Autogrammjagd auf Filmstars- 5 exklusive Tipps vom Profi

Liebste Fans des alljährlich stattfindenden Freiluftkinos, es ist bereits Ende August und ja, das heißt, wir nähern uns mit großen Schritten dem Ende unserer diesjährigen Filmnächte Saison. Wie ihr in vielen Beiträgen von vor allem Jakob aber auch mir nachlesen konntet, war es eine sehr emotionale Saison mit Hochs und Tiefs. Und nein, hierbei rede ich nicht nur vom Wetter.

Doch wir wollen diese Saison nicht einfach so zu Ende gehen lassen, sondern wir haben uns für euch das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Denn was passiert, wenn die Filmnächte vorbei sind, das Jahr sich dem Ende neigt und wir uns kopfüber in ein Neues stürzen? Korrekt, es ist Premierenzeit. Die Indoorkinosaison beginnt wieder und mit ihr der Run um die meisten Zuschauer, größten Premieren und höchsten Umsatzzahlen. Dementsprechend übertrumpfen sich Verleiher und Kinobetreiber für die größten und auffallendsten Kinopremieren überhaupt. Und der kleine Bürger wie du und ich? Wir stehen meistens am Rand oder eher hinter den vielen Absperrungen und schauen dem Spektakel mit großen Augen zu. Doch es gibt auch den ein oder anderen Fuchs unter uns, welcher es sich zu Aufgabe gemacht hat die Stars und Sternchen und die Kunst zusammen zu bringen. So wie Jessica Kellershofen.

Jessica Kellerhofen -Kölner Sprayart Künstlerin-

Die Kölner Künstlerin arbeitet seit 2013 an ihrer Serie „Stencil Art“. Für diese Sprayart-Porträts bekannter Persönlichkeiten aus aller Welt schneidet sie in filigraner Hingabe eigenhändig Schablonen aus und sprayt das Motiv mit Acryllack auf Leinwand. Das fertige Bild nimmt sie mit auf Reisen, auf der sich Werk und Motiv erstmalig begegnen und so finden sich in der Serie bis heute etwa 75 Bilder, persönlich signiert von uns alle bekannten Filmstars wie Daniel Radcliffe, George Clooney und Meryl Streep.

Ich habe mich mit der Künstlerin zusammen gesetzt und sie hat mir in einem ganz exklusiven Gastbeitrag 5 Top-Tipps für eure nächste Autogrammjagd verraten. Und ich kann euch jetzt schon versprechen, dass ihr, genau wie ich, mit großen Ohren ihren vielen Erzählungen und lustigen Anekdoten lauschen werdet.

Tipp 1: Sei stets vorbereitet! (oder: Warum Jane Fonda in London fast einen Herzinfarkt bekam)                                                                                                                                                                       

„Wenn man sich häufiger in London Theaterstücke anschaut, Filmpremieren besucht oder auf sonstigen Events unterwegs ist, kann es schon einmal vorkommen, dass man sich mit anderen Fans (und leider auch Autogramm-Dealern) in einer Seitenstraße trifft, weil man dort z.B. einen Promi beim Shoppen oder an der Hintertür einer Eventlocation vermutet. So fand ich mich stundenlang wartend auf die damals gerade gescheiterte Präsidentschaftskandidatin der USA, Hillary Rodham Clinton, in einem Nobelbezirk Londons wieder. Nachdem wir sie auf einer Buchpräsentation bereits dank der perfekten Abschirmung des Secret Service (good job!) verpasst hatten, war dies so ziemlich die letzte Chance, Hillary in London nach einem Autogramm zu fragen.

Jane Fonda -amerikanische Schauspielerin und Teil der Filmnächte Ausstellung in Lounge 1-

Da die Tage in London aber rundum verplant sind, sollte man stets auf alles vorbereitet sein. Und so kam es, dass wir nicht auf Hillary Clinton stießen an jenem Tag (Spoiler alert: Sie hatte sich im Hotel den Zeh gebrochen und daher an dem Tag keine Termine außerhalb ihres Zimmers), sondern auf eine Dame um die 80, die komplett in schwarz gekleidet, mit dunklem Hut, Sonnenbrille und gesenktem Kopf auf uns zu schlenderte. „Das is sie!“, „Ne, das isse nich!“, höre ich uns noch abwechselnd flüstern, als wir auch schon das mit nach London gebrachte, aber eigentlich für den nächsten Abend geplante Spraybild aus unserer Mary Poppins-Tasche zauberten und vorsichtig, aber zielstrebig, auf eine sichtlich verwirrte Jane Fonda zuschritten. „Würden Sie dieses Kunstwerk unterschrieben, Ma’am?“, „Äh, woher wisst ihr, dass ich hier bin?“, „Gar nicht, versprochen! Es war ein absoluter Zufall!“. Geglaubt hat sie es vielleicht nicht, sehr freundlich signiert dennoch.

Sei daher immer auch auf das Außergewöhnliche vorbereitet!“

 

Tipp 2 – Sei standfest! (oder: Warum ein Autogramm von Vanessa Redgrave nichts mit Glück zu tun hat)

„Eines vorweg: Außer der in Tipp 1 geschilderten Geschichte, hat Autogrammjagd nichts, aber auch gar nichts mit Glück zu tun!

Vanessa Redgrave -britische Film- und Theaterschauspielerin-

Jeder Mensch, der dies als Hobby macht, wird bestätigen können, dass man verdammt viel auf sich nehmen muss, um einem wirklichen Promi sehr nahe zu kommen und ihn um ein Autogramm zu bitten. Das erfordert nicht nur viele Stunden Zeit, sondern dabei vor allem eine Menge Geduld und gute Standfestigkeit. So auch, wenn man vor einem Theater auf eine Schauspielgröße wie Vanessa Redgrave wartet. Erstarrt man nicht bereits in Ehrfurcht, wenn man viele, viele Stunden vor und nach dem Stück auf sie gewartet hat und sie dann gegen 0 Uhr nachts aus dem Theater schwebt in Begleitung mehrerer Anhänger und Angehöriger, so ist dies spätestens dann der Fall, wenn sie ganz nah an einen herantritt, dir tief in die Augen schaut und einen Vortrag hält, warum Schauspielerei so anstrengend ist und warum sie sich nun gar nicht in der Lage fühlt, nach so einem langen Tag noch etwas zu signieren.

Sei es drum, dies ist in jedem Fall ihr gutes Recht. Aber man sollte sich auch nicht so leicht abschrecken lassen. Ein freundliches, verständnisvolles und tendenziell unterwürfiges, keineswegs geschauspielertes Lächeln kann dazu führen, dass sich auch eine derartige Größe der Bühnen und Leinwände dazu durchringt, sich auf einem Kunstwerk zu verewigen und einen kurzen, netten Plausch zu halten.“

Tipp 3 – Sei frech! (Oder: Warum Cher nur für Amanda Seyfried signiert)

„Filmpremieren sind nichts für Weichlinge. Wer stundenlang Schlange steht, um villeicht eine Nummer zu ergattern, um dann vielleicht einen Platz hinter einer Absperrung zu ergattern, die dann vielleicht günstig liegt, um vielleicht ein Autogramm von einem Filmstar zu erheischen, der macht dies nicht, um dann seine minimalen Chancen nicht zu nutzen.

Als die „Mamma Mia! Here We Go Again“-Premiere in London stattfand, war uns allen klar: DAS ist mal eine Topbesetzung, die da zur Premiere auflaufen wird. Während wir manche Promis schon einmal getroffen hatten, und wegen mancher vielleicht eher weniger aufgeregt waren, stand ein ganz klares Ziel oben auf der Liste: Cher! Ich meine, come on, CHER! Wir brauchten diese Unterschrift einfach. Das Spraybild war da, wir waren da (Sidenote: Wenn ich von „wir“ spreche, meine ich mich und meine Lebenspartnerin Josefine Schmidt, die diesem Spraybild-Wahnsinn ebenso verfallen ist wie ich), Cher war da, was soll schon schiefgehen? Naja, das was immer so schiefgehen kann: Ein Promi schreibt an dem Tag keine Autogramme. Was also tun? Nachdem Amanda Seyfried bereits zuvor den roten (oder vielmehr blauen) Teppich betreten hatte und sehr nett und bereitwillig ihr Spraybild bei mir unterschrieben und sehr sehr nette Worte dafür gefunden hatte, blieb uns wohl nur eine Chance. Wir mussten die Chance beim Schopfe packen. Also drückten wir kurzerhand das Cher-Spraybild Amanda Seyfried in die Hand und baten sie, es für uns unterschreiben zu lassen. Violà! Da lief sie los.

Und nicht nur das. Sie crashte ein ET-Interview, um Cher dazu zu bewegen, das Bild zu unterschreiben. Danach brachte Amanda das unterschriebene Bild zurück. Einfach unglaublich. Manchmal muss man einfach frech sein und Hilfe einfordern! Auch Promis sind Menschen, die zu etwas stehen, was sie gut finden.“

Tipp 4 – Sei geduldig! (Oder: Warum Lady Gaga so lange faul im Archiv rumlag)

„Ein Künstler lebt nicht nur davon, Kunst zu erschaffen, sondern auch davon, diese auszustellen und einem Publikum zu präsentieren.

