
Die bevorstehenden Veranstaltungen


Von ihren Abenteuern haben die Filmemacher nicht nur verschiedenfarbige Blessuren und neuen Lebensmut mitgebracht, sondern auch fünf geheime Rezepte für Erfrischungsgetränke, die sie uns freundlicherweise zugespielt haben. Gestatten, unsere Cocktails der Weltenbummler!

Unsere Cocktail-Profis Sarah und Tom an „LuLu’s Cocktailbar“ in mixender Aktion
Seit 2016 ist die E.O.F.T. mit ihren halsbrecherischen Outdoor-Clips nicht mehr aus dem Filmnächte-Programm wegzudenken. Damit ihr dieses Jahr einen kühlen Kopf bewahrt, während beispielsweise der Kilimandscharo auf Krücken (!) erklommen wird, empfehlen wir einen erfrischenden, azurblauen Blue Lagoon.
Seine leuchtende Farbe bekommt dieser beliebte Sommercocktail natürlich durch einen gehörigen Schuss Blue Curaçao. Dazu unter anderem köstliche Zitronenlimonade…
Genießen am: 22.07. zur „European Outdoor Film Tour Open Air“ (der starke Vorverkauf könnte vermehrten Andrang auch an der Cocktailbar bedeuten, also kommt besser rechtzeitig!)
Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Viel Trainingszeit bleibt nicht mehr bis heute Abend, deshalb einfach nach jedem Trailer kurz vom Bürostuhl aufstehen und wieder hinsetzen

Zur E.O.F.T werden diesmal mit dem Mountainbike sogar eisige Gletscher überwunden © Foto: Blake Jorgenson
Bestimmt gut geeignet, um auf der nächsten Halloween-Party „Twilights“-Edward abzufüllen, dürft ihr diese Variation des klassischen Vampire-Cocktails schon mal an einem lauen Sommerabend testen.
Blutrote Grenadine und schneeweiße Sahne verschmelzen beim Vampire denim zusammen mit Vodka, Rum und Gin zu einer verführerischen Mischung, die Gefahr und Gänsehaut symbolisiert – passend zu „BERGE 150“! Eine Geheimzutat bleibt hier übrigens verborgen, die müsst ihr schon selbst herausschmecken…
Genießen am: 29.07. zu „BERGE 150 – Die Jubiläums-Filmtour des Deutschen Alpenvereins“ (Nachschlag übrigens am 12.08. zu „Projekt: Antarktis“, bei dem die Filmemacher höchstpersönlich vor Ort sind und ihr den Vampire denim erneut probieren dürft)
Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: ohne Hilfsmittel den Chemnitzer Sonnenberg erklimmen oder in den Tiefkühltruhen eines Supermarkts nach Crushed Ice graben

„Nanga Parbat“ von 1953, als Achttausender-Expeditionen noch nationale Mammutunternehmen waren © Foto: BERGE150
Als nächstes bitte Sonnen- gegen Schwimmbrille tauschen, wir tauchen ab zur „International Ocean Film Tour“ (I.O.F.T.) – mit 700 Haien, einem Kriminalfall auf hoher See, Eisschollen-Surfern und musizierenden Weltumseglern (zum Programm). Garantiert keine „Käpt’n Blaubär“-Lügenmärchen, sondern so real wie schmelzende Polkappen…
Dazu servieren unsere holzbeinigen Barkeeper ihre feucht-fröhliche Cocktail-Kreation, den Blue Ocean ’19. Blue Curaçao sorgt hier abermals für den kristallklaren Meerwasser-Look, dazu fließen u. a. Vodka, Ananassaft und ein Spritzer leckerer Mandelsirup.
Genießen am: 05.08. zur „International OCEAN Film TOUR Vol. 6“ (war schon letztes Jahr eine gelungene Abwechslung zu diesem überrepräsentierten ‚Gebirge‘, von dem andauernd alle sprechen!)
Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Mutprobe im Freibad, z. B. Arschbombe vom 1-Meter-Brett, den „Bademeister-Report“ auf dem Smartphone gucken oder einfach mal NICHT rutschen

Nur einer von insgesamt „7oo Sharks“ © Foto: International Ocean Film Tour
Gerührt, nicht geschüttelt – die Grüne Witwe ließe sich selbst von James Bond nicht verführen. Dieser prickelnde Longdrink präsentiert sich als berauschendes Farbspiel aus Orangensaft, Blue Curaçao und Prosecco und wird ausnahmsweise mal nicht im Shaker, sondern an der frischen Luft zubereitet.
Dazu laden wir ein zur „Green Screen Tour“, die tierische Hauptdarsteller wie Polarwölfe, Kuckucksvögel und die knuffigen „Säbelzahnwürstchen“ (Nacktmulde!) auf dem Theaterplatz versammelt (zum Programm).
Genießen am: 19.08. zur „Green Screen Tour 2019“ (mit schmackhaften Brezeln, Popcorn und Cocktails sozusagen unser Filmnächte-Picknick im Grünen… bzw. im Grauen)
Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: auf dem Chemnitzer Schlossteich Enten verfolgen (per Tretboot!) oder versuchen, bei lustigen Tiervideos nicht loszulachen

