Stasi für jede Menge Schicksale, die ein anderes Ende gefunden haben. Da kommt der Filmtitel Leander Haußmanns Stasikomödie noch mal ganz gelegen. Halten wir fest, dass der Film als Komödie zu verstehen ist und dass es Leander Haußmanns Sichtweise ist.

Lieblingsfilm-Potential: Wenn der Film dabei hilft, die Geschichte über das Ministerium für Staatssicherheit wieder in die Diskussion zu bekommen und der Film auch beim jüngeren Publikum dafür Interesse weckt, wie die Stasi im DDR-Inland gegen Menschenrechte und auch gegen die Verfassung der DDR verstoßen hatte, dann finde ich den Film sehr gut und wertvoll.

Alternativ-Empfehlung der Woche: Wie wäre es mal wieder mit einem Film mit Tieren? Und zwar so als Roadmovie? In Dog – Das Glück hat vier Pfoten muss ein Hund von einer Militärbasis zur Beerdigung seines Herrchens gebracht werden. Obwohl man am Anfang des Films schon das Ende fast voraussagen kann, ist der Film recht angenehm. Es macht Spaß, die Entwicklung der belgischen Schäferhündin, die ja unter Kriegstraumata leidet, und ihres Reisebegleiters zu beobachten. – Da kann man nur hoffen, dass bei den Tierheimen kein „Hollywood-Effekt“ eintritt, weil vielleicht manch Zuschauer nun vorschnell sich einen Hund anschaffen mag.

Jens Schwipper

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