So geschah es, dass ich für meine „On Women, Power and Beauty“-Ausstellung im bunker k101 in Köln 2016 einige Werke von Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen und standen, schuf, von denen ich nicht dachte, dass ich sie jemals unterschrieben bekommen könnte. Dies war neben Werken von verstorbenen Vorbild-Frauen wie Eleanor Roosevelt und Coco Chanel, auch unerreichbare Größen wie Cher, Anna Netrebko und Lady Gaga. Generell ließe sich festhalten, dass es ungemein schwieriger ist, Autogramme von Sängern und Sängerinnen zu ergattern als von Menschen, die ihre Produkte Menschen-nah vorstellen und verkaufen (also z.B. Autoren, Schauspieler und Politiker). Lady Gaga musste demnach einige Zeit auf ihren tatsächlichen Einsatz am roten Teppich warten. Zur Londoner Filmpremiere von „A Star Is Born“, welcher auch der überaus erfolgreiche Eröffnungsfilm der Filmnächte Chemnitz sein durfte, war nun der große Moment gekommen. Lady Gaga nahm sich viel Zeit für ihre Fans am Leicester Square und quittierte das Spraybild mit einer anerkennenden Bemerkung und einer Unterschrift, die mir sehr viel bedeutet und auf die ich besonders stolz bin, sie bei den Filmnächten 2019 ausstellen zu können.

Merke auch hier: sage niemals nie. Denn in der Zwischenzeit sind alle drei genannten, „unerreichbaren“ Sängerinnen unterzeichnet.“ 

Tipp 5: Sei nicht zu ehrfürchtig! (Oder: Warum auch Meryl Streep manchmal nur ein Mensch ist)

„Klar, jeder von uns ist Fan von etwas. Manchen bedeutet Musik sehr viel, anderen Schauspielerei und manche stehen auf Sport. Ich für meinen Teil mache keinen Hehl daraus Meryl Streep-Fan zu sein, oder „Streeper“ wie man in der Community gerne sagt. Also ist es naheliegend, auch Meryl Streep ein Spraybild unterschreiben zu lassen. So oft ich diese außergewöhnliche Schauspielerin bisher auch treffen durfte (ungefähr 15 Mal), der extrem große Aufwand zahlte sich glücklicherweise häufig aus.

Klar, Meryl Streep ist ein gut abgeschirmter Mega-Star mit vielen Fans. Doch wir sind ja lernfähig. Je größer das Spraybild, desto mehr Aufmerksamkeit kann man in der Masse erheischen – selbst wenn der Star bekanntlich nicht besonders gut sehen kann oder will, weil er sich in diesen Situationen unwohl fühlt. Das Wichtigste jedoch ist, nicht zu ehrfürchtig zu sein, selbst wenn man seinem großen Idol gegenüber steht. Und wenn man es selbst nicht schafft, dann braucht es einen Komplizen, der das Reden und Handeln übernimmt. So trug es sich zu, dass wir in einer Londoner Fernsehaufzeichnung ein 70×100 cm großes Meryl Streep-Spraybild (in ihrer Rolle als Emmeline Pankhurst in Suffragettes) ausrollten und sie in einer Mini-Drehpause vor hunderten Leuten aufforderten, dieses für uns zu signieren. Gut, ich habe wenig dazu beigetragen. Hier war es meine Begleitung, die sich ein Herz fasste und auch vor Meryl Streep’s reizendem Bodyguard nicht zurückschreckte, um das Spraybild nah genug an den Blindfisch heranzubringen. Sie unterschrieb das Werk liebevoll mit den Worten „Thanks and love! Meryl Streep“ und hatte neben einem Luftkuss auch noch das ein oder andere „Wow“ für mch übrig.

Ein Mensch eben, der ehrlich überrascht und gerührt ist. Oder eben einfach nur die beste Schauspielerin der Welt. Für mich macht es bis heute keinen Unterschied. Diese Momente nimmt einem niemand weg.“

Und ihr Lieben? Habe ich euch zu viel versprochen? Ich denke nicht. Ich persönlich bin restlos begeistert, habe mich sehr über die vielen Anekdoten im Interview gefreut und freue mich sehr, dass wir als Filmnächte Chemnitz, Künstlern in jeglicher Hinsicht solch eine Plattform bieten können. Einige der gezeigten Spraybilder  sind derzeit als Kunstdrucke in der Lounge 1 auf dem Theaterplatz ausgestellt und können nach Festivalende käuflich erworben werden. Weitere Informationen findet ihr auch unter www.galerie17.org. 

Also, habt ihr jetzt Blut geleckt? Dann nichts wie los zur Autogrammjagd!

 

Fotos © Jessica Kellershofen, Galerie17   ©David M. Benett/WireImage über Getty Images 

Hey, was TUN die denn da vorne?

Als ich erstmals vom Konzept hörte, zusätzlich zu 23 Minuten Werbung verschiedenen sozialen (?) Projekten vorm Publikum ein Podium zu geben, war ich… skeptisch. Bei den Filmnächten will ich mich ausgiebig mit Freunden unterhalten, die Weinkarte durchprobieren und anschließend einen Film genießen, ohne jedes Mal gleich die Welt retten zu müssen.

Was denn jetzt noch…

Und wenn man nicht gerade das Charisma von Bjarne Mädel besitzt oder zufällig Regisseur des gezeigten Film ist, hören die Besucher einem wirklich zu? Die mäßig besuchten „Theaterplatz-Gespräche“ sowie unsere Moderation als Programmbeirat aus dem Vorjahr ließen mich zweifeln. Zudem kam „TUN“ kurz vor Saisonstart etwas ‚holterdipolter‘ ins Spiel und erschien mir erklärungsbedürftig (tatsächlich berichtete die Freie Presse zuerst mit Buchstabendreher „15 Minuten TON“ darüber).

Dinge, die gehört gehören!

Seit August 2019 ist es nun aber Realität, dass sich vor jeder Filmvorführung Vereine, Initiativen oder auch Privatpersonen mit ihren Herzensdingen präsentieren – und es funktioniert! Man wird nicht um seinen filmischen Feierabend gebracht, sondern erfährt ganz nebenbei, wofür sich Chemnitzer einsetzen, wofür sie brennen und was sie so halt so tun. Und darf das unterstützen, muss aber nicht.

Schon jetzt wird deutlich: „TUN – 15 Minuten für dein Projekt“ könnte ein fester Baustein des Filmnächte-Erlebnisses werden, auf den man als Gast immer wieder gespannt sein darf. Ein paar Eindrücke:

Persönliche Lieblingsprojekte des Kuratoriums

Für das stimmige TUN-Programm verantwortlich ist natürlich das fünfköpfige, ehrenamtlich engagierte Kuratorium. Mich hat interessiert: Bei den vielen Bewerbungen, welcher Kurator wollte welches Projekt unbedingt dabei haben? Lassen wir sie einfach mal zu Wort kommen…

Spendensparschwein Rosalie

Isabelle Weh, Leiterin des Fritz-Theaters in Chemnitz

Müsste ich ein Lieblingsprojekt wählen, wäre es das Spendenschwein Rosalie. Es erfüllt im Kleinen alle Kriterien für TUN, macht einen Menschen für einen kleinen Zeitraum glücklicher; jemand tut aktiv mit seinen Möglichkeiten etwas für andere und beweist, dass man einfach loslegen kann, ohne einen richtigen Verein oder eine Institution im Rücken zu haben. Meine persönliche Meinung ist eh, wenn jeder darauf achten würde, dass es den Leuten im eigenen Umkreis gut geht, dann würden diese Kreise immer weitere Kreise schlagen, bis sie irgendwann wieder bei uns selbst ankommen.

KARREE49

Malte Ziegenhagen, Kapitän der Niners Chemnitz

Für mich ist das KARREE49 ein sehr interessantes Projekt. Wie auch ich selbst, hat es sich zum Ziel gesetzt, auf dem Sonnenberg etwas zu bewegen und aufzubauen. Ich bin gespannt, wie die Organisatoren das Projekt planen und bezahlen, aber auch wie es möglicherweise einen Großteil der Einwohner des Sonnenbergs verpflegen kann. Gibt es Ideen, lokale Bürger mit einzubeziehen oder ist es ein autonomes Projekt, das als Privatunternehmen zu verstehen ist? Auf jeden Fall freue ich mich riesig, dass dieses Projekt bei TUN dabei ist.

Solidarische Landwirtschaft

Christian Fuchs, Journalist

Ich mag am meisten die Solidarische Landwirtschaft „Hof zur bunten Kuh“. Dort kommen Menschen zusammen, pflanzen, jäten und ernten gemeinsam an der frischen Luft. Wer miteinander Gemüse anbaut, hasst sich nicht. Und am Ende gibt es auch noch eine leckere Belohnung – fair und regional produziert.

Wahlkampf für die Demokratie

Ulrike Nimz, Journalistin

Besonders überzeugt haben mich die Buntmacher*innen und ihre Idee eines überparteilichen Haustürwahlkampfes, mit dem sie Nichtwähler überzeugen wollen, am 1. September doch noch ihr Kreuz zu machen. Zum ersten Mal gehört habe ich von der Initiative nach den rassistischen Ausschreitungen im August 2018, ich war als Reporterin vor Ort. So erschreckend die Ereignisse vor einem Jahr waren – sie haben auch dazu geführt, dass mehr Menschen Haltung zeigen und überlegen, wie sie das Leben in der Stadt mitgestalten können. Ich selbst habe fünf Jahre lang in Bernsdorf gewohnt und mag das Viertel noch immer. Auch deshalb ist mir das Projekt nah.

Lukas Stern e.V.

Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz

Neben dem bereits genannten Spendenschwein Rosalie ist mein Favorit der Lukas Stern e.V., deren Einsatz mich sehr berührt hat. Sie arbeiten beständig mit schwerkranken Menschen -vorwiegend Kindern- und erfüllen, unter sicher starken emotionalen Belastungen, deren manchmal auch letzte Wünsche. Ich habe selber Kinder und bin zutiefst betroffen von dem, was diese Familien durchmachen. Momente von Glück zu schenken, Beistand zu leisten und Wegbegleiter zu sein, ist eine kaum zu würdigende Leistung und zeigt ein Maß an Mitmenschlichkeit, das nachdenklich, demütig und zugleich Mut macht. Ich möchte dem Lukas Stern e. V. im Namen des gesamten Filmnächte- und TUN-Teams danken und hoffe, dass unser Beitrag dabei hilft, diese wichtige Arbeit zu unterstützen.