Erlebt zur „Green Screen Tour 2019“ auch die Magie der Fjorde © Foto: Nautilusfilm
Ende August macht sich vielerorts der sogenannte ‚post-vacation blues‘ breit. Ihr müsst deshalb aber nicht gleich einen 2-Jahres-Trip durch Afrika wagen, sondern könnt einfach nochmal bei den Filmnächten abschalten: „REISS AUS“ bildet den Abschluss unserer Outdoor-Reihe. Die Protagonisten selbst sind übrigens vor Ort, um von ihrer Reise zu erzählen!
Zum Saisonende will’s auch unser Bar-Personal nochmal wissen und serviert mit dem Gin-Lillet einen echten Ausreißer-Aperitif. Gurke und Eiswürfel sorgen für die nötige Abkühlung, Lillet Blanc und Gin zusammen mit frischen Thymian-Zweigen für den feinen Geschmack.
Genießen am: 26.08. zu „REISS AUS – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum.“ (übrigens, wer zu allen Outdoor-Montagen war und alle Weltenbummler-Cocktails probiert hat, bekommt von mir eine Trophäe)
Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Raus aus dem Alltag, also pünktlich Feierabend machen und sich vom Chef zu den Filmnächten einladen lassen

6 Monate Auszeit waren geplant für Ulli und Lena – schließlich wurde daraus eine knapp zweijähäriger Trip durch Westafrika © Foto: REISS AUS
Na, Durst bekommen? Möchtet ihr von weiteren Gastro-Themen lesen? Oder seid ihr erstmal daran interessiert, unseren Cocktail-Experten die vollständigen Rezepte abzuluchsen? Dann ihnen einfach ne Mail schreiben!
Am Lagerfeuer, im Chor, unter der Dusche. Irgendwo singt doch jeder! Dass man auch auf dem Theaterplatz leise summend oder fortissimo gröhlend in vertraute Melodien einstimmen darf, ist nur vielleicht nicht jedem klar. Dabei ist das Programm gerade dieses Jahr durchdrungen von echten Ohrwürmern.
Hier präsentieren wir euch 10 beschwingte Filmnächte-Songs aus der aktuellen Saison in chronologischer Reihenfolge – komplett mit Lyrics, damit ihr fleißig üben und mehr als bloß den Refrain mitsingen könnt. Dazu haben wir euch auch eine Youtube Playlist zusammengestellt. Also ölt eure Stimmbänder, holt die Feuerzeuge raus und fangt einfach an, mitzuträllern!
Übrigens: Konzerte klammern wir hier aus, sie hätten eine eigene Liste verdient.
Vor ausverkauftem Haus erwies sich „A Star Is Born“ als pompöse Ouvertüre für die diesjährige Filmnächte-Saison – und ich habe im Publikum bereits jemanden bemerkt, der die oscarprämierte Ballade „Shallow“ leise mitgesungen hat! Lady Gaga und Bradley Cooper geben hier alles (unvergesslich auch ihre gefühlvolle Performance bei den Oscars). Schnappt euch am besten einen Duettpartner und eifert ihnen nach!
https://www.youtube.com/watch?v=iPot3IZuJq8
Zugabe: Look What I Found (im Windschatten von „Shallow“ hätte hier aber jeder der übrigen 18 Original-Songs stehen können)
Der mehrfach ausgezeichnete Musikfilm über den singenden Baggerfahrer Gerhard Gundermann ist der verträumte Sonderfall auf dieser Liste. Nicht ganz leicht ins Ohr zu kriegen, kaum auf Youtube zu finden – aber deutsche Songtexte, die direkt ins Herz gehen. Alexander Scheer mimt den DDR-Liedermacher und interpretiert seine Werke mit viel Respekt, wie diese Studio-Aufnahme von „Weisstunoch” zeigt. Auf dass dieser Sommer nicht so schnell vorbei geht.
Die Lyrics bitte in diesem besonderen Fall separat aufrufen!
Zugabe: Linda (auch Regisseur Andreas Dresen stimmt behutsam zum vielleicht beliebtesten „Gundermann“-Song ein; hier der Text dazu)
Kaum zu glauben, dass dieser Tanzfilm von 1977 nicht früher bei den Filmnächten lief. John Travolta sorgt darin für schillernde Bilder und heiße Moves, die Bee Gees für den unvergesslichen, noch und nöcher verkauften Soundtrack. Der ikonische „Night Fever“ ist sicherlich etwas hoch, um ihn optimal nachzusingen, damit aber der perfekte Song zum Vorglühen und Feiern. Wo bleibt die „Saturday Night Fever“-Party, analog zu „Dirty Dancing“ und „Mamma Mia!“?
Zugabe: How Deep Is Your Love (genau der richtige Kontrast zum oft so ausgeflippten Disco-Klang der Bee Gees)
Wie soll man bei einem Biopic über die wahrscheinlich größte Rockband aller Zeiten bitteschön nicht mitsingen?! Eben. In den USA wurde deshalb eine Sing-Along-Version in die Kinos gebracht. Und im fulminanten Finale des Films dürfte es auch dem größten deutschen Gesangsmuffel schwer fallen, nicht zumindest zaghaft singend Teil des „We Are The Champions“-Chors zu werden – so ging’s mir jedenfalls, und ich bin nicht mal richtiger Fan!
Ratschlag zum Schluss: „Bohemian Rhapsody“ ist mit Abstand der stärkste Film im Vorverkauf. Also zögert nicht zu lange, falls ihr am 20.07. Freddie Mercury & Co. auf dem Theaterplatz erleben wollt!
Zugabe: Don’t Stop Me Now (schließt im Film direkt an „We are The Champions“ an und eröffnet die Credits – lasst euch also nicht aufhalten, sondern singt weiter!)