„Erwähnen möchte ich noch, dass ich glücklich darüber bin, dass unsere Besucher zum großen Teil aufmerksam die Projektvorstellungen verfolgen und jeden Tag Spenden gesammelt werden konnten. TUN wirkt! Mein Dank gilt überdies allen, die an TUN mitwirken, hervorgehoben sei mein Mitinitiator Volker Tzschucke / Zauberberg Medien und meine Mitstreiter im Kuratorium, welche sich allesamt ehrenamtlich engagieren.“ (Michael Claus, Festivalleiter der Filmnächte Chemnitz)

Im August 2019 wurde aus einer Idee auch Wirklichkeit: Festivalleiter Michael Claus und Mitinitator Volker Tzschucke zeigen die TUN-Spendenbox

Mamma Mia vs. Dirty Dancing – Das Duell

In der einen Ecke: Meryl Streep in Hosenträgern. In der anderen ein 17-jähriges Mädchen, das eine zylinderförmige Wassermelone trägt – bereit, allerhand schmutzige Tricks anzuwenden…

Es sind zwei „Big Player“ im Kultfilm-Sektor, bewaffnet mit Ohrwürmern, Dancing-Skills und ganz viel Gefühl: der Tanzfilm „Dirty Dancing“ einerseits und die Musical-Verfilmung „Mamma Mia!“ andererseits. Beide sind fest verankert im Filmnächte-Kanon. Doch welcher hat im direkten Vergleich die Nase vorn? Ring frei für dieses Duell!

Filmszene aus "Mamma Mia!": Meryl Streep und Freundinnen laufen entschlossen und singend nach vorne

„Auf in den Kampf!“

Runde #1: Handlung und Schauspieler

Auch wenn keiner der verantwortlichen Drehbuch-Autoren mit bahnbrechenden Twists um sich wirft, funktioniert gerade „Dirty Dancing“ mit seiner romantischen Story rund um die beinahe erwachsene „Baby“ und Tanzlehrer Johnny Castle.

„Mamma Mia!“ hingegen folgt seiner Musical-Vorlage und gibt sich als überaus spaßige Verwechslungskomödie, die übrigens vor echter Urlaubs-Idylle in Griechenland gedreht wurde. Die sahnige Schauspieler-Riege rund um Meryl Streep, Colin Firth, Amanda Seyfried & Co. holt auch wirklich das Beste aus der konstruierten „Who’s Your Daddy?“-Handlung heraus, aber am Ende geht dieser Punkt knapp an Jennifer Grey und Patrick Swayze, die ihren eigentlich ebenfalls recht seichten Figuren viel Leben einhauchen.

Gewinner: Dirty Dancing

Sieger der Herzen: die ABBA-Urgesteine Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die ihre Gastauftritte in „Mamma Mia!“ rocken (als Pianist und als griechischer Gott verkleidet!)

Filmszene aus "Dirty Dancing": Tanzlehrer hebt Schülerin im Wasser stehend hoch für Hebefigur

Runde #2: Erfolg und Beliebtheit

Wenn Hollywood-Stars die Pop-Hits von ABBA schmettern, singen auch die Filmstudios mit: „Money, Money, Money“! Mit 610 Millionen Dollar landete „Mamma Mia!“ im Startjahr 2008 auf Platz 3 der erfolgreichsten Filme. In Griechenland und Großbritannien genießt das Musical die größte Anerkennung und gilt dort als meistverkaufte DVD.

Fast 20 Jahre zuvor eroberte der Kontrahent „Dirty Dancing“ die Lichtspielhäuser (214 Millionen Dollar weltweit). Heute posiert er auf Platz 20 der erfolgreichsten Filme in Deutschland und darf mit einer Oscar-Trophäe für den besten Filmsong angeben.

Während „Dirty Dancing“ mit einer kurzlebigen Fernsehserie und einem verstoßenen Remake ohne würdigen Nachfolger lebt, beglückte 2018 die Neuauflage „Mamma Mia! Here We Go Again“ alle ABBA-Fans (mit moderatem finanziellen Erfolg).

Auf Bewertungsportalen fallen beide Kandidaten übrigens eher in die Schublade „Guilty Pleasure“: „Dirty Dancing“ müht sich bei IMDb auf 7,0, „Mamma Mia!“ erreicht nur 6,4 Punkte (die Metacritic-Scores sind mit 65 und 51 noch düsterer). Am positivsten ist der Audience Score auf Rotten Tomatoes mit 66% für „Mamma Mia!“ und durchschlagenden 90% für „Dirty Dancing“. Dem haben wir nichts hinzuzufügen…

Gewinner: (wieder) Dirty Dancing

Sieger der Herzen: Pierce Brosnan, der sich über eine goldene Himbeere als schlechtester Nebendarsteller „freuen“ darf

Filmszene aus "Dirty Dancing!": Tanzlehrer Johnny Castle und Schülerin Baby stehen vor einem Mikrofon

Runde #3: Musik und Tanz

Im Prinzip die Königsdisziplin, denn was wären diese Kultstreifen ohne Patrick Swayzes Mambo-Tanzkünste oder die schwedischen ABBA-Evergreens…? Eben, keine Kultstreifen!

Beide Werke brachten Songs mit enormer Ohrwurm-Qualität hervor, wobei sich „Mamma Mia!“ an der kongenialen Vorlage bedienen durfte und wohl jeder den ein oder anderen ABBA-Songtext im Langzeitgedächtnis abgespeichert haben dürfte (hier könnt ihr mitsingen!). „(I’ve Had) The Time of My Life“ allerdings schnappte sich 1988 den Oscar für den besten Filmsong und der „Dirty Dancing“-Soundtrack verkaufte sich wie gekühlte Wassermelonen im Hochsommer.

Unterm Strich jedoch ist nicht nur ABBAs mit Platin-Alben überquellende Diskografie der entscheidende Trumpf, sondern auch der mit verspielter Leidenschaft singende und tanzende „Mamma Mia!“-Cast. Verdienter Punkt!

Gewinner: Mamma Mia!

Sieger der Herzen: sämtliche Tanzsequenzen aus „Dirty Dancing“, die Mambo und Merengue wieder salonfähig machten

Werbe-Bild für "Mamma Mia!": Der Haupt-Cast rund um Meryl Streep und Amanda Seyfried im Torbogen

Bonus-Runde: Bei den Filmnächten

Gruppenbild vor Filmnächte-Fotowand zu "Dirty Dancing" mit Utensilien wie Wassermelone

Beide Events scheinen bei den Filmnächten Chemnitz ein Abo auf gefüllte Sitzreihen und den begehrten Samstags-Slot gebucht zu haben. Vom allerersten Jahr an, also seit 2011, zieht besonders „Dirty Dancing“ die tanzwütigen Massen an – den Höhepunkt gab es 2017 mit 1006 Gästen! 2015 übrigens heizten rekordverdächtige 30 Grad zusätzlich die Stimmung an.

Die ABBA-Nacht ist zwar erst seit 2014 regelmäßig im Programm, knackte letztes Jahr mit 919 Besuchern aber ebenfalls die „ausverkauft“-Marke (da lief übrigens der neue Teil, „Mamma Mia! Here We Go Again“). Trotz eher ungemütlichen 14 Grad!

Bezüglich Rahmenprogramm, Deko und anschließender Party übertrumpfen sich beide Kontrahenten gegenseitig: synchron geschwungene Wunderkerzen, knallbunt gekleidete Gäste wie auch Mitarbeiter, vorgeschaltete Tanzkurse und tolle Show Acts auf dem Theaterplatz.

Welche der beiden Nächte dieses Jahr (2019) am schönsten war? Entscheidet selbst und werft einen Blick in unsere Foto-Galerie zu Dirty Dancing und ins Fotoalbum zu Mamma Mia!, bevor wir zur Duell-Auswertung kommen.

Gewinner: Beide!

Sieger der Herzen: „The Big Lebowski“, der Filmnächte-Kultfilm für die Männer

And the winner is…

Machen wir uns nichts vor. Vom Kultfaktor her ist natürlich „Dirty Dancing“ nicht zu überbieten, auch wenn „Mamma Mia!“ die größeren Ohrwürmer zu bieten hat und als amüsante Musical-Komödie auch Tanzmuffel begeistert. Trotzdem dürfen wir hier von einer klaren Entscheidung zugunsten des Tanzfilm-Urgesteins „Dirty Dancing“ sprechen!

SCHLINGEL-Talk: Was ihr zum Tageskino wissen müsst

„Sonne an, Film ab – Herzlich willkommen bei den Filmnachmittagen Chemnitz!“

… Naja, als Slogan ähnlich holprig wie so manche Wahlplakate. Aber zumindest halten wir unser Versprechen: Mit exquisitem Familienkino bespielen die Filmnächte jetzt auch tagsüber den Theaterplatz, und das zum ermäßigten Preis von 4 Euro! (jaja, Lounge und Abendkasse ist teurer)

Ist euch noch immer nicht geheuer, dass wir jetzt einen auf Cinestar, Bällebad und Jugendclub machen? Dann lest hier, was es mit dem Tageskino und der SCHLINGEL-Ferienkino-Woche auf sich hat.

Die Facts

Film-Marathon an jedem Wochentag

Vom 9. bis 16. August, also die ganze verbliebene Ferienwoche lang, flimmern jeweils drei Filme über den Theaterplatz: um 10.30 Uhr, 13.00 Uhr und 17.30 Uhr (bevor das reguläre Abendkino anschließt). Sonntag (11.08.) startet der erste Streifen ausnahmsweise erst 11.30 Uhr. Aber ihr seht: Unsere fleißigen Mitarbeiter-Bienchen sind den lieben langen Tag für euch und eure Kids am Start.

Den Anfang machten am Freitag (09.08.) „Die Unglaublichen 2“ von Disney Pixar

30 statt 18 Meter

Vorne thront eine LED-Leinwand, die stolze 30 Meter misst (12 Meter mehr als letztes Jahr!) und effektiv dem Tageslicht trotzt.

Schlanke 4 Euro

Wer im Vorverkauf zuschlägt (bis kurz vorm Einlass möglich), bezahlt 4 Euro (letztes Jahr waren’s noch 5). Plätze in der überdachten Lounge kosten 9 Euro. Tipp: Besonders gut sieht man tatsächlich im Parkett. Damit bleibt auch mehr Taschengeld übrig!

SCHLINGEL auf frischer Tat ertappt

Expertise für Kinder und junges Publikum steuert das Internationale Filmfestival SCHLINGEL bei, die für jede Altersstufe ein passendes Film-Bonbon organisieren konnten. Die „Ferienkino-Woche“ läutet SCHLINGEL-Direktor Michael Harbauer am Sonntag (11.08.) höchstpersönlich ein. Dazu läuft um 17.30 Uhr die preisgekrönte, französisch-belgische Komödie „Der kleine Spirou“.

Filmszene aus „Der kleine Spirou“

Ein Herz für aktuelle Filme

Mehr Slots im Programm sind immer gut! Heimliche Lieblinge des Filmnächte-Programmbeirats wie das Musical „Mary Poppins‘ Rückkehr“, das Drama „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ (in Kooperation mit Lukas Stern e. V.) oder auch der französische Tierfilm „Mia und der weiße Löwe“ (mit ECHTEN Löwen, hört ihr, Disney!?) blieben somit vom Rotstift verschont. Ganz explizit auch für Erwachsene geeignet!

Sonnencreme und Wasserflasche dabei?

Wie uns diverse Wetterfrösche flüstern, bleiben die Temperaturen glücklicherweise (!) unter 30 Grad. Dennoch sollten Eltern für ihren Nachwuchs (und andersrum) an ausreichend Sonnenschutz denken. Tipp für alle Fälle: Ein Schirm dient gleichzeitig als Regen- und als Sonnenschutz! Und um nochmal die Mama raushängen zu lassen: Genug trinken! Bis zu 0,5 Liter Wasser dürft ihr problemlos mitnehmen. Selbstredend sind aber auch unsere Gastro-Mitarbeiter professionell geschulte Durstlöscher.

Hotdogs!

Wie jeder Familienmensch mit IKEA-Erfahrung weiß, lieben Kinder Hotdogs. Deshalb ergänzt das beliebte Fast Food tagsüber unsere Kinotheke, die natürlich auch Nachos, Popcorn und Eis enthält – hungern soll keiner! Als besonderes Tageskino-Angebot gibt’s zudem zwei Getränke (Schorle, Limo) und ein kleines Popcorn für 8 Euro. Abschließender Tipp vom Fachmann für müde Eltern: KAFFEE!

Schmeckt natürlich auch Erwachsenen: Hotdogs!

Zum Schluss noch 3 Fragen an…
Christin Franz (Pressearbeit SCHLINGEL)

Filmnächte meets SCHLINGEL – eine vielversprechende Kombination, gerade für die Sommerferien. Wie ist die Kooperation denn zustande gekommen?

Die Idee war schon lange in den Köpfen der Orga-Teams verhaftet. Allerdings harmonierten die Starttermine der Abendveranstaltungen nicht wirklich gut mit der Zielgruppe. Durch die neue LED-Leinwand bietet sich nun die Möglichkeit, auch tagsüber Filme zu zeigen. Damit können wir das Chemnitzer Publikum endlich auch im Sommer und Open Air vor wunderschöner Kulisse in den Genuss von SCHLINGEL-Filmen vergangener Editionen kommen lassen.

Im Programm, das wir bunt und abwechslungsreich für alle Altersklassen erstellt haben, findet sich natürlich auch der eine oder andere Festival-Preisträger! Wir wünschen schon jetzt jede Menge spannende, actionreiche und unvergessliche Filmmomente!

 

Sorgt dafür, dass der SCHLINGEL in aller Munde ist: Christin Franz

Irgendwann ist immer das erste Mal: Können Sie einen Tageskino-Film für jüngere Kinder empfehlen, die noch nie im Kino waren?

Für Kinder ist ein Kinobesuch immer überaus aufregend. Eine Filmvorführung unter freiem Himmel zu erleben, ist einmal mehr ein großes Abenteuer, welches man den Kleinen nicht entgehen lassen sollte.

Wir favorisieren den Beginn der medialen Bildung bereits ab dem Vorschulalter. Speziell beim Kino bietet sich ein einzigartiges Gemeinschaftserlebnis inklusive der Möglichkeit für Diskussion und Austausch. Für ab 5-Jährige haben wir folgende Titel ins Programm gepackt: „Pettersson und Findus – Findus zieht um“ ist ein wirklich zauberhafter Film. Nicht nur der sprechende, freche und überaus quirlige Kater Findus, sondern auch der alte Pettersson werden die Herzen der Kinder im Sturm erobern. Für Mutigere, die Action lieben, empfehlen wir „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“, bei dem es um drei Tiere eines Bauernhofes geht, die kurz vor der großen Geburtstagsfeier plötzlich unschönen Besuch bekommen.

Oder aber unser Kurzfilmprogramm „SCHLINGELs kesse Kurzfilm-Knirpse“. In 2- bis 12-minütigen Filmen erwachen beispielsweise nachts die Bausteine oder Schneemänner wollen plötzlich einfach mal in den Urlaub. Jede Menge Spaß und viele Entdeckungen sind hier vorprogrammiert.

Wenn sich Schüler*innen über 12 Jahren in der letzten Ferienwoche nur einen einzelnen Film geben wollen, welchen würden Sie vorschlagen?

Je nach Interessenslage decken die Streifen für ab 12-Jährige verschiedenste Themenbereiche ab. So ist „Rock my Heart – Mein wildes Herz“ mehr als ein einfacher Pferdefilm. Auf berührende und mitreißende Weise wird die Geschichte von Familie, Freundschaft und dem Glauben an sich selbst erzählt. Im Zentrum stehen dabei der titelgebende Vollbluthengst „Rock my Heart“ und die 17-jährige Jana; beide Seelenverwandte, beide wild und rebellisch.

Der Film „Dessau Dancers“ hingegen bewegt sich auf der musikalischen Schiene und gibt überaus interessante Einblicke in die Breakdance-Szene der 80er Jahre in der DDR. Der Film punktet mit einer interessanten Story, sympathischen Figuren und schmissiger Musik. Mit „Club der roten Bänder – Wie alles begann“ kommt nun die Vorgeschichte zur erfolgreichen TV-Serie auf die große Leinwand. Auch der Kinofilm basiert auf den Erlebnissen des spanischen Erfolgsautors Albert Espinosa und berührt sicher jeden Zuschauer.

Ich bin mir sicher, für jeden ist etwas dabei. Also, schnappt euch eure Freunde und verbringt eine entspannte Kino-Zeit mit SCHLINGEL-Filmen bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz.

Es ist uns immer und immer wieder ein (Berg)Fest mit euch!

An alle Liebhaber des alljährlichen Freiluftkinos, 

BERGFEST! 

Jawohl, ich wiederhole es gerne noch einmal und diesmal mit einem stärkeren und leicht wehmütigen Nachdruck: WIR HABEN BERGFEST!

Was das heißt? Ganz einfach, die Hälfte unserer Open-Air-Saison 2019 ist mit dem Erscheinen dieses Blogbeitrags schon vorbei. Wenn man es so ausspricht, ist das eine ganz verrückte Tatsache, denn ich erinnere mich noch ganz genau an die ersten Meetings in unserem provisorischen Büro am Theaterplatz und an alle Wünsche, aber auch Ängste, die ein jeder von uns mit in die neue Saison genommen hat.

Vieles davon hat sich bereits in der ersten Hälfte erfüllt. Und ich spreche hier nicht nur von den drei ausverkauften Vorstellungen, die uns tatsächlich sehr glücklich gestimmt haben, sondern auch von angespannten Abenden bei schlechtem Wetter mit wenigen Besuchern und eisigen Temperaturen mitten im Juli. 

Doch alles der Reihe nach. 

„Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler!“ (J.W. von Goethe)“

Angefangen hat alles mit einer grandiosen Eröffnung am 05.07.2019. Nachdem wir unsere Generalprobe im Rahmen des Kosmos 2019 am 04.07. schon vorbildlich gemeistert hatten, waren wir der Annahme, dass uns nichts mehr aufhalten könne, doch da haben wir sprichwörtlich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn wir wurden einen Tag später förmlich überrannt. Nicht unbedingt körperlich, sondern eher emotional. Mit über 1.000 Menschen und einem zum allerersten Mal ausverkauften Haus zu einer Filmnächte-Eröffnung nach neun Jahren Spielzeit und einem Soundtrack der ungerechtfertigterweise nur einen einzelnen Oscar gewonnen hat, blieb einfach kein Auge trocken. Wir hatten Gänsehaut und denken mit Freude an diese Eröffnung zurück. 

   

Und mit diesem Hoch im Rücken setzte der Sommer gefühlt für mehrere Tage aus. Regen, Wind, Gewitter über dem Platz und Temperaturen knapp über 10 Grad ließen uns zittern und für jedes Lächeln der Gäste kämpfen. Ein besonderes Beispiel war hier der Film „Cold War“. Es war wortwörtlich sehr kalt und mit 22 Menschen bisher der schwächste Filme bei uns auf dem Platz überhaupt.

Doch auch das haben wir gemeinsam geschafft und nach jedem Tief kommt bekanntlich auch wieder ein Hoch und in unserem Falle waren das mit „Der Junge muss an die frische Luft“ und „Bohemian Rhapsody“ zwei weitere ausverkaufte Filmveranstaltungen mit über 1.000 Menschen und sehr warmen Temperaturen, sowie das John Fogerty Konzert mit über 4.000 Menschen. Es war und ist einfach der Wahnsinn, das so sagen zu können.