Der erste Trailer zum Elton-John-Biopic ließ mich nach dem grandiosen Queen-Portrait eher kalt, doch inzwischen höre ich den Soundtrack rauf und runter – und singe mich mit „Rocketman“ und „Saturday Night’s Alright“ warm für unseren Musiksamstag am 27.07.! Laut Kritikern ist das Drama gar besser gelungen als „Bohemian Rhapsody“. Habt ihr’s schon gesehen? Taron Egerton erhielt von Elton John jedenfalls viel Lob für seine Performance – was ich gerne glaube, schließlich überzeugte er stimmlich schon im Animationsfilm „Sing“.
https://www.youtube.com/watch?v=HY3VE15grzU
Zugabe: Saturday Night’s Alright (For Fighting) (die Strophen sind knifflig, der „Saturday“-Refrain umso spaßiger und einfach zu merken)
Keine Ausreden mehr: Dieses mit Meryl Streep, ABBA-Ohrwürmern und Sommer-Feeling gespickte Kult-Musical schreit einem „Sing mit!!!“ geradezu entgegen. Beide „Mamma Mia!“-Filme gibt’s ja inzwischen auch als richtige Sing-Along-Ausgaben. Unter den 24 gefeatureten Songs einen Stellvertreter auszuwählen, ist da eigentlich unmachbar. Also bleiben wir beim titelgebenden „Mamma Mia“. Schillernde Kostüme, eine amüsante Handlung und die anschließende Party sind Pflichtprogramm bei den Filmnächten – passt nur auf, dass ihr am nächsten Morgen nicht total heiser seid!
Zugabe: Lay All Your Love On Me (Habt ihr einen ABBA liebenden Mann, der sich nicht zu schade ist, hier mitzusingen? Dann haltet an ihm fest!)
Wenn es ein Song verdient hat, als ultimative Filmnächte-Hymne betitelt zu werden, dann dieser Schmuseklassiker. Der 1988er-Oscar für „The Time Of My Life“ scheint im Rückblick so selbstverständlich wie Melonenbowle, Wunderkerzen und „Dirty Dancing“-Party bei den Filmnächten (am 10.08. auf dem Theaterplatz). Unterschätzt aber nicht, wie schwer die hohen Passagen mitzusingen sind – oder kümmert euch einfach nicht um die Tonhöhe, sondern fühlt einfach die Musik!
Zugabe: Hungry Eyes (gleich der nächste 80s-Hit, der im Film zur unvergesslichen Tanzunterricht-Szene eingespielt wird)
Auch wenn die Lieder im Musical-Sequel nicht ganz die Klasse eines „Supercalifragilisticexpialigetisch“ erreichen, erschafft Emily Blunt mit „The Place Where Lost Things Go“ einen wundervollen, tröstenden Song über den Verlust der Familie Banks. Völlig verdient gab’s dafür eine Oscar-Nominierung – und einen Platz in dieser Liste.
„Mary Poppins‘ Rückkehr“ landet bei uns 17:30 Uhr im Tageskino und läuft natürlich auf Deutsch – hier präsentieren wir aber das Original (sogar mit Filmszene aus der offiziellen Sing-Along-Edition). Mitsingen lässt sich natürlich auch die deutsche Version von Annett Lousan (hier die Lyrics).
Zugabe: A Cover Is Not The Book (jetzt aber noch was Fröhliches, bei dem die verantwortlichen Zeichentrick-Künstler und „Hamilton“-Star Lin-Manuel Miranda richtig zeigen dürfen, was sie drauf haben)
Gleich nochmal Disney, diesmal ein waschechtes Remake! Trotzdem werdet ihr „Speechless“, kraftvoll vorgetragen von Naomi ‚Jasmin‘ Scott, nicht sofort mitschmettern können. Die Ballade wurde unter anderem von den Komponisten von „La La Land“ eigens für den 2019er „Alladin“ geschrieben. Ein sicherer Oscar-Song für 2020? Möglich, bei mir weckt er Erinnerungen an Disneys „Let It Go“. Julia Scheeser singt übrigens in der deutschen Übersetzung „Ich werd niemals schweigen“. Und das solltet auch ihr nicht, wenn ihr am 16.8. zur Film-Vorstellung vorbeischaut – egal wie ausgefeilt eure Stimme ist!
Zugabe: Friend Like Me (Klassischer Disney-Hit, diesmal verziert von Will Smiths Rap- und Beatbox-Einlagen)
Nach Queen und ABBA nun also zum dritten Mal die Mammutaufgabe, lediglich EINEN Song aus dem umfangreichen Repertoire einer Top-Band auszuwählen: den Beatles! Weil „All You Need Is Love“ wohl das große Sing-Along-Finale der Musik-Komödie „Yesterday“ darstellt, fällt die Wahl auf eben diesen Chartstürmer von John Lennon und Paul McCartney. Die Prämisse des Films, der am 21.07. läuft, klingt echt amüsant: Nach einem Stromausfall kann sich keiner an die Beatles oder ihre legendären Pop-Hits erinnern, außer ein erfolgloser Singer-Songwriter… Schauspieler Himesh Patel macht hierbei eine echt gute Figur dabei, „Yesterday“ &. Co nachzusingen! Aber hört selbst.
Zugabe: Let It Be (aber mal ehrlich, wer braucht dazu noch einen Songtext?)
Der erste Filmnächte-Abend einer Saison bedeutet für mich, nach Hause zu kommen. Alles ist so vertraut: die herrlich beleuchtete Kulisse, das herzliche Team. Die Leinwand, bei der ich mich immer an eine Hüpfburg erinnert fühle. Der Eins-Energie-Werbespot. Die plötzlich einsetzenden Kirchenglocken, die meinen, einen oscarprämierten Song mit ihrem Klang veredeln zu müssen. …Einfach eine Atmosphäre, die es sonst nirgendwo anders gibt!
Daheim – aber nicht allein. Glücklicherweise steht im ‚größten Wohnzimmer der Stadt‘ auch das ‚wahrscheinlich größte Sofa von Chemnitz‘, damit JEDER einen Platz findet.