Natürlich braucht eine Veranstaltung in diesem Ausmaß immer ein gewisses Maß an Vorlauf, um dann im Endeffekt reibungslos abzulaufen. Und da wir hier auf dem Blog ja Gott sei Dank unter uns sind, kann auch ich euch sagen, dass nicht immer alles glatt lief. Allerdings sind wir, ähnlich wie die Spitze des Eisbergs, jetzt auch für euch voll im Geschäft und in der Blüte unserer Leistungsbereitschaft. Und das ist auch dringend nötig.

Der August wirft seine Schatten voraus

Habt ihr schon einmal ins August-Programm 2019 geschaut? Ein Highlight jagt hierbei das nächste. Neben dem SCHLINGEL-Ferienkino, welches eine Woche lang bereits ab 10:30 Uhr Kino für die ganze Familie bietet, sind wir alle im Konzertfieber. Neben einer Zusatzvorstellung unseres Besucherlieblings „Bohemian Rhapsody“ am 18.08.19, haben wir ab sofort jede Woche ein musikalisches Schmankerl für euch organisiert. Was am Anfang unsere filmischen Konzertsamstage waren, sind nun reale Konzerte mit Stars zum Anfassen. Von Amy MacDonald am 08.08.19 über Johannes Oerding am 17.08.19 und Classics unter Sternen am 24.08.19 bis hin zu Philipp Poisel am 30.08.19 haben wir alles für euch im Angebot. Und ja, wir sind stolz, den Theaterplatz in einen Ort der Veränderung und des Machens zu verwandeln.

Was TUN wir hier eigentlich?

Apropos MACHEN.

Zum Beginn des Monats haben wir nach einer enorm großen Resonanz unser kleines Experiment „TUN“ gestartet. Hierbei haben lokale Akteure die Chance, sich und ihr Herzensprojekt vorzustellen, um so ihre eigene Reichweite und ihren wichtigen Einfluss zur Veränderung zu verstärken. Ziel davon ist es, jeder Stimme ein Gehör zu geben, egal wie klein sie uns erscheinen mag, denn nur durch euch kann sie täglich zu einem Echo werden. Wir bitten euch in diesem Zusammenhang um Ehrlichkeit und Offenheit: Gebt uns Feedback, aber bleibt fair.

Was gibt es in diesem ganzen Überschwang noch zu sagen? Achso ja, es steht außerdem noch die Auswertung unseres KARL-Votings aus, es wird einen Starbesuch zur Premiere von „Und der Zukunft zugewandt“ geben, ihr werdet die einmalige Gelegenheit bekommen, einen wahrhaften Zeitzeugen zum Film „Ballon“ zu treffen und und und…

Am Ende bleibt mir jedoch nichts weiter, außer DANKE zu sagen. 

Ein riesiges, liebendes und umarmendes Danke an alle da draußen. Für eure Treue, euer Lächeln, eure vielen Fragen und Anregungen. Wir freuen uns so sehr auf die nächsten Wochen und würden uns freuen, einen jeden von euch noch einmal bei uns begrüßen zu dürfen.

Fotos © Toni Kretschmer, newpic photography & PBR-Mitglied Jens Schwipper

Die 5 besten Tatortreiniger-Episoden

Witziger als „Mord mit Aussicht“, subtiler als „Stromberg“ und wahrscheinlich intelligenter als alle 6815 „GZSZ“-Folgen zusammen – „Der Tatortreiniger“ gehört zum Besten, was das deutsche Fernsehen bislang zustande gebracht hat. Dank zahlreichen Preisen und einer geradezu missionarischen Fangemeinde ist die 31-Episoden-Serie längst kein Geheimtipp mehr.

Egal, ob ihr dem kleinbürgerlichen Gebäudereiniger Heiko Schotte schon verfallen seid oder bisher kaum Berührungspunkte mit der kammerspielartigen TV-Serie hattet, hier kommen 5 Tatortreiniger-Folgen, die man unbedingt gesehen habe sollte (in chronologischer Reihenfolge)!

Eine Übersicht zu allen Folgen findet ihr übrigens auf der Website vom NDR.

Schottys Kampf (Folge #7)

Klar doch, der Nationalsozialismus war eine große Idee, die in den Kinderschuhen stecken geblieben ist… Mit solchen Thesen, aber auch mit einer modernen Hakenkreuz-Variante und Grobian ‚Bombe‘ ärgert sich Tatortreiniger Schotty im Hinterzimmer eines Heimatvereins herum. Hier soll er die Überreste eines von der Leiter gestürzten Neonazis wegputzen. Doch damit begnügt er sich nicht…

Dank perfekten Pointen, furios aufspielenden Nebenrollen und einfallsreicher Visualisierung zu Recht eine mit Kritikerlob und Awards überhäufte Folge aus der zweiten Staffel!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Schottys Kampf": Heiko Schotte vor einer Hitler-Büste

Auszeichnungen:

  • Grimme-Preis 2013 in der Kategorie „Unterhaltung“
  • Civis – Europas Medienpreis für Integration 2013 in der Kategorie „Fernsehen/Unterhaltung“

Angehörige (Folge #8)

Kann sich eine Episode zum Großteil in einer Kiste abspielen? Regisseur Arne Feldhusen drohte zuerst am unkonventionellen Drehbuch zu verzweifeln, zauberte dann aber doch ein Glanzstück auf den TV-Bildschirm. Statt Tod, Blut und Dreck trifft der Tatortreiniger in der makellosen Wohnung eines Zauberers auf „Fanny Fee“, einen engen Freund des Verstorbenen. Florian Lukas spielt den Homosexuellen nah am Klischee, letztlich aber doch mit viel Sorgfalt und Profil.

Unterhaltsam beleuchtete Themen wie Elternschaft, Schubladendenken und Selbstwertgefühl machen „Angehörige“ zu einer besonderen Empfehlung, auch wenn die Folge vielleicht der ‚typischste‘ Vertreter in unserer Liste ist.

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Angehörige": Heiko Schotte verkleidet mit Zauberei-Utensilien

 

Auszeichnungen:

  • Deutscher Regiepreis Metropolis 2014 in der Kategorie „Beste TV-Serie“ an Regisseur Arne Feldhusen

Der Fluch (Folge #17)

‚Schotty, der Schrecken aller Flecken, der putzt Schnecken aus den Ecken‘ – jep, diesmal sind sind weniger die Denker, mehr die Dichter gefragt! Als ihn sein neuster Auftrag in ein verwunschenes Schloss führt, verdonnert der titelgebende Fluch unseren norddeutschen Putzer dazu, unentwegt zu reimen. Wie sich später ein Gorilla in die Story einreiht und auf welches Wort sich absolut nichts zu reimen scheint, solltet ihr unbedingt selbst erleben!

„Der Fluch“ fällt mit seiner wahnwitzigen Reimkunst völlig aus dem Rahmen und wird gerade deshalb von Fans so gefeiert. Der Erlkönig wäre stolz!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Der Fluch": Heiko Schotte und Episodenrolle erschrecken vor einem Schatten

Auszeichnungen:

  • keine, aber hier braucht’s auch kein solches Geschleime!

Pfirsich-Melba (Folge #21)

Vanilleeis, dazu Pfirsich-Scheibchen und Schlagsahne – selbst wenn Schotty die blutigen Überreste des ermordeten Eiscafé-Besitzers Alfredo wegwischt, dürftet ihr in „Pfirsich-Melba“ Appetit auf leckeres Eis bekommen. Das wahre Highlight ist aber die Episodenrolle von Björn Meyer, der mit viel Fingerspitzengefühl einen unsicheren Autisten spielt. Über eine brenzlige Situation im Kühlraum und die bewegende Auflösung wollen wir an dieser Stelle jedoch nichts verraten.

Was sich in einer gewöhnlichen Eisdiele mit schlagartig wechselnder Tragik, Komik und Suspense abspielt, ist ganz großes Fernsehen!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Pfirsich-Melba": Heiko Schotte mit einem Eisbecher

Auszeichnungen:

  • Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016 in der Kategorie „Bester Schauspieler – Nebenrolle“ an Björn Meyer
  • die vielleicht höchstmögliche Würdigung: Bjarnes persönliche Lieblingsfolge!

Sind Sie sicher? (Folge #25)

So, Verschnaufpause ist vorbei! Nach dem philosophischen Larifari aus den bisherigen Folgen wird jetzt wieder tüchtig geschrubbt – und zwar unter Aufsicht des strengen Geschäftsführers einer Consulting-Firma. Dort werden Toilettengänge per Stoppuhr gemessen und Mitarbeiter mit Psychospielchen an ihre Grenzen getrieben. Auch Tatortreiniger Heiko Schotte sieht sich schließlich damit konfrontiert: Hat sein Chef hier tatsächlich einen Mitarbeiter-Evaluationstest in Auftrag gegeben?

Eine brillant mit Bluffs und Wortwitz gespickte Abrechnung mit karrieregeilen Arbeitstieren und dem Leistungsdenken unserer Gesellschaft. Toll, dass die Serie auch in der vorletzten Staffel noch richtig glänzt!

Szene aus Tatortreiniger-Folge "Sind Sie sicher?": Heiko Schotte sitzt über einem Blutfleck

Auszeichnungen:

  • 2018: Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2018 in der Kategorie „Bildung“ an Drehbuchautorin Ingrid Lausund aka Mizzi Meyer

Sicher habt ihr eure eigene Lieblingsfolge? Oder seid ihr als Neueinsteiger zumindest neugierig geworden? Lest gerne weiter, wenn ihr in der Region Chemnitz wohnt…

Die letzte Staffel zur großen Tatortreiniger-Seriennacht

Dass nicht nur das Filmnächte-Team, sondern auch die Chemnitzer riesige „Tatortreininger“-Fans sind, haben sie 2018 eindrucksvoll bewiesen. Ein bis auf die letzte Bierbank besetzter Theaterplatz, dazu die unermüdlichen Stars Bjarne Mädel und Arne Feldhusen live vor Ort – unvergesslich.