Willkommen zurück – wir haben euch vermisst!
Das hat in acht Jahren noch kein Eröffnungsfilm geschafft – nicht „Fack Ju Göthe“ (2014), auch nicht „Kundschafter des Friedens“ (2017) oder „Django Unchained“ (2013). Selbst der französische Feel-Good-Hit „Ziemlich beste Freunde“ (immerhin Platz 24 der erfolgreichsten Filme in Deutschland überhaupt) scheiterte 2012 am Unterfangen, den Theaterplatz vollzumachen.
Doch alle Anwesenden haben es Freitag selbst gesehen, gehört, erlebt: Die Filmnächte Chemnitz haben 2019 mit dem wundervollen „A Star Is Born“ einen astreinen Auftaktabend hingelegt und circa 950 Besucher angelockt. Es gibt also doch Alternativen zum Kosmonaut Festival!
Musik verbindet, das war schon immer das Geheimnis. Ob im Vorfeld eingespielte Movie-Soundtracks (Chapeau an Deutschlandfunk Kultur für die stets gelungene Auswahl!), gemeinsames Mitsummen bei „Shallow“ oder auch durch Live-Musik.
Dem Facebook-Aufruf der Filmnächte, „A Star Is Born“ musikalisch einzuläuten, folgte unter anderem das Gesangs-Duo ELMA. Die beiden rufen nicht nur Erinnerungen an Bradley Cooper und Lady Gaga wach, sondern können auch hervorragend singen und Gitarre spielen!
Ob „Don’t Look Back In Anger“ oder „Believer“ – irgendein Ohrwurm begleitete sicher jeden Besucher auf dem Nachhauseweg. Dafür sorgte natürlich auch der ‚Haupt-Act‘ auf der großen Leinwand…

ELMA haben uns mit verträumten Songs wunderbar auf den Eröffnungs-Abend eingestimmt. Danke euch beiden!
Wenn ich an die entscheidende Programmbeiratssitzung zurückdenke, die das bewegende Liebesdrama als Eröffnungsfilm durchsetze, kann ich immer wieder sagen:
In einem Raum mit 10 Leuten, können 9 nicht an diesen Film glauben. Aber es braucht nur einen einzelnen, der es tut. Und das ist er: Festival-Leiter Michael Claus.
Ooooooder auch jemand anderes aus unserer Gruppe – keine Ahnung, wer letztlich auf „A Star Is Born“ bestand! Schließlich waren auch „Bohemian Rhapsody“, „100 Dinge“ oder „Der Junge muss an die frische Luft“ heiße Kandidaten für den Auftakt.
Wer die Anspielung eben übrigens nicht verstanden hat, unbedingt dieses amüsante Video angucken!
Gaga saying ‘There can be 100 people in a room and 99 of them don’t believe in you but all it takes is one and it just changes your whole life…” but every time Bradley Cooper dies a little more inside… pic.twitter.com/4F3V3APbXJ
— Alfie Green (@ItsAlfieGreen) October 24, 2018
„A Star Is Born“ aber fängt das ‚Filmnächte-Gefühl‘ perfekt ein: Schmetterlinge im Bauch, Lieder, die nicht mehr aus dem Kopf gehen und eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Von allen bisherigen Eröffnungsfilmen lässt uns dieser nämlich auch mit dem größten Kloß im Hals zurück, sobald der Abspann einsetzt.

Ob Bradley Cooper und Lady Gaga auch fernab des Sets zueinander gefunden haben? Wer weiß…
Damit ihr auf der nächsten Grillparty nicht nur vom Filmnächte-Opening berichten, sondern auch mit Fun-Facts glänzen könnt: „A Star Is Born“ ist das dritte Remake des Originals von 1937. Die Version von 1976 wiederum, mit Barbara Streisand als titelgebender Star, gewann ebenfalls den Oscar für den besten Filmsong (ein echter „Evergreen“, hört mal rein).
Für den 2019er-Aufguss nahm Bradley Cooper 18 Monate Gesangsunterricht; in sechs Monaten lernte er außerdem Klavier und Gitarre. Und führte selbst Regie – ein echtes Multitalent! Genauso natürlich wie Lady Gaga, die sich die Rolle, analog zur Film-Handlung, mit einer verführerischen Perfomance von „La Vie en Rose“ sicherte.
Sehr wahrscheinlich, dass ihr nicht ausreichend Zeit hattet, alle Geheimnisse des Theaterplatzes zu ergründen. Die chillige Oscar-Lounge am Rondell mitsamt rotem Teppich? Hab’s getestet, von dort hat man einen idealen Blick auf’s Geschehen! Kunstwerke von galerie17 und von Marian Kretschmer in den Filmnächte-Lounges? Unbedingt einen Blick wert!
Sicher, noch war nicht alles perfekt (Stichwort Akustik; der massige Bass hat die Lounge teilweise ganz schön durchgerüttelt), aber die Saison hält noch locker 70 Filme bereit, um diese Dinge glattzubügeln. Ich freue mich auf jede, bei der ich dabei sein kann. Schaut auch ihr einfach mal vorbei!
Fotos © Toni Kretschmer, newpic photography
Seit fast 2 Wochen hämmern, schrauben, wuchten, schwitzen, malern, konstruieren, basteln und fachsimpeln bis zu 16 emsige Handwerker am Aufbau der Filmnächte Chemnitz. Teilweise am Wochenende und trotz Affenhitze. Völlig Banane! Und völlig verdient, dass wir deshalb mal genauer in Augenschein nehmen, wohin ab Freitag alle filmbegeisterten Chemnitzer pilgern.

„Nicht noch eine Baustelle….“ Aber hey, hier entsteht für Sie ein Freiluftkino!
…und ein leeres, ungenutztes Theaterplätzchen. Rückblende: Bei Nacht (aber ohne Nebel) treffen am Abend des 19.06. mehrere schwer beladene Lastwagen vor dem Opernhaus ein. Am darauffolgenden Morgen, lange noch vor dem ersten Knoppers, fällt der Startschuss für Produktions-Guru Markus Richter und sein Team. Unter Hochdruck wird alles entladen – das Abenteuer „Filmnächte-Aufbau 2019“ beginnt!
Der Aufbau ist, ganz ähnlich wie „Avengers“ oder auch „Kill Bill“, aufgesplittet in zwei spannungsgeladene Parts.
So endet die erste Hälfte nach einer knappen Woche für Lounge, Gastro-Pagoden und Cocktailbar, mit einem unbefriedigenden Cliffhanger: ein Kino ohne Leinwand und Stühle!
Eine kleine Verschnaufpause für alle Beteiligten ist das große Nachbarschaftsfest, welches am 29.06. auf dem Theaterplatz gastiert. Am 30.6. geht’s dann für die Filmnächte-Baumeister ins Endgame: Es bleiben 5 Tage für die nagelneue Oscar-Lounge, Airscreen-Leinwand, Büro- und Kassencontainer sowie gefühlt zweiundzwanzig weitere Elemente. Ein Zeitplan, enger gestrickt als je zuvor. Schaffbar? Vielleicht nur mit Zeitreisen…
Das aufwändigste Unterfangen steht gleich zu Beginn: 4 Lounge-Pagoden mit Zelten, Treppen, Zäunen und Schwerlastböden müssen hochgezogen werden. Und das gelingt den toughen Aufbau-Avengers sogar schneller als erwartet, auch dank Unterstützung eines opulenten Krans! Von dem liegen mir zwar keine Fotos vor – Augenzeugen berichten aber, er wäre ungefähr dreimal so hoch wie die Petrikirche!
Exorbitant sind auch die Zahlen rund um die Leinwand.
Deren Beschwerungen wiegen allein 18 Tonnen, damit Sturmtiefs trotz archaisch klingenden Vornamen nichts wegwirbeln können.
Genug des Vorgeplänkels, worauf dürfen sich Film-Fans denn nun freuen? Aufbau-Profi Markus Richter und Festival-Leiter Michael Claus haben mir ein paar Einblicke verschafft…
Ihr seid gleich zu diesem Abschnitt vorgesprungen, gebt’s zu! Na schön: Am Rondell, auf den heiligen Stufen hinab zum Theaterplatz, thront erstmals die brandneue „Oscar-Lounge“. Ein exklusives, überdachtes Plätzchen hinter der Cocktailbar – ein bisschen also wie die Winkelgasse hinter dem „Tropfenden Kessel“.
Kundenevents wie XING Backstage haben das Areal bereits für sich entdeckt. Aber nicht nur Firmen frönen hier ausgelassen der Networking- oder Kinolust – auch der Otto-Normal-Gast darf in der Oscar-Lounge auf Liegestühlen chillen und mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen. Auch nach dem Abspann noch, zum Beispiel weil die Nachtlinie im Stau steht oder der Film einen so mitgenommen hat! Nur reguläre Platzkarten gibt es für diesen Bereich nicht zu kaufen.
Wie die Oscar-Lounge aussehen wird? Keine Ahnung, ganz ehrlich! Müsst ihr Freitag wohl selbst zum ‚Grand Opening‘ vorbeikommen…