Filmnächte-Team zusammen mit Regisseur Arne Feldhusen und Schauspieler Bjarne Mädel

Was soll man anderes sagen als: DANKE für diesen Abend, danke für diese Serie!

Dieses Jahr (am Dienstag, den 6.8.) wird die finale Staffel gezeigt. Richtig gehört, nach insgesamt 31 Folgen ist leider endgültig Schluss. Für das große Serienfinale, die unkonventionelle „Einunddreißig“, gab es sogar noch eine Grimmepreis-Nominierung für die „Kunst, eine Serie zu beenden“.

Außerdem tauchen dort allerhand bekannte Gesichter (25 Figuren!) aus früheren Staffeln auf. Sogar Regisseur Arne Feldhusen hat einen Mini-Auftritt.

Vor dem Finale: Diese Folgen sollte man noch gesehen haben

Die obenstehenden 5 Empfehlungen sind bereits ein gutes Fundament, aber folgende Episoden solltet ihr euch zusätzlich reinziehen, um möglichst viele Anspielungen der letzten Staffel mitzunehmen:

  • Ganz normale Jobs (Folge #1): Damit fing 2011 alles an! Und die Eröffnungsfolge macht heute immer noch großen Spaß. Einen Anteil daran tragen auch zwei Ermittler aus „Polizeiruf 110“, deren Cameo-Auftritte sich bis zum Serien-Ende durchziehen.
  • Bestattungsvorsorge (Folge #19): Die beiden zankenden Bestatter sind wohl die am häufigsten auftretenden Sidekicks, die hier eine komplette Folge spendiert bekommen. Natürlich schneien sie auch in der allerletzten Episode vorbei.
  • Freunde (Folge #24): Eine illustre Clique besteht rund um den Tatortreiniger, die man hier auf amüsante Weise kennenlernt. In Folge #29, „Rebellen“, kommen die Freunde abermals zusammen und philosophieren über -haltet euch fest- Filzgleiter.
  • Anbieterwechsel (Folge #22): Ständig wird über sie gesprochen: Schottys Angebetete, Merle. Am Ende von „Anbieterwechsel“ begegnen wir ihr endlich und fiebern bei einer Liebeserklärung mit… Im Serienfinale spielt sie dann eine Schlüsselrolle.

Allein ins Kino – Ein Plädoyer

Ich behaupte mal ganz lässig, kein Mof zu sein. Dennoch gehöre ich zu den eigentümlichen 13% aller Menschen, die (auch) allein ins Kino gehen (laut FFA). Im Rückblick ist dieser Wert übrigens schon gestiegen, 2013 waren es nur 10%.

„Aber… man geht doch nicht allein ins Kino!?“

Selbst eine Mini-Umfrage im cineastisch geprägten Filmnächte-Programmbeirat zeigt: Die Mehrheit zieht eher selten (10% aller Filmsichtungen) ohne Begleitperson los, manche sogar „NIEMALS!!“. Nur ein Kollege konsumiert Kinofilme ähnlich wie ich häufig (2/3 aller Besuche) „allein, allein…“. Und er -kaum zu glauben- hat dabei Spaß!

GIF aus "Die fabelhafte Welt der Amelie": Amelie sitzt im Kino

Aus diesen stümperhaft erfassten Daten und meiner eigenen Erfahrung will ich hiermit eine Lanze brechen (*knack*) und Gründe darlegen, weshalb es sich lohnt, allein ins Kino zu gehen.

Euer Ehren, ich plädiere für Freispruch!

Grund #1 – Keine Kompromisse

Das ist auch gleich der offensichtlichste Grund: Schluss mit „Wenn, dann…“ und „Ja, aber…“!

Einige Beispiele:

  • Die Freundin rebelliert gegen Sci-Fi, der Arbeitskollege sträubt sich gegen Animationsfilme
  • Eure Kumpels gehen immer Samstagabend zur überteuerten Prime Time, die früheren Mitbewohner nur dienstags, ausgerechnet während eures Judo-Kurses
  • Hannah hasst Multiplex-Kinos, Peter kommt ungünstig zum Clubkino raus
  • Freund A hat den neusten Blockbuster längst gesehen, Freund B streamt ihn planmäßig im Heimkino und Freund C wollte sowieso lieber ins Theater…

Und verzweifelt ihr nicht auch daran, Weihnachten einen für die ganze Sippschaft geeigneten Kinofilm herauszufiltern, der nicht mit der durchgeplanten Festtags-Agenda kollidiert? Nach hitzigen Debatten läuft das meist darauf hinaus, dass man sich wie im Simpsons-Intro auf die heimische Couch zwängt und zum 100. Mal „Kevin allein zu Haus“ anguckt. Nichts gegen Kevin und altmodischen Slapstick, aber, puuuh…

Wer alleine loszieht, bestimmt hingegen Kino, Uhrzeit, Sitzreihe, Snacks und natürlich den Film selbst. Eine Freiheit, die auch Spontanität erlaubt. Schon mal dem wahnwitzigen Reflex nachgegeben, sich nach dem Abspann gleich in den nächsten Film zu setzen? Elektrisierend, ich kann’s nur empfehlen (Bezahlen nicht vergessen)!

Blog-Autor Jakob mit zwei Pokémon-Sammelkarten, draußen in der Chemnitzer Innenstadt

Nachmittags im Kino, und dann auch noch zu „Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu“ – nerdiger geht’s wohl nicht? Tja, ich konnte ja auch Zeit und Film selbst bestimmen…

Grund #2 – Völlige Hingabe

Gehört ihr auch zu denjenigen, die bei einer bewegenden Abschieds-Szene lieber nochmal in ihre Chipstüte greifen oder sich schmerzhaft auf die Zunge beißen, anstatt einfach eine Träne zu verdrücken? Wenn einen die neuen Kollegen oder unbekannte Schönheiten im Kinosessel flankieren, möchte man seinen Emotionen vielleicht sagen: „Bis hierhin und nicht weiter, ich bin unter Menschen!“

Dabei hat es der Film möglicherweise verdient, dass man sich seiner Handlung, den Motiven oder Bildern vollends hingibt. Wer alleine in der letzten Reihe sitzt, darf hingegen nach Herzenslust schluchzen, lachen und fluchen.

Für mich gehört dazu auch, die Armlehnen hochzuklappen, Schuhe auszuziehen und sich richtig in den Sitz zu fläzen. Ziemt sich nicht in der Öffentlichkeit? Stellt ihr’s einigermaßen bedacht an, sieht es doch keiner!

Luxuriöser Kinosessel mit Snacks und Kaffeebecher

Toll: Die besten Reihen im Luxussaal (hier das „Pollux“ in Paderborn) für sich alleine haben und in Ruhe einen Film genießen

Auch entgeht man so unsensiblen („Hey, ist nur’n Film, der Hund ist nicht wirklich tot“), nervigen („Das war ja soo klar…“) und überhasteten  („So, können wir los? Was gibt’s heute Abend zu essen?“) Kommentaren während oder nach dem Film. (Tatsächlich wurde ich mal MITTEN im Film, völlig kontextlos, von meinem Sitznachbarn gefragt: „Und du singst also im Chor?“)

 

Grund #3 – Trotzdem sozial

Lasst mich etwas ausholen: Habt ihr jemals in Betracht gezogen, alleine feiern zu gehen? Für die meisten ist es schon der blanke Horror, im Club seine Clique eine Viertelstunde lang aus den Augen zu verlieren. Als ich das Experiment vor einigen Jahren wagte, kam ich mit unzähligen Fremden ins Gespräch – eine tolle Erfahrung!

Auch alleine im Kino kann das gelingen, besonders nach dem Abspann. Einfach ungeniert ins Gefachsimpel der Nachbargruppe einsteigen oder auf das mürrisch grummelnde Pärchen hinter einem eingehen: „Euch hat’s wohl nicht so gefallen?“. Keine clevere Gesprächseröffnung nötig, das Topic ist ja glasklar. Ein bisschen Überwindung ist natürlich nötig, aber der innerliche Schubser lohnt sich.

Gerade in arthousigeren Filmen bemerke ich zudem immer häufiger Gäste ohne Begleitung, die bestimmt für einen Plausch zu haben sind (wenn nicht gerade ihr Interesse an einer Toilette größer ist). Genauso wie ihr wollten sie den Film jedenfalls unbedingt sehen.

Fakt ist: Während der Vorstellung quasselt man eh nicht, aber der anschließende Meinungsaustausch fehlt mir als ‚Kinosaal-Single‘ tatsächlich manchmal. Glücklicherweise geht das im Programmbeirat, aber auch im Internet oder auf Partys, sobald das Thema ‚Kino‘ aufploppt. Und sogar bei den Filmnächten! Der Programmbeirat wuselt fast immer in Biertisch-Reichweite oder in der Oscar-Lounge herum (Gesichter einprägen!), also gerne mal nach Filmende rüberkommen und ‚Hallo‘ sagen.

Ausgang der Filmnächte Chemnitz mit Schrifttafel "Schön, dass Du da warst."

Niemand will mitkommen? Heul doch! Oder geh halt alleine – willkommen bist DU nämlich trotzdem!

Und das Urteil lautet: Gönn dir, trau dich!

Kino funktioniert als Gruppenerlebnis. Aber egal, ob ihr mit eigenem Grüppchen oder alleine unterwegs seid – als Teil der Saalgemeinschaft eint euch kurzzeitig das gemeinsame Interesse am Film. Darüber hinaus hat es viele Vorteile, alleine im Kino aufzuschlagen: Flexibilität, 100%ige Konzentration auf die Leinwand und dennoch die Chance auf ein deutlich sozialeres Erlebnis, als zuhause allein eine DVD zu gucken.