Hoffentlich beißt sich das Rot nicht mit dem Filmnächte-Blau…
An den Stuhlreihen hat sich nicht allzu viel verändert – ich empfehle weiterhin, Sitzkissen mitzubringen. Zum Glück wurden jedoch die Abstände zum Sitznachbarn vergrößert, sodass keiner Angst haben muss, andere Besucher mit kleinsten Bewegungen beim Schluchzen, Schnäuzen oder Lachen physisch zu belästigen. Nice!
Um den Konzert-Veranstaltern zu John Fogerty, Amy Mcdonald & Co. Sorgenfalten beim ständigen Umbau zu ersparen, fällt der Parkett-Fußboden samt Lautsprecher-Armada weg. Bedeutet, dass Bierchen oder Cocktails sich nun nicht mehr auf den klobigen Boxen parken lassen, womit wir zum nächsten Punkt kommen…
Es ist zwar erstmal eine Testphase, aber die Sound-Technik der Filmnächte-Kindheit 2011 ist inzwischen erwachsen geworden: Nun ist Frontbeschallung für den gesamten Platz möglich! Zwei Lautsprecher sollen dieses Jahr von vorne für den guten Ton sorgen.
Dadurch überhört man auch auf den seitlichen Bierbänken oder als ‚Nachholer‘ am Gastro-Schalter keinen flotten Spruch mehr. Außerdem sollen generell Dialoge besser zu verstehen sein (auch in der Lounge, wo zusätzliche Lautsprecher installiert sind).
Für die Zukunft ist so endlich auch hochwertiger Surround-Sound denkbar. Bin gespannt, wie sich das Ganze in natura anhört – ihr auch?
Mir gefällt, dass die Filmnächte nicht auf der Stelle treten, sondern trotz Kostendruck immer etwas Neues wagen. Und was man davon bisher sieht, scheint wirklich gelungen!
Zudem ein großes Lob an die vielen fleißigen Beleuchter, Tischler, Sound-Experten und Helfer jeglicher Art – ab Freitag präsentiert sich der Theaterplatz dank euch in seinem schönstem Sommer-Dress, nämlich dem strahlenden Filmnächte-Blau-Gelb! Überzeugt euch selbst…
Die Planung startet bereits ein Dreivierteljahr vorher, wenn über Neuerungen und Verbesserungen gesprochen wird. Tatsächliche Meetings mit Ämtern, der Stadt etc. folgen dann etwa ein halbes Jahr vor Festival-Beginn.

Koordiniert und dirigiert sein Team, packt aber auch fleißig selbst mit an: Markus Richter
Natürlich für einen exzessiven Mallorca-Urlaub! Spaß beiseite, das Geld würde als erstes in eine hochwertige Parkett-Bestuhlung gehen. Danach wäre die Lounge dran, die man als Containermodell auf zwei Etagen aufteilen könnte –
im „Erdgeschoss“ gäbe es Popcorn, Getränke & Co., oben würden -mit perfekter Aussicht- die Lounge-Gäste sitzen.
Ein anderes Investment wäre eine stattliche LED-Leinwand – mit Firmen wie Samsung als Vorreiter sind die inzwischen so leuchtstark und funktionstüchtig, dass sie auch bei Tageslicht alles gut zeigen. Für die Zukunft auf jeden Fall ein spannendes Thema, das mit dem Tageskino ja bereits ausprobiert wird.
Ganz klar auf dem Rennrad – da ich in Dresden wohne, meistens den Elberadweg entlang. An der Ostsee widme ich mich auch gerne dem Segeln.
Aber nicht weitersagen, okay? Reihe 8-10, also tatsächlich ziemlich mittig im Parkett!
„Naaaaaaaants ingonyamaaaaaaa bagithi baba…“ – Na, erkannt? Wer bekommt nicht sofort Gänsehaut, sobald diese vertrauten afrikanischen Gesänge erklingen. Im imposanten Sonnenaufgang begeben sich die Tiere zum Königsfelsen, um den neugeborenen Simba zu bestaunen – so unvergesslich beginnt „Der König der Löwen“. Für viele in meinem Alter dürfte es nicht nur der Liebling unter den Disney-Klassikern, sondern auch der erste im Kino erlebte Film überhaupt sein. Ich weiß noch, dass die Schlange vor unserem Kleinstadt-Kino einfach nicht aufhören wollte.
Mein Herz allerdings eroberte schon eine andere Zeichentrick-Legende. Am 14. November 1993 feierte ich meinen 6. Geburtstag, vier Tage später feierte „Aladdin“ den seinen im Kino. Mit orientalischen Schauplätzen, spektakulären Kamerafahrten, einer hyperaktiv-liebenswerten Figur wie dem Dschinni und natürlich der beschwingten Musik überwältigte mich Walt Disneys morgenländisches Abenteuer. Ich muss so fasziniert gewesen sein, dass ich zu Weihnachten sogar „Aladdin“-Bettwäsche bekam!
Den Film habe ich inzwischen bestimmt 22 Mal gesehen (wahrscheinlich nicht mal rhetorisch übertrieben). Und nun kommen Micky Maus‘ Stiefeltern und machen daraus einen Spielfilm – natürlich ohne finanziellen Hintergedanken, sondern weil sie eine künstlerische Vision haben…!