Und, was bislang vielleicht nicht erwähnt wurde: „Masturdating“ tut jedem mal gut!

Wie sieht’s aus: Wart ihr schon mal alleine im Kino? Konnte ich ggf. eure ‚Geht gar nicht‘-Meinung ins Wanken bringen? Teilt es uns über Facebook oder per Mail mit.

5 Filme, 5 Cocktails für Weltenbummler

Gute Nachricht: Man darf sich wieder auf den Montag freuen! Nicht, weil „Game of Thrones“ mit neu gedrehten Folgen zurückkehrt, sondern weil wir zum Wochenbeginn offiziell den Filmnächte-Outdoor-Doku-Montag ausrufen. „Doku“ ist hierbei vielleicht irreführend – statt genuschelten Zeitzeugen-Interviews erwarten euch Outdoor-Geschichten echter Teufelskerle und Aufnahmen ungebändigter Natur.

Von ihren Abenteuern haben die Filmemacher nicht nur verschiedenfarbige Blessuren und neuen Lebensmut mitgebracht, sondern auch fünf geheime Rezepte für Erfrischungsgetränke, die sie uns freundlicherweise zugespielt haben. Gestatten, unsere Cocktails der Weltenbummler!

Barpersonal hinter der Theke bereiten Cocktails zu

Unsere Cocktail-Profis Sarah und Tom an „LuLu’s Cocktailbar“ in mixender Aktion

Blue Lagoon

Seit 2016 ist die E.O.F.T. mit ihren halsbrecherischen Outdoor-Clips nicht mehr aus dem Filmnächte-Programm wegzudenken. Damit ihr dieses Jahr einen kühlen Kopf bewahrt, während beispielsweise der Kilimandscharo auf Krücken (!) erklommen wird, empfehlen wir einen erfrischenden, azurblauen Blue Lagoon.

Seine leuchtende Farbe bekommt dieser beliebte Sommercocktail natürlich durch einen gehörigen Schuss Blue Curaçao. Dazu unter anderem köstliche Zitronenlimonade…

Genießen am: 22.07. zur „European Outdoor Film Tour Open Air“ (der starke Vorverkauf könnte vermehrten Andrang auch an der Cocktailbar bedeuten, also kommt besser rechtzeitig!)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Viel Trainingszeit bleibt nicht mehr bis heute Abend, deshalb einfach nach jedem Trailer kurz vom Bürostuhl aufstehen und wieder hinsetzen

Mann blickt auf weitläufige Gletscher-Gerölllandschaft, sein Mountainbike liegt daneben

Zur E.O.F.T werden diesmal mit dem Mountainbike sogar eisige Gletscher überwunden © Foto: Blake Jorgenson

Vampire denim

Bestimmt gut geeignet, um auf der nächsten Halloween-Party „Twilights“-Edward abzufüllen, dürft ihr diese Variation des klassischen Vampire-Cocktails schon mal an einem lauen Sommerabend testen.

Blutrote Grenadine und schneeweiße Sahne verschmelzen beim Vampire denim zusammen mit Vodka, Rum und Gin zu einer verführerischen Mischung, die Gefahr und Gänsehaut symbolisiert – passend zu „BERGE 150“! Eine Geheimzutat bleibt hier übrigens verborgen, die müsst ihr schon selbst herausschmecken…

Genießen am: 29.07. zu „BERGE 150 – Die Jubiläums-Filmtour des Deutschen Alpenvereins“ (Nachschlag übrigens am 12.08. zu „Projekt: Antarktis“, bei dem die Filmemacher höchstpersönlich vor Ort sind und ihr den Vampire denim erneut probieren dürft)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: ohne Hilfsmittel den Chemnitzer Sonnenberg erklimmen oder in den Tiefkühltruhen eines Supermarkts nach Crushed Ice graben

Filmszene aus "Nanga Parbat" von 1953, drei Bergsteiger mit Landkarte beraten sich

„Nanga Parbat“ von 1953, als Achttausender-Expeditionen noch nationale Mammutunternehmen waren © Foto: BERGE150

Blue Ocean ’19

Als nächstes bitte Sonnen- gegen Schwimmbrille tauschen, wir tauchen ab zur „International Ocean Film Tour“ (I.O.F.T.) – mit 700 Haien, einem Kriminalfall auf hoher See, Eisschollen-Surfern und musizierenden Weltumseglern (zum Programm). Garantiert keine „Käpt’n Blaubär“-Lügenmärchen, sondern so real wie schmelzende Polkappen…

Dazu servieren unsere holzbeinigen Barkeeper ihre feucht-fröhliche Cocktail-Kreation, den Blue Ocean ’19. Blue Curaçao sorgt hier abermals für den kristallklaren Meerwasser-Look, dazu fließen u. a. Vodka, Ananassaft und ein Spritzer leckerer Mandelsirup.

Genießen am: 05.08. zur „International OCEAN Film TOUR Vol. 6“ (war schon letztes Jahr eine gelungene Abwechslung zu diesem überrepräsentierten ‚Gebirge‘, von dem andauernd alle sprechen!)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Mutprobe im Freibad, z. B. Arschbombe vom 1-Meter-Brett, den „Bademeister-Report“ auf dem Smartphone gucken oder einfach mal NICHT rutschen

Drei Männer spät abends an der Meeresoberfläche beobachten einen Hai

Nur einer von insgesamt „7oo Sharks“ © Foto: International Ocean Film Tour

Grüne Witwe

Gerührt, nicht geschüttelt – die Grüne Witwe ließe sich selbst von James Bond nicht verführen. Dieser prickelnde Longdrink präsentiert sich als berauschendes Farbspiel aus Orangensaft, Blue Curaçao und Prosecco und wird ausnahmsweise mal nicht im Shaker, sondern an der frischen Luft zubereitet.

Dazu laden wir ein zur „Green Screen Tour“, die tierische Hauptdarsteller wie Polarwölfe, Kuckucksvögel und die knuffigen „Säbelzahnwürstchen“ (Nacktmulde!) auf dem Theaterplatz versammelt (zum Programm).

Genießen am: 19.08. zur „Green Screen Tour 2019“ (mit schmackhaften Brezeln, Popcorn und Cocktails sozusagen unser Filmnächte-Picknick im Grünen… bzw. im Grauen)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: auf dem Chemnitzer Schlossteich Enten verfolgen (per Tretboot!) oder versuchen, bei lustigen Tiervideos nicht loszulachen

Mystisch aussehende Fjorde, mit grünem Licht hell erleuchtet

Erlebt zur „Green Screen Tour 2019“ auch die Magie der Fjorde © Foto: Nautilusfilm

Gin-Lillet

Ende August macht sich vielerorts der sogenannte ‚post-vacation blues‘ breit. Ihr müsst deshalb aber nicht gleich einen 2-Jahres-Trip durch Afrika wagen, sondern könnt einfach nochmal bei den Filmnächten abschalten: „REISS AUS“ bildet den Abschluss unserer Outdoor-Reihe. Die Protagonisten selbst sind übrigens vor Ort, um von ihrer Reise zu erzählen!

Zum Saisonende will’s auch unser Bar-Personal nochmal wissen und serviert mit dem Gin-Lillet einen echten Ausreißer-Aperitif. Gurke und Eiswürfel sorgen für die nötige Abkühlung, Lillet Blanc und Gin zusammen mit frischen Thymian-Zweigen für den feinen Geschmack.

Genießen am: 26.08. zu „REISS AUS – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum.“ (übrigens, wer zu allen Outdoor-Montagen war und alle Weltenbummler-Cocktails probiert hat, bekommt von mir eine Trophäe)

Atem(be)raubender Tipp zur Vorbereitung: Raus aus dem Alltag, also pünktlich Feierabend machen und sich vom Chef zu den Filmnächten einladen lassen

Doku-Protagonisten (Mann und Frau) im großen Landrover unterwegs nach Afrika

6 Monate Auszeit waren geplant für Ulli und Lena – schließlich wurde daraus eine knapp zweijähäriger Trip durch Westafrika © Foto: REISS AUS

Na, Durst bekommen? Möchtet ihr von weiteren Gastro-Themen lesen? Oder seid ihr erstmal daran interessiert, unseren Cocktail-Experten die vollständigen Rezepte abzuluchsen? Dann ihnen einfach ne Mail schreiben!

(Alb-)Traumjob Veranstaltungsleiter

Liebe Freunde des alljährlichen Freiluftkinos, 

in den letzten Blogbeiträgen haben wir euch schon einige Einblicke hinter die Kulissen der Filmnächte Chemnitz gewährt. Egal ob Programmplanung, Pressekonferenz zur Porgrammveröffentlichung oder die letzten Handgriffe vor der großen Eröffnung. 

Jedoch ist das nur ein sehr kleiner Teil von dem, was eigentlich so alles hinter den Kulissen passiert. 

Bei der Themenfindung für diesen Blog versuchen wir immer ein großes Gebiet an verschiedenen Interessen abzudecken und euch so viel Content wie möglich zu bieten. So ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass wir euch diese Woche mal einen ganz besonderen Beitrag bieten wollen. Denn ich als stellvertretende Veranstaltungsleitung werde euch einen Tag mal ganz exklusiv mitnehmen und euch ein wenig darüber berichten, was ich hier eigentlich tue und wofür ich bezahlt werde. Die essentielle Frage die sich hierbei stellt, ist, was macht so eine Veranstaltungsleitung eigentlich die ganze Zeit? Sicher, operativ gut aussehen kann jeder, aber es ist eine Vielzahl an Aufgaben, die bewältigt werden müssen. 