Tritt in große Fußspuren: Plüsch-Simba
Von A wie „Arielle, die Meerjungfrau“ bis Z wie… oder zumindest S wie „Schneewitchen“, Disneys Liste der geplanten Realverfilmungen ist lang. Auch wenn 1996 mit „101 Dalmatiner“ und Welpen-Killerin Glenn Close noch nicht der Durchbruch gelang, sind die fotorealistischen Disney-Remakes seit Tim Burtons „Alice im Wunderland“ und spätestens seit „The Jungle Book“ Selbstläufer. Meisterwerk aus der Schublade ziehen, Schablone drauf, Superstars oder CGI dazu, fertig ist der Live-Action-Kracher. Los geht’s, 3-4 Stück im Jahr sind drin!
Okay, one step back. Wenn man mich fragt, muss (Disney-)Remakes nicht zwingend die schöpferische Identität fehlen. Ich sehe Potential bei Filmen mit menschlichen Protagonisten und komplexen moralischen Themen wie „Der Glöckner von Notre Dame“, vielleicht auch „Pinoccio“. Bei tierischen Figuren schrillt bei mir jedoch die CGI-Alarmglocke.
Statt farbenprächtigem Cartoon-Look versprüht zum Beispiel der 2019er „Lion King“ eher den Charme einer Natur-Doku.
Ein mystisches „Aladdin“-Abenteuer mit erfahrenen Schauspielern, Originalschauplätzen und state-of-the-art-Effekten habe ich mir hingegen immer gewünscht – was davon liefert der neue Streifen jetzt?
Eins vorneweg: Die Neuauflage von „Aladdin“ macht genug Spaß, um Kinder und junggebliebene Erwachsene für gut zwei Stunden märchenhaft zu unterhalten. Dafür sorgen die energiegeladenen Musical- bzw. Tanznummern, einige Gags und interessante Perspektivwechsel in der Story. Die Klasse des Originals allerdings bleibt mehrere fliegende Teppichlängen entfernt.

„Da ist ne riesige Grauzone in: ‚Mach‘ mir nen geiles Remake’…“
Vielleicht geht es euch ähnlich: Nostalgie spielt eine entscheidende Rolle bei Realfilm-Revivals. Und als solches tritt es in große Fußstapfen, zum Beispiel was Flaschengeist Dschinni angeht. 2014 verstarben Robin Williams und auch seine deutsche Stimme, Peer Augustinski – beide hatten dem Dschinni unendlich viel Witz verliehen. Die ersten Trailer zum Remake ließen nun nichts Gutes erahnen: Das ganze Internet lästerte über ‚Papa Schlumpf‘ Will Smith als hämisch dreinblickendes Dschinni-Ungetüm.
Doch wie sich herausstellt, ist Smith der ‚ungeschliffene Diamant‘ unter den ausrangierten Hollywood-Stars. In jeder Szene schöpft er mit sichtlichem Genuss aus seinem Schauspiel-Repertoire – mal „Der Prinz von Bel-Air“, mal „Hitch – Der Date Doktor“ oder eine Prise „Men in Black“. Hat mir gefallen!
Unpopulärer sind die Darsteller von Aladdin, Jasmin und Dschafar, die (offenbar?) ihr Bestes geben. Leider bleibt besonders der hinterlistige Großwesir ein schemenhafter Bösewicht mit dem Charisma eines „Game of Thrones“-Statisten. Immerhin, zwischen unseren turtelnden Protagonisten ist ansatzweise eine Chemie zu spüren. Zudem rückt Jasmins Charakter etwas mehr ins Rampenlicht (sie schmettert sogar einen neuen, emotionsgeladenen Song). Dieser Fokus erklärt vielleicht, warum der Film im Cinestar als ‚CineLady‘ durchging?
Dennoch, als 22-facher Betrachter des Originals ertappte ich mich nicht selten bei dem Gedanken: „Moment, die Liedzeile geht aber anders…“ oder „Ähm, was habt ihr bitte mit dieser Szene gemacht?“. Sprechen da einfach nur verklärte Kindheitserinnerungen? Die alte Leier ‚Früher war alles besser‘?
Es klingt komisch, aber viele Szenen des 2019er „Aladdin“-Spielfilms, gedreht mit echten Menschen und an echten Sets, wirken auf mich wie Karikaturen ihrer Zeichentrick-Vorlagen.
Ähnlich ging’s mir mit anderen Disney-Realverfilmungen. Dann besser ganz neu aufrollen, wie in „Maleficent“ oder „Alice im Wunderland“ („Dumbo“ scheint hier trotz Neuausrichtung im Plot kein Paradebeispiel zu sein).
Viele Filmnächte-Besucher übrigens lieben Nostalgie. Sei es „Dirty Dancing“ oder „Mamma Mia!“ zum zigsten Mal; auf dem Theaterplatz dürfen sich Fans in allerhand filmischen Erinnerungen suhlen. Auch Disneys Magie funktioniert häufig über Nostalgie, schätze ich. In Gedenken an verregnete Nachmittage voller Disney-Videokassetten zeigen Eltern ihrem Nachwuchs Klassiker wie „Die Schöne und das Biest“ – oder eben deren Neuverfilmungen. Schließlich war das Musical-Märchen mit Emma Watson 2017 Besucherliebling bei den Filmnächten.
Ob „Aladdin“ ebenfalls den Theaterplatz zu füllen vermag? Wenn für den Zuschauerandrang exemplarisch meine Schwester ein Indiz sein könnte, die NIE ins Kino geht (ich glaube zuletzt zu „Biene Maja“), können wir wohl damit rechnen – „Aladdin“ sah sie direkt am Start-Wochenende. Disney schafft es offenbar immer noch, zu verzaubern. Ich hingegen bleibe skeptisch. Und fiebere statt „Der König der Löwen“ lieber brandneuen Kreationen entgegen, wie Pixars „Toy Story 4“. Hakuna Matata!