„Wir sind alle 1 Team!“

Gemeinsam mit meiner Kollegin Maria teile ich mir seit diesem Jahr den Posten. Okay, eigentlich bin ich nur zweite Geige und der Miniboss, wenn die Chefin nicht kann, aber das ist völlig in Ordnung. So komme auch ich das ein oder andere Mal mit meiner herrschenden Art zum Zug 😀

Je nachdem, welchen Dienst wir uns teilen, sind wir entweder früh oder abends für euch auf dem Platz. Ja, ihr habt richtig gehört. Unsere Tage sind lang und beginnen für euch ab 11 Uhr in der Früh. Nagut, 11 Uhr mittags, ihr habt ja recht. 

In der Frühschicht ist meist ein riesiger Berg an organisatorischen Aufgaben für den Abend oder für größere Events und Kundenveranstaltungen zu erledigen. Reservierungen, Telefonanrufe, Hotelzimmerbuchungen, Bestellungen aufgeben, Auswertungen, Filmdisposition und und und.  Am Abend hingegen sind wir meist operativ auf dem Platz im Einsatz. Von der Platzvorbereitung über die Betreuung der Gäste und auch Mitarbeiter bei jeglichen Problemen und Wehwehchen, Abrechnungen bis hin zum finalen Abschließen des Platzes, meist gegen 1 oder 2 Uhr nachts. Wir sind die Ersten und die Letzten auf dem Platz und das jedes Jahr aufs Neue für über 8 Wochen.

Mitarbeiterinnen der Filmnächte schenken Sekt und O-Saft ein

Ab und zu wollen natürlich auch Kundenveranstaltungen vorbereitet werden – prickelnd!

 

Zahlen und Fakten

Neben diesem ganzen allgemeinen Ablaufpalaver habe ich natürlich auch ein paar Zahlen und Fakten, die euch sicher interessieren werden.

Mein bisheriger Laufrekord als Veranstaltungsleitung? Knapp 15 Kilometer und 20.000 Schritte zur Eröffnung am Freitag, den 05.07.2019. Ein durchschnittliches Team am Abend umfasst ca. 10 Mitarbeiter. Jeden Abend wird die Leinwand vor der Veranstaltung hoch- und nach der Veranstaltung wieder runter „gefahren“. Dies dauert ca. 20 Minuten und man braucht ca. 4 Personen.

Wir finden grundsätzlich IMMER statt und gehen mit euch durch Wind und Wetter, dass hat man besonders am vergangenen Samstag gemerkt 😉 Nein, wir haben keinen ALL ACCESS zu Getränken und Essen, warum auch immer diese Frage aufkam, selbst wenn wir für alles Schlüssel haben. Es gibt einen Gieß- und Staubsaugdienst sowie Mitarbeiter, die prädestiniert für das akkurate Zusammenfalten von Decken sind. Ehrlich? Dafür hab ich persönlich keine Muße.

Die größte Herausforderung bis jetzt? Delegieren zu lernen und weniger selbst den Besen zu schwingen.

Leinwand auf dem Theaterplatz wird bei Regen hinuntergelassen

Auch unsere Leinwand arbeitet bei Wind und Wetter

Schlussplädoyer

Ja, ihr habt völlig recht. Das ist mehr als ein Vollzeitjob und eine große Aufgabe. Jedoch kann ich mir persönlich derzeit nichts Schöneres vorstellen. Als studierter Eventmanager hat man den Stress, den Druck und die Hektik im Blut. Man ist unterwegs und muss immer und überall zugleich sein. Jedoch belohnt einen das zufriedene Lächeln der Gäste und der nie stattfindende reibungslose Ablauf einer Veranstaltung jeden Tag erneut. 

Ich weiß, euch brennen zu diesem Thema bestimmt tausend und eine Frage unter den Nägeln. Und ich kann euch nur sagen, lasst sie raus. Ihr könnt mich gerne bei einer unserer vielen Veranstaltungen auf dem Platz ansprechen, einfach per Mail anschreiben oder bei Facebook Fragen hinterlassen. Ich bzw. wir werden auf alle eingehen und freuen uns auf euch. 

So umwerfend war die Filmnächte-Eröffnung

Daheim

Der erste Filmnächte-Abend einer Saison bedeutet für mich, nach Hause zu kommen. Alles ist so vertraut: die herrlich beleuchtete Kulisse, das herzliche Team. Die Leinwand, bei der ich mich immer an eine Hüpfburg erinnert fühle. Der Eins-Energie-Werbespot. Die plötzlich einsetzenden Kirchenglocken, die meinen, einen oscarprämierten Song mit ihrem Klang veredeln zu müssen. …Einfach eine Atmosphäre, die es sonst nirgendwo anders gibt!

Daheim – aber nicht allein. Glücklicherweise steht im ‚größten Wohnzimmer der Stadt‘ auch das ‚wahrscheinlich größte Sofa von Chemnitz‘, damit JEDER einen Platz findet.

Ausverkaufter Theaterplatz zur Eröffnung, Blick auf Leinwand, Oper und Petrikirche

Willkommen zurück – wir haben euch vermisst!

Drei Worte: Aus. Ver. Kauft!

Das hat in acht Jahren noch kein Eröffnungsfilm geschafft – nicht „Fack Ju Göthe“ (2014), auch nicht „Kundschafter des Friedens“ (2017) oder „Django Unchained“ (2013). Selbst der französische Feel-Good-Hit „Ziemlich beste Freunde“ (immerhin Platz 24 der erfolgreichsten Filme in Deutschland überhaupt) scheiterte 2012 am Unterfangen, den Theaterplatz vollzumachen.

Doch alle Anwesenden haben es Freitag selbst gesehen, gehört, erlebt: Die Filmnächte Chemnitz haben 2019 mit dem wundervollen „A Star Is Born“ einen astreinen Auftaktabend hingelegt und circa 950 Besucher angelockt. Es gibt also doch Alternativen zum Kosmonaut Festival!

Music is the Key

Musik verbindet, das war schon immer das Geheimnis. Ob im Vorfeld eingespielte Movie-Soundtracks (Chapeau an Deutschlandfunk Kultur für die stets gelungene Auswahl!), gemeinsames Mitsummen bei „Shallow“ oder auch durch Live-Musik.

Dem Facebook-Aufruf der Filmnächte, „A Star Is Born“ musikalisch einzuläuten, folgte unter anderem das Gesangs-Duo ELMA. Die beiden rufen nicht nur Erinnerungen an Bradley Cooper und Lady Gaga wach, sondern können auch hervorragend singen und Gitarre spielen!

Ob „Don’t Look Back In Anger“ oder „Believer“ – irgendein Ohrwurm begleitete sicher jeden Besucher auf dem Nachhauseweg. Dafür sorgte natürlich auch der ‚Haupt-Act‘ auf der großen Leinwand…

Gesangs-Duo ELMA performt auf der Bühne (Frau am Mikro, Mann an der Gitarre)

ELMA haben uns mit verträumten Songs wunderbar auf den Eröffnungs-Abend eingestimmt. Danke euch beiden!

Look what I found

Wenn ich an die entscheidende Programmbeiratssitzung zurückdenke, die das bewegende Liebesdrama als Eröffnungsfilm durchsetze, kann ich immer wieder sagen:

In einem Raum mit 10 Leuten, können 9 nicht an diesen Film glauben. Aber es braucht nur einen einzelnen, der es tut. Und das ist er: Festival-Leiter Michael Claus.

Ooooooder auch jemand anderes aus unserer Gruppe – keine Ahnung, wer letztlich auf „A Star Is Born“ bestand! Schließlich waren auch „Bohemian Rhapsody“, „100 Dinge“ oder „Der Junge muss an die frische Luft“ heiße Kandidaten für den Auftakt.

Wer die Anspielung eben übrigens nicht verstanden hat, unbedingt dieses amüsante Video angucken!

Always remember us this way

„A Star Is Born“ aber fängt das ‚Filmnächte-Gefühl‘ perfekt ein: Schmetterlinge im Bauch, Lieder, die nicht mehr aus dem Kopf gehen und eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Von allen bisherigen Eröffnungsfilmen lässt uns dieser nämlich auch mit dem größten Kloß im Hals zurück, sobald der Abspann einsetzt.

Filmszene aus "A Star is Born": Bradley Cooper am Klavier, Lady Gaga lauscht dem Gesang

Ob Bradley Cooper und Lady Gaga auch fernab des Sets zueinander gefunden haben? Wer weiß…

Damit ihr auf der nächsten Grillparty nicht nur vom Filmnächte-Opening berichten, sondern auch mit Fun-Facts glänzen könnt: „A Star Is Born“ ist das dritte Remake des Originals von 1937. Die Version von 1976 wiederum, mit Barbara Streisand als titelgebender Star, gewann ebenfalls den Oscar für den besten Filmsong (ein echter „Evergreen“, hört mal rein).

Für den 2019er-Aufguss nahm Bradley Cooper 18 Monate Gesangsunterricht; in sechs Monaten lernte er außerdem Klavier und Gitarre. Und führte selbst Regie – ein echtes Multitalent! Genauso natürlich wie Lady Gaga, die sich die Rolle, analog zur Film-Handlung, mit einer verführerischen Perfomance von „La Vie en Rose“ sicherte.

Und das war erst der Anfang

Sehr wahrscheinlich, dass ihr nicht ausreichend Zeit hattet, alle Geheimnisse des Theaterplatzes zu ergründen. Die chillige Oscar-Lounge am Rondell mitsamt rotem Teppich? Hab’s getestet, von dort hat man einen idealen Blick auf’s Geschehen! Kunstwerke von galerie17 und von Marian Kretschmer in den Filmnächte-Lounges? Unbedingt einen Blick wert!

Sicher, noch war nicht alles perfekt (Stichwort Akustik; der massige Bass hat die Lounge teilweise ganz schön durchgerüttelt), aber die Saison hält noch locker 70 Filme bereit, um diese Dinge glattzubügeln. Ich freue mich auf jede, bei der ich dabei sein kann. Schaut auch ihr einfach mal vorbei!

Fotos © Toni Kretschmer, newpic photography

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