Tjaja, NOSTALGIE wird bei uns großgeschrieben!
Was haltet ihr von den Realfilm-Versionen berühmter Walt Disney-Klassiker? Würdet ihr die Neuauflage von „Aladdin“ gerne dieses Jahr bei den Filmnächten sehen?
Der Programmbeirat der Chemnitzer Filmnächte bringt sich in Stellung für die kommende Saison. Doch wer sind wir und was machen wir eigentlich? Im ersten Beitrag unseres Blogs blicken wir hinter die Kulissen – ungeschönt und ehrlich!

Der Filmnächte Programmbeirat plus ‚Chefchen‘ Michael Claus (im Bild ganz rechts)
Schockschwerenot, es ist bereits Mai 2019! Winter has come and gone. „The Long Night“ ist endlich vorüber – so nennen wir die Zeit zwischen zwei Filmnächte-Saisons. Finstere Monate voller zerknüllter Kino-Tickets und leerer Popcorn-Eimer, in denen wir vom Programmbeirat der Chemnitzer Filmmächte hart schuften. Was genau wir als Programmbeirat tun?

Schokoladige Nervennahrung beim Programmbeirats-Treffen
Nun, unter Einsatz unseres Lebens verkrümeln wir uns in in Chemnitzer Programm- und Mainstream-Kinos, meeten bei heißer Schokolade in gemütlichen Bars, klicken in Google Drive-Dokumenten herum – alles nur, um den kommenden Open-Air-Sommer möglichst unterhaltsam zu gestalten. Wie bitte, das hört sich nicht gerade nach gefährlicher Arbeit an? Seid froh, dass dieser Artikel auf Bilder der blauen Flecken und Brandblasen verzichtet, wenn wir uns mit Krügen heißer Schokolade attackieren. Kommt halt vor, dass in der Diskussion mal ein persönlicher Lieblingsfilm mit „Neeeein!“ abgestraft wird.
Aber gut, wenn mehrfach überschminkte Augenringe und wöchentliche Beinahe-Burnouts nicht genug der Beweise sind, hier noch ein paar Schilderungen.
Als Programmbeirat sind wir ein motiviertes, sonnenliebendes Häufchen von neun Filmfans aus Chemnitz, die nun schon im dritten Jahr den Veranstalter Meisterwerke Neo bei der Programmfindung unterstützen.
Ob anspruchsvolles Arthouse, knalliges Blockbuster-Material oder starbesetztes Erfolgskino aus Europa oder Hollywood – wir haben (fast!) alle relevanten Filme des aktuellen Jahrgangs gesehen, von September bis Mai, von Cannes bis Toronto, von DC bis Marvel.

Der Programmbeirat pilgert zum Filmfest Dresden
Regelmäßig treffen wir uns, um gesittet über unser persönliches Filmerleben zu diskutieren, begeistert Double-Features vorzuschlagen oder Verkaufszahlen durchzukauen. Die erste Sitzung fand bereits 2018 an einem verregneten Dezemberabend statt – seit dem ist viel passiert. Wir ließen uns gemeinsam beim Filmfest Dresden von experimentellen Kurzfilmen inspirieren, pilgerten zu Berlinale-Vorführungen, versemmelten Oscar-Tippspiele und machten uns auch mit diesem neumodischen „Netflix“ vertraut.
Aber heiliger Petrus, in drei Wochen ist ja schon Redaktionsschluss! Auf unserer Programm-Pinnwand stromern noch diverse Filmplakate herrenlos herum, einige Verleiher halten sich mit Premieren-Zusagen bedeckt, sommerliche Temperaturen lassen auf sich warten… Da muss was passieren; Kellner, mehr heiße Schokolade!
Seid gespannt, wenn euch im nächsten Beitrag Programmbeirats-Veteranin Anne schildert, wie konstruktiv (!) es zuging, als wir neulich völlig ohne Babysitter am Programm für 2019 herumspielen durften.